Kölner Staatsanwaltschaft erwirkt Haftbefehl – keine Angaben zum Tatvorwurf
Ex-Boxer Sturm festgenommen – Verbandschef: »Felix tut mir leid«

Köln (dpa). Für Felix Sturm war auf dem Festakt der deutschen Boxbranche ein Platz in der ersten Reihe reserviert. Doch der frühere Weltmeister verbrachte die Nacht im Gefängnis. »Felix tut mir wirklich leid. In den letzten Jahren gab es immer mal wieder Negativschlagzeilen um ihn, die auf den Boxsport zurückfallen«, sagte Thomas Pütz, der Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer am Sonntag, zur Festnahme des fünfmaligen Champions. Sturm war am Freitag nach Angaben der Polizei in Köln festgenommen worden.

Sonntag, 07.04.2019, 15:57 Uhr aktualisiert: 07.04.2019, 16:00 Uhr
Felix Sturm im Jahr 2014, damals Boxweltmeister der IBF im Mittelgewicht, auf einer Pressekonferenz in seinem Gym in Köln. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archiv

Erwirkt hatte den Haftbefehl die Kölner Staatsanwaltschaft, Abteilung Wirtschaftsstrafsachen. Zum Tatvorwurf machte die Polizei keine Angaben. Nach einem Bericht der »Bild am Sonntag« sei die Festnahme bei Sturms Besuch der Fitness-Messe Fibo erfolgt.

Mögliches Comeback

Und das kurz vor einer Gala in München zum 70. Geburtstag des Berufsboxer-Verbands BDB, bei der Sturm am Freitagabend einer der prominenten Gäste sein sollte. Noch am Donnerstag hatte BDB-Präsident Pütz per Mail Kontakt mit Sturm gehabt und ihn eingeladen. Er sollte neben den Klitschko-Brüdern, Dariusz Michalczewski, Axel Schulz und Arthur Abraham ganz vorn im Publikum sitzen. »Er wollte versuchen, das einzurichten, wenn es zeitlich passt«, sagte Pütz.

Der in München wiedergewählte Verbandschef betonte, dass die Unschuldsvermutung gelte, solange Sturm nichts nachgewiesen worden sei. »Aber es werden schon triftige Gründe vorliegen, sonst wäre er nicht festgenommen worden. Wenn die Vorwürfe stimmen, muss er mit der Härte des Gesetzes leben«, sagte der BDB-Präsident.

Bei der Veranstaltung sei auch über ein mögliches Comeback Sturms gesprochen worden. Dabei soll der Supermittelgewichtler gegen Ex-Weltmeister Arthur Abraham antreten. Dieses Duell war in früheren Jahren mehrfach gefordert worden. Dazu gekommen ist es nie. Der 39 Jahre alte Berliner Abraham aus dem Sauerland-Stall hat sein Interesse bereits bekundet. »Wenn es mit diesem Kampf tatsächlich noch etwas werden sollte, dann muss es dieses Jahr gelingen«, sagte Pütz. Wegen der Vorwürfe gegen Sturm hat er jedoch Bedenken.

Dopingvorwürfe

Der inzwischen in Bosnien, der Heimat seiner Eltern, lebende Sturm hatte lange mit Dopingvorwürfen zu kämpfen. Nach dem siegreichen WM-Kampf gegen den Russen Fjodor Tschudinow im Februar 2016 war seine Dopingprobe positiv ausgefallen. Der 40 Jahre alte gebürtige Leverkusener klagte dagegen. Es konnte nicht nachgewiesen werden, dass die Dopingprobe zweifelsfrei von ihm stammte. Es bestand der Verdacht, dass sie auf dem Weg ins Labor vertauscht oder verunreinigt worden war, hieß es.

Im Januar dieses Jahres hatte die 8. Große Strafkammer des Kölner Landgerichts das Hauptverfahren gegen den Boxer aufgegeben, weil kein hinreichender Tatverdacht bestand. Die Staatsanwaltschaft legte Beschwerde ein.

Sturm, der mit Geburtsnamen Adnan Catic heißt, gehörte stilistisch zu den besten deutschen Boxern. Schon als Amateur stach sein Talent heraus, er krönte seine Laufbahn 2000 mit dem Gewinn des EM-Titels im Mittelgewicht. Sturm gewann insgesamt fünf WM-Titel bei verschiedenen Weltverbänden, von seinen 48 Profikämpfen gewann er 40. 2009 trennte er sich von seinem Promoter Klaus-Peter Kohl und machte sich selbstständig mit der Sturm Box-Promotion und einem Gym in Köln. Zudem gab er später bekannt, als Geschäftsmann mit einem Energydrink erfolgreich zu sein.

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