Frühere Gütersloherin heute im DFB-Trikot in Paderborn gegen Japan
Magull genießt ihre Freiheiten

Harsewinkel (WB). Erst steht Lina Magull bei der Pressekonferenz den Journalisten Rede und Antwort, dann präsentiert sie sich noch für ein Video des Deutschen Fußball-Bundes vor der Kamera. Die Mittelfeldspielerin, die von 2010 bis 2012 für den FSV Gütersloh auflief, ist derzeit sehr gefragt.

Dienstag, 09.04.2019, 03:35 Uhr aktualisiert: 09.04.2019, 07:46 Uhr
Lina Magull (24) stieg im Jahr 2012 mit dem FSV Gütersloh in die Bundesliga auf. Heute ist sie 29-fache Nationalspielerin.

Mit einer guten Leistung im heutigen Freundschaftsspiel in der Paderborner Benteler-Arena gegen Japan (16 Uhr/ZDF) will sich die 24-jährige Nationalspielerin ihren endgültigen Platz im 23-köpfigen Aufgebot für die Weltmeisterschaft vom 7. Juni bis 7. Juli in Frankreich sichern. Über die Stationen VfL Wolfsburg und SC Freiburg landete Magull zu Beginn dieser Saison beim FC Bayern München. Mit den Frauen des Rekordmeisters belegt sie in der Bundesliga aktuell Rang zwei und hat noch Chancen auf die Meisterschaft.

Hat das Team erst vor wenigen Monaten übernommen: Martina Voss-Tecklenburg.

Hat das Team erst vor wenigen Monaten übernommen: Martina Voss-Tecklenburg. Foto: dpa

Einen Draht zum FSV Gütersloh, mit dem sie 2012 in die Bundesliga aufstieg, hat sie kaum noch. »Aktuell greift dort eine jüngere Generation an, daher ist der Kontakt nicht mehr wirklich vorhanden«, sagt die 24-Jährige.

Magull debütierte 2015 gegen Russland

Im Jahr 2015 gab Magull gegen Russland ihr Debüt im DFB-Team, mittlerweile hat sie 29 Länderspiele absolviert. Klar, dass sie den Wunsch hat, im DFB-Team eine feste Größe zu werden. »Ich habe das Bedürfnis, Stammspielerin zu sein«, sagt Magull, die zuletzt am Samstag beim 2:1-Sieg in Schweden in der Startelf stand. Die Mittelfeldspielerin, deren Vorbild Lionel Messi ist, übernimmt gern die Rolle der klassischen Spielmacherin. »Ich sehe mich gern auf der Zehner-Position«, sagt Magull.

Seitdem Martina Voss-Tecklenburg das Traineramt übernommen hat, ist diese Rolle in der Nationalmannschaft wieder gefragt. Die 51-Jährige gibt den Offensivkräften Freiheiten, gesteht auch Fehler zu. »Das macht meine Spielweise aus. Es gibt mir mehr Möglichkeiten, um mich in eine gute Position zu bringen oder meine Mitspielerinnen besser einzusetzen«, sagt Magull.

Mit Lena Goeßling aus Löhne kam die mit 33 Jahren älteste Spielerin im Aufgebot in Schweden nicht zum Einsatz. Gegen Japan wird die Abwehrspezialistin bei ihrem Heimspiel in der Region aber auf dem Platz stehen. Voss-Tecklenburg gibt der Olympiasiegerin eine Einsatzgarantie. »Wir wollen allen Innenverteidigerinnen eine Spielmöglichkeit geben«, sagt die Trainerin.

Die Japanerinnen setzen auf Ballbesitzfußball

Gegner Japan, Vize-Weltmeister von 2015, schätzt sie als spielstarke Mannschaft ein, die auf Ballbesitzfußball setzt. Das Team ähnele vom Stil her den Spanierinnen, dem zweiten Gruppengegner der deutschen Frauen bei der Weltmeisterschaft. »Die Frage ist, wie wir dagegen agieren? Man kann sich totlaufen oder dafür sorgen, dass uns das nicht passiert. Wir wollen auf Fehler warten, um diese mit gutem Umschalten auszunutzen«, sagt Voss-Tecklenburg, die das Spiel als letzten Härtetest vor der Nominierung des WM-Kaders am 14. Mai ansieht.

Dann muss sie sich für 23 Spielerinnen entscheiden. Zwar gebe es ein Grundgerüst, aber einige Positionen seien noch offen. »Wir werden uns in den kommenden Wochen mit dem Trainerteam zusammensetzen, und es wird eine intensive Diskussionsrunde geben«, sagt Voss-Tecklenburg und kündigt die »eine oder andere harte Entscheidung« an.

Horst Hrubesch und Oliver Bierhoff im Stadion

Die Nationalspielerinnen haben heute im letzten DFB-Casting noch einmal die Chance, sich der Trainerin zu präsentieren. Spielte die Mannschaft am Samstag in Schweden noch vor 26.000 Zuschauern, sind für den Auftritt in Paderborn erst 4000 Tickets verkauft worden. Angekündigt haben sich aber Vorgänger Horst Hrubesch und DFB-Direktor Oliver Bierhoff. »16 Uhr am Dienstag, das ist für viele natürlich schwierig«, sagt Voss-Tecklenburg.

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