Preußen stehen vor einer ungewissen Zukunft in der Regionalliga
Viele Tränen, viele Frage: Münster zum zweiten Mal viertklassig

In den neun Drittliga-Jahren war Preußen Münster der 2. Liga oft näher als der 4. Liga. Doch nun ist der Traditionsclub in die Regionalliga abgestiegen und steht vor einer ungewissen Zukunft.

Donnerstag, 02.07.2020, 15:34 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 15:36 Uhr
Symbolbild. Foto: Friso Gentsch/dpa

Münster (dpa). Am ersten Bundesliga-Spieltag der Geschichte empfing Preußen Münster 1963 den Hamburger SV mit Uwe Seeler. Nach dem feststehenden Abstieg in die Regionalliga heißen die künftigen Gegner SV Straelen, FC Wiedenbrück oder FC Wegberg-Beeck. Der zweite Absturz in die Viertklassigkeit nach 2006 bis 2011 hinterlässt beim Bundesliga-Gründungsmitglied fast überall Baustellen.

Die Zukunft von Sportchef Malte Metzelder und Sascha Hildmann ist ebenso offen wie die der meisten Spieler. Und für die seit Jahren schwelende Stadion-Frage dürfte der Abstieg ebenfalls ein heftiger Rückschlag sein.

Entsprechend groß war die Fassungslosigkeit nach dem entscheidenden 0:3 (0:1) am vorletzten Spieltag gegen den SV Meppen. Torhüter Maximilian Schulze Niehues (31), der schon in der Jugend für die Preußen spielte und in allen neun Drittliga-Jahren seit 2011 im Kader stand, setzte sich hinter sein Tor und weinte hemmungslos. Simon Scherder (27), ebenfalls gebürtiger Westfale und seit 2012 im Verein, brach beim TV-Interview mit „Magenta Sport“ immer wieder die Stimme. „In einem Endspiel kann man so eine Vorstellung nicht bringen“, sagte er: „Es tut mir leid für alle Fans und Mitarbeiter von Preußen.“

„Heute macht es keinen Sinn, über die Zukunft zu sprechen, wir sollten den Anstand haben und das Spiel sacken lassen“, sagte Malte Metzelder, 17 Monate jüngerer Bruder des früheren Vize-Weltmeisters Christoph Metzelder, den „Westfälischen Nachrichten“. In der „Bild“ erklärte der 38-Jährige: „Wir werden zeitnah entsprechende Ergebnisse kommunizieren. Ich weiß, dass es Kritik geben wird und stelle mich in den Wind.“

Trainer Hildmann wirkte derweil komplett niedergeschlagen. Nach dem Schlusspfiff zog er sich die Baseball-Cap vom Kopf, fuhr sich verzweifelt durch die Haare und wanderte dann eine Weile alleine über das Spielfeld. „Das ist ein bitterer Augenblick und ein schlimmer Moment“, sagte der 48-Jährige: „Ich hätte Preußen so gerne gerettet.“ Das wäre dem Ende Januar verpflichteten Coach fast gelungen. Mit seinem Punkteschnitt über die gesamte Saison hinweg wäre Preußen nicht abgestiegen.

Doch auch Hildmanns Vertrag hätte sich nur über den Klassenerhalt automatisch verlängert. Unter der Woche hatte der gebürtige Kaiserslauterer noch versichert, „dass ich mir nichts mehr wünschen würde, als meine Arbeit hier in Münster weiterzuführen.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7477844?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509832%2F2198364%2F
Nach Reitstallbrand: 15.000-Euro-Belohnung ausgelobt
Vor einer Pferdebox erinnert ein Strauß mit weißen Rosen an die verstorbenen Pferde. Foto: Louis Ruthe
Nachrichten-Ticker