FC Bayern München
Flick will auch den «Henkelpott» ins Museum tragen

Der letzte Triple-Schritt fehlt noch. Und darum formuliert Hansi Flick noch vor dem Urlaubsstart am Marketingtag des FC Bayern gleich das Champions-League-Finale als «nächstes Ziel». Seine Frau soll für die erfolgreiche Umsetzung im August ein Zugeständnis machen.

Montag, 06.07.2020, 15:39 Uhr aktualisiert: 06.07.2020, 15:42 Uhr
Coach Hansi Flick übergibt die Meisterschale und den Pokal an das Museum des FC Bayern München. Foto: Alexander Hassenstein

München (dpa) - Hansi Flick hatte die Meisterschale lässig unter den rechten Arm geklemmt, den gold-glänzenden DFB-Pokal trug er kraftvoll in der linken Hand.

Am Montag brachte der nächste Double-Trainer des FC Bayern die zwei nationalen Trophäen persönlich ins Museum in der Münchner Allianz Arena, wo sie die Fans ab sofort bewundern können. «Es ist schon beeindruckend, was hier steht», sagte Flick bei seinem ersten Besuch der FC-Bayern-Erlebniswelt. Einen Rundgang durch den angrenzenden Bereich mit den ausgestellten Fußball-Europapokalen mied der 55-Jährige aber ganz bewusst: «So weit sind wir noch nicht.»

Schon Ende August könnte Flick aber mit dem Champions-League-Pokal in das Museum zurückkehren. Denn die von ihm geschriebene Münchner Erfolgsgeschichte soll in der von der Corona-Krise beeinflussten Saison möglichst mit dem letzten Triple-Schritt gekrönt werden.

Flick formulierte die nächste Aufgabe noch vor dem Start in die knapp zweiwöchigen Ferien. «Ich freue mich schon wieder, mich nach dem Urlaub mit der Mannschaft auf das nächste Ziel vorbereiten zu können - das ist natürlich das Finale der Champions League», sagte er.

Am 23. August soll beim Endspiel des Königsklassen-Turniers mit acht Mannschaften in Lissabon Europas neuer Vereinschampion gekürt werden. Das ist der neue Antrieb für die nimmersatten Bayern-Stars. «Alle sind hungrig, alle wollen ans Limit gehen», sagte Nationalspieler Leon Goretzka. Flick weiß aber auch um die Schwere der Aufgabe bei den maximal drei K.o.-Spielen im Turnierformat. «Wir wissen, dass solche One-Act-Spiele nicht ganz so einfach sind. Du musst auf den Punkt fit sein. Aber da habe ich ein wahnsinniges Vertrauen in die Mannschaft, dass sie das Ganze so umsetzen kann», sagte Flick.

Als ersten Titel-Kontrahenten sieht er nach dem Achtelfinal-K.o. von Titelverteidiger FC Liverpool das Team des früheren Bayern-Trainers Pep Guardiola. «Ich glaube, Manchester City ist schon eine Mannschaft, die absolute Qualität hat», meinte Flick. Er nannte aber auch noch den FC Barcelona, Real Madrid und Juventus Turin, wohlwissend, dass diese wie seine Mannschaft und auch Man City erst noch ihre Achtelfinal-Rückspiele erfolgreich bestreiten müssen. Die Bayern haben ihr Ticket nach Portugal dabei nach dem 3:0 im Hinspiel gegen den FC Chelsea so gut wie gebucht. Ausgelost werden Viertelfinale und Halbfinale von der UEFA am Freitag.

Vor dem Start in 13 Tage Urlaub mussten Kapitän Manuel Neuer und seine Teamkollegen noch einen intensiven Marketingtag absolvieren. Fast 200 Millionen Euro wiesen die Bayern in ihrer letzten Bilanz an Einnahmen aus Sponsoring und Vermarktung aus. Das dokumentiert die besondere Bedeutung der Sponsorengelder gerade in der Corona-Krise.

Nach dem letzten Arbeitstag sollen die Double-Sieger aber wenigstens kurz runterfahren. «Die Spieler haben jetzt Zeit, mal durchzuatmen, auch mental sich zu erholen und neue Energie freizusetzen», sagte Flick zur wertvollen Ruhepause nach elf Siegen in elf Geisterspielen im Anschluss an die Zwangspause wegen des Coronavirus.

Am 20. Juli erfolgt der Neustart mit Cyber-Hometraining, ehe die Münchner Profis nach drei (negativen) Corona-Tests wieder gemeinsam auf dem Fußballplatz üben dürfen. Dann sollen erstmals auch die drei Neuzugänge Leroy Sané (Manchester City), Alexander Nübel (FC Schalke 04) und Tanguy Nianzou Kouassi (Paris Saint-Germain) dabei sein.

Später will Flick das Team teilen und einen «Champions-League-Kader» bilden, dem in Lissabon auch Nationalspieler Niklas Süle angehören soll. Der 24-Jährige muss nach seinem Kreuzbandiss auf den Urlaub verzichten. Er muss noch Defizite aufarbeiten. «Die zehn Tage, die er jetzt trainieren kann, tun ihm gut im Hinblick auf den Start für die Vorbereitungsphase auf die Champions League. Da ist er, denke ich, nochmal einen Schritt weiter», sagte der Bayern-Coach zu Süle.

Flick will sich auch persönlich ein wenig Freizeit gönnen. Total abschalten können wird er aber wohl nicht. Ob er die Ligaspiele der möglichen Champions-League-Gegner in Spanien, England und Italien während des Urlaubs beobachten werde, wurde er gefragt. «Wenn meine Frau mir das erlaubt, werde ich das schon machen», antwortete er mit einem breiten Grinsen. Schließlich will Hansi Flick Ende August auch noch den «Henkelpott» im Museum des FC Bayern abliefern.

© dpa-infocom, dpa:200706-99-687796/4

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