WM-Kolumne: Liebesgrüße aus Moskau Klick. Klick. Klick.

Stunden, ach was, Tage habe ich vor der WM damit zugebracht, die perfekte Turnierplanung auf die Beine zu stellen. Und zwar für alle erdenklichen Fälle. Na ja, für fast alle erdenklichen Fälle.

Von Dirk Schuster
Ein Blick über den Roten Platz in Moskau mit der Basilius Kathedrale.
Ein Blick über den Roten Platz in Moskau mit der Basilius Kathedrale. Foto: dpa

Denn dass mein kleines WM-Abenteuer im großen Russland so früh ein Ende nehmen würde, hatte ich zugegebenermaßen kaum ernsthaft für möglich gehalten.

Das lief dann zu Hause ungefähr so ab: Wenn die Deutschen Gruppenerster werden, nehme ich von Moskau aus nach St. Petersburg auf jeden Fall den Zug. Dort sollte der Bahnhof dann am besten nicht zu weit weg sein vom Hotel. Und dann zum Viertelfinale in Samara?

Undsoweiterundsoweiter

Mit dem Flieger und dafür anschließend mit dem Zug zurück nach Moskau. Oder doch nicht? Und wenn es am Ende wirklich nur der zweite Platz wird? Am sinnvollsten ist der Nachtzug nach Samara. Dann brauche ich das Hotel allerdings nur für vier Nächte buchen und nicht für fünf.

Eine vernünftige Bahnverbindung zum Viertelfinale in Kasan gibt es dann nicht. Vielleicht kann mich von dort ja ein Kollege im Auto mitnehmen. Und wenn ich zurück bin in Moskau, kehre ich dann in das selbe Hotel zurück? Oder nehme ich eines in der Innenstadt? Undsoweiterundsoweiter.

Abschiedsgruß

Am Freitag lief das dann so ab: Klick. Klick. Klick. Klick. Klick. Klick. Klick. Klick. Die Nachricht auf dem Bildschirm war anschließend immer die Gleiche: »Ihre Buchung wurde erfolgreich storniert.«

Eine Minute, dann war alles vorbei.

Weshalb dieser Liebesgruß nun gleichzeitig auch ein Abschiedsgruß ist.

Spasibo, Moskwa, do svidaniya!

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