Top-Talente
Jugend forsch: BVB feiert Haaland und Reyna

In der ersten halben Stunde tat sich der BVB schwer, kam aber danach mächtig in Schwung. Beim am Ende deutlichen 4:0 über Freiburg schlüpften nicht die arrivierten, sondern die jungen Profis in tragende Rollen.

Sonntag, 04.10.2020, 11:15 Uhr aktualisiert: 04.10.2020, 11:18 Uhr
Mats Hummels (l) feiert mit dem Giovanni Reyna (32) umarmenden Erling Haaland einen Treffer im Spiel gegen den SC Freiburg. Foto: Guido Kirchner

Dortmund (dpa) - Der eine freute sich über zwei Treffer, der andere über drei Assists. Schulterklopfend und lachend lagen sich die beiden Dortmunder Jungprofis Erling Haaland und Giovanni Reyna nach dem 4:0 (1:0) über den SC Freiburg in den Armen.

In erfrischender Manier stahlen die beiden erst 20 und 17 Jahre alten Top-Talente selbst arrivierten Teamkollegen wie Marco Reus oder Mats Hummels die Show. Ähnlich cool wie zuvor im gegnerischen Strafraum reagierte Haaland auf die Frage nach seiner bisher imposanten Bundesliga-Ausbeute mit 17 Toren in 18 Spielen: «Das ist nicht schlecht. Aber es hätte mehr sein können.»

Spiele wie gegen Freiburg fördern den guten Ruf der Borussia als Tummelplatz für Hochbegabte. Denn neben Haaland dürfte auch der Amerikaner Reyna seinem Club in Zukunft noch viel Freude machen. Der Mittelfeldspieler bereitete beide Treffer des Norwegers (31. Minute/66.) und das zwischenzeitliche 2:0 durch Emre Can (47.) vor. Seit Beginn der Datenerfassung 1992 ist Reyna damit der erste 17-Jährige mit drei Torvorlagen in einem Bundesliga-Spiel. «Ich bin von ihm nicht überrascht», kommentierte sein Förderer Lucien Favre mit seligem Lächeln, «er steht vor einer sehr guten Karriere.»

Gleichwohl hielt sich der BVB-Coach mit überschwänglichem Lob betont zurück: «Er muss so weiter arbeiten, ehrgeizig bleiben.» Der Schweizer Fußball-Lehrer deutete an, das Juwel in Zukunft hin und wieder schonen zu wollen: «Man muss mit einem so jungen Spieler aufpassen und darf ihn nicht verheizen. Wir haben genug Möglichkeiten, in der Offensive zu rotieren.»

Dass der BVB-Coach Jude Bellingham als weiteren 17-Jährigen zum wiederholten Mal in die Startelf beordert hatte, ging im Trubel um die beiden Hauptdarsteller fast unter. Selbst der Freiburger Kapitän Christian Günter war beeindruckt von der Urgewalt Haalands und bedachte ihn mit einem ungewöhnlichen Lob: «Er ist eine Drecksau vor dem Tor, er nutzt fast jede Chance.»

Der im vergangenen Winter für rund 20 Millionen Euro verpflichtete Angreifer trug am Samstag dazu bei, dass der Borussia nach zuletzt zwei Niederlagen in Augsburg (0:2) und im Supercup beim FC Bayern (2:3) ein Saison-Fehlstart erspart blieb. Im zweiten Heimspiel dieser Saison gelang Haaland der zweite Doppelpack und der bereits sechste in seiner kurzen bisherigen Zeit in Dortmund.

BVB-Kapitän Marco Reus hat keine Zweifel, dass Haaland auch in Zukunft ein Erfolgsgarant sein wird: «Er spielt so, wie er trainiert. Dazu kommt noch seine Professionalität, so wie er drauf ist, das Positive. Das gefällt uns, das brauchen wir auf dem Platz. Er wird immer seine Tore machen, egal wie gut oder schlecht er im Spiel ist.»

Dass Haaland in der Nachspielzeit bei seinem Weg zu seinem möglichen dritten Treffer nicht selbst abschloss, sondern uneigennützig Felix Passlack bediente und damit seinem kurz zuvor eingewechselten Teamkollegen das erste Bundesligator bescherte, brachte ihm noch ein Extralob seines Trainers ein. «Das war ein gutes Zeichen für die Mannschaft», befand Favre.

© dpa-infocom, dpa:201004-99-817012/3

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