Nations League
Weiter keine Normalität: Aber Löw-Team will Erfolgserlebnis

Erst am Spieltag wird Joachim Löw darüber entscheiden, wer in Basel in der Startelf steht. Bedingung ist: Die nötige Fitness muss da sein. Leroy Sané kann selbst entscheiden, ob er aufläuft.

Sonntag, 06.09.2020, 15:01 Uhr aktualisiert: 06.09.2020, 15:04 Uhr
Bundestrainer Joachim Löw (M) spricht beim Abschlusstraining im Stadion St. Jakob-Park zu seiner Mannschaft, die sich im Kreis um ihn gestellt hat. Foto: Christian Charisius

Basel (dpa) - Von Fußball-Normalität ist auch das nächste Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft weit entfernt. Ins Baseler Stadion dürfen keine Fans. Die besondere Saisonplanung sorgt für eine ungewohnte Belastung für die Spieler um Interims-Kapitän Toni Kroos.

Der Bundestrainer will darauf auch am Sonntag (20.45 Uhr/ZDF) in der Nations-League-Partie gegen die Schweiz Rücksicht nehmen. Deshalb betonte Joachim Löw: «Natürlich will man gewinnen, das wird immer thematisiert. Das will ich aber nicht ganz so hoch hängen.»

SITUATION: Die Schweizer haben zum Auftakt der zweiten Saison der Nations League in der Ukraine mit 1:2 verloren. Dennoch sieht Löw den Kontrahenten als echten Prüfstein für sein Team, das nach dem Verzicht auf vier Münchner Champions-League-Sieger und zwei Leipziger Halbfinalisten neu zusammengestellt wurde. Der späte Ausgleich der Spanier zum 1:1 im ersten Länderspiel nach fast zehnmonatiger Corona-Pause ärgert den DFB-Chefcoach und sein Personal noch immer. «Logischerweise wollen jeder Trainer und jeder Spieler jedes Spiel gewinnen. Es wäre Unfug zu sagen, wir hätten nicht gern die drei Punkte geholt gegen Spanien», sagte Löw.

PERSONAL: Alle Spieler, die nach Basel gereist sind, können eingesetzt werden. Kai Havertz ist nicht mehr dabei. Löw hatte ihn abgestellt, damit er seinen Wechsel zum FC Chelsea abschließen kann. «Laut den Ärzten sind alle Spieler einsatzbereit», vermeldete der DFB-Chefcoach am Samstag vor dem geheimen Abschlusstraining. Im Tor wird gegen die Schweizer der ehemalige Leverkusener Bernd Leno stehen. Der Schlussmann vom FC Arsenal ersetzt diesmal Kapitän Manuel Neuer und die zweite Torwart-Kraft, Marc-André ter Stegen. Gegen Spanien hatte der Frankfurter Kevin Trapp überzeugt. Ein, zwei weitere Wechsel gegenüber dem jüngsten Spiel in der ersten Elf sind wohl möglich - mehr wird Löw aber kaum verändern.

AUSNAHME: Leroy Sané, der gegen Spanien nach über einjähriger Länderspiel-Pause wieder mitgewirkt hat, darf über seinen Einsatz in Basel selbst entscheiden. «Er hat sich keine muskuläre Verletzung zugezogen», verkündete Löw. Aber der Neu-Münchner werde nach seinem überstandenen Kreuzbandriss «noch einige Spiele brauchen», um wieder in Topform zu sein. Der 24-Jährige Sané sieht sich bereit: «Ich habe mich gut regeneriert.» Allerdings will Löw erst abwarten, wie der Bayern-Angreifer und andere Akteure das Abschlusstraining verkraftet haben.

GEISTERSPIEL: Auch die Partie im St. Jakob-Park, im Baseler Volksmund «Joggeli» genannt, findet wieder ohne Zuschauer statt. Die Europäische Fußball-Union UEFA hat beschlossen, dass angesichts der Corona-Pandemie die Spiele in ganz Europa in leeren Arenen ausgetragen werden. «Da fehlt ein bisschen das Feeling von den Fans, das vermisst man schon», erklärte der Neu-Münchner Sané. Mit seinem Ex-Club Manchester City hatte der Angreifer noch einige Spiele auf der Ersatzbank erlebt. «Das ist noch komischer. Da hörst du alles. Auf dem Platz konzentriert man sich auf das Spiel und nimmt es gar nicht mehr so richtig wahr», ergänzte Sané.

© dpa-infocom, dpa:200905-99-445214/2

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