Nach dem Pokal-Aus: Wie Verls Klubchef Bertels Capretti aufbaute – Trainervertrag läuft bis 2021
„Du bist noch nicht fertig“

Verl (WB). Auch Thomas Broich staunte nicht schlecht. „Das waren erschwerte Bedingungen für Berlin. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so einen Acker gesehen habe“, sagte der ARD-Experte im Anschluss an den Bericht der DFB-Pokalpartie zwischen dem SC Verl und Union Berlin (0:1) am späten Mittwochabend in der Sportschau.

Freitag, 07.02.2020, 05:30 Uhr
Trainer Guerino Capretti (links) stellt seine Spieler ein, auch Klubchef Raimund Bertels hört aufmerksam zu Foto: Starke

Aus 16 Metern humorlos in den Knick

Doch weder für ihren Platz noch für ihre Leistung mussten sich die Verler entschuldigen. Ob die, nun ja, herausfordernden Bedingungen in der Sportclub-Arena Teil des Schlachtplans des Regionalligisten gewesen sind oder ob auch die Verler lieber auf einem glatteren Geläuf gespielt hätten, ist nun ohnehin egal. Der SCV ist raus aus dem Wettbewerb, weil Unions Robert Andrich wenige Minuten vor dem Ende einen derart präzisen Schuss abfeuerte, wie er ihm vermutlich nicht mehr ganz so oft in seiner Laufbahn glücken wird: aus 16 Metern humorlos in den Knick. „Das war ein überragendes Gefühl – vor allem wenn dann auch noch die Kurve von Union dahinter ist“, sagte Andrich, der in der Tat nicht weit laufen musste, um sich vom Anhang feiern zu lassen.

Klubboss Bertels als Aufbauhelfer

„Wir hatten auf die Verlängerung gehofft. Dass das Spiel dann durch so einen Sonntagsschuss entschieden wird, tut weh“, sagte Raimund Bertels. Verls Vorsitzender war trotz aller Enttäuschung dennoch derjenige, der sich unmittelbar nach Spielende sofort als Aufbauhelfer verdient machte. Zum Beispiel bei Guerino Capretti, dem Trainer des SCV. „Ich wusste ja nicht, ob ich später am Abend noch mal die Gelegenheit dazu bekommen würde“, erklärte Bertels. „Darum habe ich ihn mir noch auf dem Platz gepackt und ihm gesagt: Rino, du musst stolz darauf sein, was du mit deinen Co-Trainern und der Mannschaft geleistet hast. Das ist sensationell. Du hast den Sportclub Verl auf eine andere Stufe gehoben – und du bist ja noch nicht fertig. Du hast einen Vertrag und willst aufsteigen. Ich weiß, dass das noch ein bisschen dauern wird, aber irgendwann wirst du dir sagen: Geil, du hast hier was aufgebaut, das ist dein Verdienst.“

Coach Capretti: sein Vertrag läuft bis 2021

Bertels, 52, war selbst Trainer, ist seit einer gefühlten Ewigkeit im Fußball unterwegs und weiß ganz genau, dass Capretti (Vertrag beim SCV bis 2021) sich in der laufenden Pokal- und Regionalligasaison – Verl ist Tabellenzweiter – auch für andere Klubs interessant gemacht haben dürfte. Der 38 Jahre alte Deutsch-Italiener, der als Lehrer für Sport, Religion und Mathematik an der Gütersloher Geschwister-Scholl-Realschule ar­beitet, verfügt über die Trainer-A-Lizenz. Sein nächstes Ziel ist der Fußballlehrer. Damit dürfte er dann auch einen Klub von der 3. Liga aufwärts trainieren.

Samstag in Bonn

Sollte der SC Verl am Saisonende tatsächlich den Sprung nach oben schaffen, wäre der Fußballlehrerschein also auch bei seinem jetzigen Verein vonnöten.

Am Samstag gastiert Verl zum Punktspiel beim Bonner SC. „Das ist jetzt die große Herausforderung: Die Mannschaft für das Spiel schnell wieder aufzurichten“, betonte Bertels. Doch wenn er das einem zutraut, dann Capretti.

Die Fotos vom Verler DFB-Pokal-Highlight

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