Katusha-Alpecin fährt mit bescheidenen Ambitionen zur Tour
Politt soll es richten

Bielefeld (WB). Es rollte in diesem Jahr bislang nicht so recht beim Team Katusha-Alpecin. Der zu einem beachtlichen Teil aus Bielefeld mitfinanzierte Rennstall mit Schweizer Lizenz fährt auch 2019 noch den eigenen Ansprüchen hinterher.

Samstag, 06.07.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 06.07.2019, 10:08 Uhr
Profil geschärft: Nils Politt hat sich im Frühjahr hervorgetan und gilt nun bei Katusha-Alpecin als Kandidat für einen Etappensieg. Foto: Alpecin

Mit Topsprinter Marcel Kittel verlor die internationale Auswahl auf dem Weg zur Tour ausgerechnet jenen Sprinter, der in Frankreich zumindest auf den Zielgeraden vorausfahren sollte. Wegen Burnout-Symptomen bat der gebürtige Thüringer, der mit 14 Etappensiegen so oft wie kein anderer Deutscher bei der Tour als Erster im Ziel war, Anfang Mai um die Vertragsauflösung. Seitdem hält er sich dem Radsport fern. Kittel war die Karte, die für Katusha-Alpecin bei der 106. Tour stechen sollte. Fast alles war darauf ausgelegt. So war mit Erik Zabel nach Verbüßung einer Dopingsperre eigens der frühere deutsche Vorzeigesprinter als Performance-Direktor geholt worden, um den Katusha-Sprintzug wieder auf Touren zu bringen.

»Plan P«

Statt »Plan Kittel« soll nun in Frankreich »Plan P« greifen. P wie Politt. Der Kölner Nils Politt hat 2019 von allen Fahrern des Teams die größten Fortschritte gemacht. Mit seinem zweiten Platz beim Klassiker Paris-Roubaix und dem fünften bei der nicht minder prestigeträchtigen Flandern-Rundfahrt rettete der 25-Jährige seiner Mannschaft die Frühjahrsbilanz. Damit schärfte Politt zugleich sein eigenes Profil als Profi. Vor seiner dritten Tourteilnahme träumt er mehr denn je vom ersten Etappensieg. Dennoch will der Kölner in jeder Rennsituation locker bleiben: »Ich mache mir keinen Druck. Das hat im Frühjahr ja auch schon gut geklappt.« Gegenüber der ARD kündigte Politt an: »Klar, ich werde auf Etappenjagd gehen: Das Team muss offensiv fahren und die Chancen nehmen. Etwas anderes bleibt uns ja auch nicht übrig.«

Offene Aufgabenverteilung

Damit spielte Politt, der seine Chance voraussichtlich auf hügeligem und damit für Sprinter zu anspruchsvollem Terrain suchen wird, auf die ohne Kittel offene Aufgabenverteilung im Team an. Profitieren könnte davon auch der zweite Deutsche im Team, Zabels Sohn Rick. Der 25-Jährige soll zwar in erster Linie den Sprinter Jens Debusschere (Belgien) unterstützen. Aber falls sich ihm eine Chance bietet, bekommt auch Zabel junior freie Fahrt.

Kapitän der Mannschaft ist der Russe Ilnur Zakarin. Der 29-Jährige gilt als Katusha-Alpecins Mann für das Gesamtklassement. Beim Giro konnte er dieses Versprechen nicht ganz einlösen.

Zakarin holte zwar auf der anspruchsvollen 13. Etappe am Lago Serrù den bislang wichtigsten Sieg des Jahres für sein Team. Doch den damit eroberten dritten Platz musste er aber auf dem Weg ins Ziel in Verona wieder abgeben. Dort kam er als Zehnter der Gesamtwertung an.

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