Ärger um die Eintrittskarten: Wie der SC Verl RWE-Boss Uhlig auf die Palme bringt
Scharmützel vor dem Spitzenspiel

Verl (WB). Drei Wochen vor ihrem Spitzenduell in der Fußball-Regionalliga West (Samstag, 21. März) liefern sich der SC Verl und Rot-Weiß Essen bereits einen verbalen Vorab-Schlagabtausch. Grund ist die Ticketvergabe. Fans der Essener hatten sich zuletzt hundertfach im Online-Ticketshop der Verler mit Eintrittskarten eingedeckt. Dem hat der SCV nun einen Riegel vorgeschoben. Und mit einer begleitenden Erklärung, die „Reviersport“ auf seiner Internetseite veröffentlicht hat, gleichzeitig den Vorstand des Konkurrenten brüskiert.

Sonntag, 01.03.2020, 18:11 Uhr aktualisiert: 01.03.2020, 18:14 Uhr
Die RWE-Fans sind reisefreudig. Circa 2000 werden zum Spiel in Verl erwartet. Das sorgt zwischen den Klubchefs für Spannungen. Foto: Thomas F. Starke

In der Erklärung der Verler heißt es: „Der Sportclub Verl steht für faire und sportliche Bedingungen. Egal, welche Vereinsfarben der Fan unterstützt. Diese wurden von einigen wenigen Essen-Fans jedoch bewusst gezielt missachtet und umgangen. Daher mussten wir als Verein die Entscheidung treffen, den Online-Ticket-Verkauf sofort zu stoppen.“

Kritik am Tonfall aus Verl

Marcus Uhlig, RWE-Vorstand, hat für den Tonfall wenig bis gar kein Verständnis. Der 49-Jährige kann nicht erkennen, an welchem Punkt die RWE-Anhänger Bedingungen missachtet hätten. Die Karten seien für jedermann zugänglich gewesen. Die Essener Fans hätten das für sich genutzt.

1400 der einsgesamt 5153 zur Verfügung stehenden Karten haben die Essener für ihre Anhänger bekommen. Weitere 400 RWE-Fans haben sich im Verler Ticketshop bedient. „Wir könnten sicher 2000 bis 2500 Tickets an unsere Fans verkaufen“, sagt Uhlig.

Weiter heißt es in dem Verler Statement: „Personen, die entweder eindeutig, oder aber erst nach auffälligem Verhalten als Gastfan zu erkennen sind, werden vom Ordnungsdienst entweder aus dem Stadion, oder falls noch ausreichend Platz vorhanden, in den Gästebereich gebracht. Wir weisen als Verein explizit darauf hin, dass die Sportclub Arena über eine Videoüberwachung verfügt und Vergehen mit Nachdruck verfolgt werden.”

Uhlig sieht „Vorverurteilung” der Essener Fans

Uhlig hat dafür kein Verständnis. Er sagt: „Ich empfinde das als Drohung.“ Der Funktionär spricht von einer „absoluten Unverschämtheit. Das ist eine pauschale Vorverurteilung unserer Fans.” Es werde „ein völlig unnötiges und unverständliches Bedrohungsszenario skizziert“. Das Schreiben der Verler wertet er als „Provokation“.

Verls Vorsitzender Raimund Bertels kontert die Vorwürfe. Er sagt: „Ich nehme das den Essenern gar nicht übel, die stehen mehr unter Druck als wir.“ Und: „Vor so einem Spitzenspiel gehört ein Scharmützel wie dieses doch irgendwie dazu.“ Der 52-Jährige wirbt für den verhängten Verkaufsstopp um Verständnis: „Wir möchten die Karten einfach nur gerne an unsere Fans abgeben.“ Im Schnitt kommen allerdings nur gut 1000 Besucher zu den Heimspielen des SCV.

Angeblich nicht um Gespräch gebeten

Uhlig bemängelt, dass die Verler im Vorfeld nicht das Gespräch mit RWE gesucht haben. „Wenn in Verl Sorgen um die Sicherheit bestehen, hätten wir sogar eigene Ordner mitbringen können. Man hätte sich nur mal mit uns in Verbindung setzten müssen.“ Er frage sich „wirklich, wie die Verler alle zwei Wochen in der 3. Liga ihre Heimspiele bewerkstelligen wollen. Da ist so ein Zuschauerinteresse alle zwei Wochen Standard.“

Dazu Bertels: „Wir müssen dazu lernen, das gebe ich zu. Aber da macht Marcus Uhlig es sich ein bisschen zu einfach.“ Bertels wolle ihm vor dem Spiel am 21. März dennoch die Hand reichen. Er sagt: „Wir achten und schätzen uns. Diese Geschichte wird unser Verhältnis nicht nachhaltig belasten.“

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