Vierschanzentournee
Schmitt bis Kasai: Was machen die Skisprung-Helden heute?

Auf den Skisprungschanzen gewannen sie früher Titel und brachen Rekorde. Ihrer Sport-Leidenschaft gehen die früheren Helden meist heute noch nach. Doch was machen Schmitt, Hannawald und Co. genau?

Samstag, 04.01.2020, 07:27 Uhr aktualisiert: 04.01.2020, 07:32 Uhr
Arbeitet inzwischen als Talentscout beim Deutschen Skiverband und analysiert die Weltcup-Szene als TV-Experte: Martin Schmitt. Foto: Patrick Seeger

Innsbruck (dpa) - Ryoyu Kobayashi, Markus Eisenbichler und Karl Geiger heißen die Stars bei der 68. Vierschanzentournee der Skispringer. Früher zogen Martin Schmitt, Sven Hannawald und Co. tausende Fans in ihren Bann - und an die Schanzen.

Was ist aus den Helden von früher nach ihrem Karriereende geworden? Eine Übersicht.

MARTIN SCHMITT: Der Gesamtweltcup-Gewinner und Team-Olympiasieger von 2002 arbeitet inzwischen als Talentscout beim Deutschen Skiverband (DSV) und analysiert die Weltcup-Szene als Experte für den TV-Sender Eurosport. Mit seiner enormen Fachkenntnis und seiner strukturierten Art wirkt er wie der zukünftige Bundestrainer. Derartige Ambitionen hat Schmitt aber aktuell nicht, der 41-Jährige ist zufrieden als Talentsucher: «Momentan bin ich sehr happy mit dieser Aufgabe, und mir macht das sehr viel Spaß», sagte er.

ADAM MALYSZ: Vom Überflieger an der Schanze wurde der Pole zum Manager für die Schanze. Beim polnischen Skiverband arbeitet der 42-Jährige als Sportdirektor und begleitete unter anderem Kamil Stochs Triumphe bei Tournee und Olympia. Als Stoch im Januar 2018 den zweiten Tournee-Vierfachsieg nach Sven Hannawald perfekt machte, marschierte Malysz mit einer riesigen Flasche Champagner ins Pressezentrum.

SVEN HANNAWALD: Der 45-Jährige ist der bis dato letzte deutsche Vierschanzentournee-Sieger. Dem Skispringen ist er nach wie vor verbunden - und zwar als Co-Kommentator und Experte vor der Kamera bei Eurosport. Ein Trainerjob kommt für ihn nicht infrage. «Ich würde die Gefahr sehen, dass ich gesundheitlich wieder dort landen würde, wo ich nicht mehr hin möchte. Ein Burnout reicht mir», hatte er der «Sport Bild» gesagt. Der Leistungsdruck hatte Hannawald in seiner aktiven Laufbahn psychisch enorm zu schaffen gemacht.

ANDREAS GOLDBERGER: Der «Goldi» aus Oberösterreich war schon als Aktiver ein Entertainer, daran hat sich nichts geändert. Mit seinen 47 Jahren analysiert er noch immer im ORF oder stürzt sich mit einer Helmkamera von der Schanze, um den Fernsehzuschauern die Faszination Skispringen näherzubringen. In der ARD-Sendung «Klein gegen Groß» trat Goldberger jüngst gegen eine 11-Jährige an, die Aufgabe lautete: Wer schafft innerhalb einer Minute mehr Seilsprünge auf einem Balancebrett?

DIETER THOMA: Auch mit 50 Jahren und lange nach seiner aktiven Karriere bezeichnet Thoma das Skispringen immer noch als seine «zweite Familie» und sieht sich in seiner Rolle als ARD-Experte als Dienstleister. «Jeder, der dem Skispringen erhalten bleibt, ist dem Sport eine Hilfe», sagte der Tourneesieger von 1990 in einem Interview der «Funke Mediengruppe» - auch mit Bezug auf Schmitt und Hannawald.

NORIAKI KASAI: Oh, der hat ja noch gar nicht aufgehört. Der bei Fans und Springern beliebte Japaner war schon vor über zwei Jahrzehnten einer von Thomas Konkurrenten in vielen Wettkämpfen und kriegt einfach nicht genug. Auch mit 47 Jahren ist er im Weltcup nach wie vor dabei. Bei der Vierschanzentournee startet Kasai allerdings in diesem Winter zum ersten Mal seit 25 Jahren nicht. Er wurde aus Leistungsgründen nicht nominiert.

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