FLVW-Präsident Walaschewski kritisiert Landesregierung – Saison soll abgebrochen werden „Voreilig und hochriskant“

Paderborn (WB/pk). Die Saison wird abgebrochen, der aktuelle Tabellenführer sowie der Herbstmeister steigen auf, Absteiger gibt es keine, bei einer unterschiedlichen Anzahl absolvierter Spiele greift eine Quotientenregelung: Diese Empfehlung hat der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) dem Präsidium am vergangenen Mittwoch vorgelegt. Das Präsidium ist dem einstimmig gefolgt, jetzt muss ein Außerordentlicher Verbandstag im Juni endgültig entscheiden. So weit, so gut.

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen zeigt den geplanten Lockerungsmaßnahmen der NRW-Landesregierung die rote Karte. Die Fußballsaison im Amateurbereich soll entgegen des Erlasses nicht fortgesetzt werden.
Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen zeigt den geplanten Lockerungsmaßnahmen der NRW-Landesregierung die rote Karte. Die Fußballsaison im Amateurbereich soll entgegen des Erlasses nicht fortgesetzt werden. Foto: dpa

Wie der FLVW nun am Freitag mitteilte, hat sich daran trotz der geplanten Lockerungsmaßnahmen der NRW-Landesregierung nichts geändert. Laut diesem Erlass ist Kontaktsport im Freien vom 30. Mai an wieder möglich und auch Wettspiele sollen gestattet sein.

Das hieße: Die Fußballsaison im Amateurbereich könnte doch noch fortgesetzt werden. Wird sie aber nicht, wie die Spitze des FLVW sehr deutlich machte. „Ich war von dieser weitgehenden Öffnung des Sportbetriebs völlig überrascht. Wohl niemand hat ernsthaft damit gerechnet. Für mich fühlt es sich an, wie ein öffentlich stattfindender Öffnungs-Überbietungswettbewerb. Was sich spontan als frohe Botschaft ausgibt, entpuppt sich bei gründlichem Überdenken aus meiner Sicht als voreilig, unausgegoren und hochriskant. Deshalb halten wir an der Empfehlung des VFA fest“, wird Gundolf Walaschewski in einer Pressemitteilung zitiert.

„Vor dem 1. September geht nichts“

Der FLVW-Präsident sieht einen ganzen Katalog von Fragen bezüglich Sportstätten, Haftung, Hygiene und mehr unbeantwortet und erklärt: „So gesehen wirft die Mitteilung der Landesregierung für unseren Fußballverband mehr Probleme auf, als sie löst. Wir haben die Pflicht, aus Verantwortung für die Spieler, die Trainer und Betreuer, die Familien, die Zuschauer das Risiko gegen Null zu fahren. Ich kann jeden Spieler verstehen, der nicht spielen will, und jede Mannschaft, der das Risiko zu groß ist.“

Die Videokonferenz mit den Vorsitzenden aller 29 FLVW-Kreise hat am Donnerstag beschlossen, dass ein geordneter Spielbetrieb nicht gewährleistet sei. Weder zeitlich, noch tatsächlich. Das gilt für die Saison 2019/2020 und aktuell auch noch für die folgende Spielzeit, von der momentan niemand weiß, ob und wann sie beginnen kann. Der Paderborner Manfred Schnieders, Vize-Präsident für den Amateurfußball, sagte auf Anfrage dieser Zeitung: „Vor dem 1. September geht nichts. Alles andere ist völlig unrealistisch und damit auch eine Saisonfortsetzung. Das würde uns ins absolute Chaos stürzen.“

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