Biathlon-Weltcup
Kein Grübeln: Schempp will in Oberhof zurück zu alter Stärke

Simon Schempp war jahrelang der beste deutsche Biathlet und gab im Team den Takt vor. Doch der Weltmeister erlebt neben Hochs auch viele Tiefen. So auch diese Saison. Er will endlich raus aus der Spirale des Zweifelns.

Donnerstag, 09.01.2020, 13:57 Uhr aktualisiert: 09.01.2020, 14:00 Uhr
Will zurück in die Erfolgsspur: Biathlet Simon Schempp. Foto: Hendrik Schmidt

Oberhof (dpa) - Mit dem Grübeln soll endlich Schluss sein. Nach einem schwierigen Saisonstart sehnt Simon Schempp den Leistungsschub herbei, auf den er mit Blick auf die WM in Antholz so sehr hofft. Und den er auch braucht.

Im Südtiroler Biathlon-Mekka feierte Schempp fünf seiner zwölf Weltcupsiege, doch in der Dezember-Form würde der viele Jahre beste deutsche Skijäger vom 13. bis 23. Februar nicht um die Medaillen mitkämpfen können. «Es ist noch viel zu tun, es darf definitiv noch deutlich aufwärts gehen», sagte Schempp vor dem Start in den Heim-Weltcup in Oberhof.

Im Sprint am Freitag (14.30 Uhr/ARD und Eurosport) will der 31-Jährige sein bisher bestes Ergebnis als Verfolgungszehnter von Le Grand-Bornand bestätigen oder verbessern, und damit die WM-Norm knacken. Die haben bisher nur Frankreich-Sprintsieger Benedikt Doll, der für den bisher einzigen deutschen Podestplatz sorgte, Olympiasieger Arnd Peiffer und Johannes Kühn in der Tasche. «Das steht auf meiner To-do-Liste, was ich im Januar abhaken möchte», sagte Schempp, der sich über den Jahreswechsel eine Erkältung zugezogen hatte, leicht verschnupft.

Der viermalige Weltmeister erlebt wieder mal eine schwierige Saison. In der Vorsaison war er im Januar in Oberhof aus dem Wettkampfbetrieb ausgestiegen, verzichtete auf die WM in Östersund und trainierte mehrere Monate gar nicht. Im Sommer gewann er dann alle deutschen Einzelmeistertitel und schaffte die Rückkehr ins Weltcup-Team. Doch anders als erwartet, stimmten die Leistungen bei dem Uhinger nicht.

Und dann beginnt bei Schempp das Kopf-Karussell. Ob er will oder nicht. «Ich bin einer, der sehr ins Grübeln kommt. Man wird sehr nachdenklich», bekannte der Olympia-Zweite im Massenstart von 2018. Seit Jahren arbeitet er mit einem Mentaltrainer zusammen, so auch jetzt. «Ich hoffe, dass ich besser in Schwung komme und es den erhofften Leistungsanstieg gibt», sagte Schempp, der sich an seine besten Zeiten erinnerte und wieder auf die Trainingsmethoden von damals mit mehr Umfängen zurückgreift. In der Hoffnung auf Erfolg.

Nicht in Oberhof dabei ist Erik Lesser. Wegen Formschwäche, auch bedingt durch gesundheitliche Probleme, läuft der jahrelange Staffel-Startläufer jetzt im zweitklassigen IBU-Cup. Schempp hofft, dass Lesser es noch bis zur WM schafft: «Gerade bei Großereignissen ist es wichtig, wenn man viel Erfahrung. Es wäre ein großer Vorteil, wenn er dabei ist und sich zurückkämpfen kann.»

Bundestrainer Mark Kirchner fiel die Entscheidung schwer und leicht zugleich. Es zähle schließlich nur die Leistung. Sein Schützling, der erst seit 30. Dezember wieder voll trainiert, habe die Entscheidung als fairer Sportsmann angenommen. Lesser muss in Osrblie Leistungen liefern, betonte Kirchner. Mit Blick auf eine Rückkehr ins Weltcup-Team gebe es keine großen Versprechungen von seiner Seite. Bei einer Entscheidung pro oder contra Lesser sind auch die Leistungen von Lesser-Nachrücker Lucas Fratzscher entscheidend, «um dann die beste und fairste Entscheidung für die Athleten zu treffen.»

Der 25-jährige Fratzscher, Trainingskollege von Lesser in Oberhof, führt den IBU-Cup an und hat sich den Weltcup-Start verdient, so Kirchner. Fratzscher, Roman Rees (26), Philipp Nawrath (26), Philipp Horn (25) seien die Athleten, «auf die wir uns in den nächsten Jahren konzentrieren werden», sagte Kirchner.

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