Ex-Profi übernimmt
Von Klopp und Tuchel gelernt: Svensson neuer Mainzer Trainer

Die bevorstehende Verpflichtung von Bo Svensson als neuem Trainer von Mainz 05 galt seit Weihnachten als offenes Geheimnis. Nun ist sie offiziell. Der Däne soll den Bundesliga-Vorletzten vor dem Abstieg bewahren. Start der Mission ist am Samstag im Derby gegen Frankfurt.

Montag, 04.01.2021, 15:59 Uhr aktualisiert: 05.01.2021, 12:22 Uhr
Hat beim FSV Mainz 05 einen Vertrag bis 2024 erhalten: Trainer Bo Svensson. Foto: Fredrik von Erichsen

Mainz (dpa) - Neues Jahr, neuer Trainer, neue Hoffnung: Der Däne Bo Svensson soll den 1. FSV Mainz 05 aus der Krise führen und und vor dem Bundesligaabstieg retten.

«Bo bringt alle Qualitäten mit, die wir uns für die Besetzung unseres Trainerpostens wünschen», sagte Sportvorstand Christian Heidel nach der besiegelten Rückkehr des Mainzer Ex-Profis und -Nachwuchstrainers. Offiziell wird Svensson an diesem Dienstag (12.00 Uhr) vorgestellt.

Über die Laufzeit des Vertrages des 41 Jahre alten Coaches, der 2019 aus der Nachwuchsabteilung des Fußball-Bundesligisten zum österreichischen Zweitligisten FC Liefering gewechselt war, wurden zunächst keine Angaben gemacht. Mainz-Sportdirektor Martin Schmidt hatte aber bereits angekündigt, dass der Trainer längerfristig verpflichtet und damit auch im Fall des Abstiegs bleiben solle.

Damit setzt der Tabellenvorletzte in höchster sportlicher Not auf ein Triumvirat der Altbekannten: Auf Ex-Manager Heidel, Ex-Chefcoach Schmidt und deren Wunschkandidaten Svensson, der nach Jan Siewert, Jan-Moritz Lichte und Achim Beierlorzer der vierte Trainer in der laufenden Spielzeit ist. Das Trio soll die Rheinhessen nach den Turbulenzen um Spieler-Streik, mehrere Trainerwechsel, den Abgang von Manager Rouven Schröder und den Absturz in den Liga-Keller mit nur sechs Punkten aus 14 Spielen wieder auf Erfolgskurs steuern.

«Wir sind überzeugt, dass er über die Persönlichkeit und Durchsetzungsstärke verfügt, dieses Wissen auch auf die Mannschaft zu übertragen», sagte Heidel über den Neuen auf dem Chefposten. Der einstige Abwehrspieler Svensson hatte zwischen 2007 und 2014 insgesamt 122 Pflichtspiele für Mainz absolviert. Nach dem Ende seiner Profikarriere arbeitete er unter Schmidt zunächst als Co-Trainer und dann bis 2019 als Nachwuchscoach bei den Rheinhessen.

Svensson habe den Trainerjob «von der Pike auf gelernt» und zusätzlich als Profi die Arbeit der heutigen Trainer-Weltstars wie Jürgen Klopp und Thomas Tuchel in Mainz kennengelernt, sagte Heidel. «Er weiß, wie sich unser Fußball anfühlen muss.»

Vor allem soll er wieder für die Fans attraktiv sein. «Wir wollen dahin kommen, dass man einen Fußball hat, der die Leute begeistert - mit Ball jagen, Pressing, Tempo- und Umschaltfußball. Das sind hier die Wurzeln», so das Anforderungsprofil von Schmidt. Mit Svensson kehrt der gebürtige Mainzer und frühere Jugendtrainer Babak Keyhanfar als Co-Trainer vom FC Liefering zurück.

Aushilfscoach Jan Siewert gab am Sonntag mit dem couragierten Auftritt der Mannschaft beim FC Bayern München eine gute Vorlage für den Start von Svensson am Samstag beim Rhein-Main-Derby gegen Eintracht Frankfurt. Der Champions-League-Sieger konnte das Spiel nach einem 0:2 erst nach der Pause noch in einen 5:2-Sieg drehen und die Nullfünfer stellten ihre Bundesligatauglichkeit unter Beweis.

Der FC Liefering dürfte sich den vorzeitigen Weggang von Svensson gut bezahlen lassen. Wie der «Kicker» am Montag berichtete, mussten die Mainzer über die spekulierten 1,5 Millionen Euro an Ablösesumme hinaus noch einiges draufpacken. Im Falle eines Liga-Verbleibs soll der Salzburger Club zudem einen finanziellen Nachschlag erhalten.

© dpa-infocom, dpa:210104-99-894372/4

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