Hermannslauf: Rannacher, Bossow, Strate und Volkmann sind favorisiert Schnelles Quartett

Bielefeld (WB). Nach dem Osterlauf ist vor dem Hermannslauf. Bereits am Sonntag steigt mit der 48. Auflage des Teuto­klassikers das nächste läuferische Großereignis in der Region. Ein starkes Quartett ist bei den Frauen favorisiert. Alle vier haben den Osterlauf ausgelassen und sich auf den Hermann konzentriert.

Von Hans Peter Tipp
Ein starkes Quartett ist bei den Frauen favorisiert: Neben Debütantin Michelle Rannacher (links) starten Stephanie Strate (kleines Foto oben), Jessica Volkmann (kleines Foto unten) und Franziska Bossow mit guten Erfolgsaussichten.
Ein starkes Quartett ist bei den Frauen favorisiert: Neben Debütantin Michelle Rannacher (links) starten Stephanie Strate (kleines Foto oben), Jessica Volkmann (kleines Foto unten) und Franziska Bossow mit guten Erfolgsaussichten. Foto: Feicht, Schwabe (2), Schmedtlevin

Franziska Bossow (TSVE Bielefeld), Michelle Rannacher (DJK Gütersloh), Stephanie Strate (SV Brackwede) und Jessica Volkmann (Teilzeitläufer Bielefeld) – hier in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet – eint jedoch mehr, als dass sie am kommenden Sonntag nach 31,1 Kilometern vor allen anderen an der Sparrenburg (Start: 11 Uhr am Hermannsdenkmal) erwartet werden.

Spaß am Laufen als Antrieb

Es ist der Spaß am Laufen im Allgemeinen und am Hermann im Besonderen, der die jungen Frauen im Alter von 25 bis 31 Jahren antreibt, und weniger die Aussicht auf Siege. »Es muss mir Spaß machen, und ich muss mich gut fühlen. Sonst ist alles Krampf«, sagt beispielsweise Franziska Bossow (31). »Ich laufe einfach drauflos und will meinen Spaß haben«, betont Michelle Rannacher (25), die Hermannslaufdebütantin und Halbmarathonspezialistin.

Strate schon vier Mal auf dem Podium

Kommt der Spaß, stimmt die Leistung, findet auch Stephanie Strate (27), die vier Mal in Folge als Zweite (2016 und 2017) oder Dritte (2015 und 2018) auf dem Podium stehen durfte und ihre Bestzeit kontinuierlich auf 2:10:51 Stunden gesteigert hat: »Natürlich freue ich mich über einen Platz auf dem Treppchen. Das ist die Krönung bei solch einem Lauf. Aber wenn ich unter 2:10 Stunden im Ziel bin und damit Vierte werde, dann würde mich das mehr freuen, als beispielsweise ohne neue Bestzeit Zweite zu sein.«

Eine Bestzeit hat die Detmolderin, die ihre Wartezeit auf das Referendariat als Lehrerin an der Grundschule in der Senne in Augustdorf überbrückt, in diesem Jahr schon geknackt. In Lissabon steigerte sie sich im Halbmarathon auf 1:21:04. Auch beim Hermann hält sie eine erneute Verbesserung für möglich.

Rannacher auf 21,1 Kilometer aktuell die Schnellste in OWL

Auf 21,1 Kilometern ist Michelle Rannacher mit 1:17:44 Stunden derzeit die Schnellste in Ostwestfalen. Dass der Hermann zehn Kilometer länger ist und sie zum ersten Mal einen Wettkampf auf dieser langen Strecke bestreitet, macht der 25-Jährigen aber keine Angst. »Ich laufe lieber lange Strecken als kurze, und ich laufe lieber im Gelände als auf der Straße«, sagt die Diplom-Ingenieurin für Zierpflanzengartenbau, die im elterlichen Betrieb arbeitet. Außerdem hat die 25-Jährige so oft wie möglich (»Man denkt immer, es ist nicht genug«) im Teuto trainiert.

Kann Bossow ihren Sieg von 2009 wiederholen?

Franziska Bossow ist die einzige Hermannlaufsiegerin aus dem Quartett der Favoritinnen. Kann sie ihren Sieg von 2009, damals in 2:07:26, nach zehn Jahren wiederholen? Im Vorjahr war nur die dieses Mal fehlende Norwegerin Hilde Aders schneller. Bossow hat vor wenigen Wochen ihre 10-Kilometer-Bestzeit um 30 Sekunden verbessert – auf 36:18 Minuten. »Ich fühle mich gut«, sagte Bossow gestern: »So gut das wenige Tage vor dem Lauf geht. Denn jetzt, wo das Training abgeschlossen ist, beginnt das Kopfkino.« Und wenn die Gedanken schon vor dem Lauf um den Lauf kreisen, ist das meistens kein Spaß.

Frühere Handballerin Volkmann ist gut in Tritt

Vierte im Bunde ist die vereinsungebundene Bielefelderin Jessica Volkmann, die 2017 und 2018 Vierte wurde. Die 26 Jahre alte frühere Handballerin des HCE Bad Oeynhausen war vor zwölf Monaten in 2:14:35 mehr als sieben Minuten schneller als im Jahr zuvor.

Die Favoritenbürde möchte keine von Detmold nach Bielefeld schleppen. Auch das eint das schnelle Quartett. »Gegen Michelle habe ich keine Chance, wenn sie gut drauf«, sagt Stephanie Strate: »Und Franzi ist auch ein bisschen stärker als ich. Nur wenn sie einen nicht so guten und ich einen besonders guten Tag erwische, könnte ich vor ihr im Ziel sein.« Und was sagt Franzi: »Gegen Michelle habe ich noch nie gewonnen.« Und was sagt die Gütersloherin: »Ich weiß, dass alle anderen in Topform sind.« Das lässt das spannendste Frauenrennen seit vielen Jahren erwarten.

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