Badminton-DM in Bielefeld: Einzeltitel gehen an Li und Weißkirchen
Seidel besiegt den Meisterschaftsfluch

Bielefeld (WB). Zwei Mal in Folge hatte Marvin Seidel verletzt die Seidensticker Halle verlassen müssen. Bänderriss 2017, Bänderdehnung 2018 – einen nationalen Meistertitel hatte der Saarländer bislang noch nicht nach Hause gebracht. Am Sonntag aber schlug der 23-jährige Doppelexperte in Bielefeld gleich doppelt zu.

Sonntag, 03.02.2019, 18:14 Uhr aktualisiert: 03.02.2019, 18:30 Uhr
Die Badminton-Asse Marvin Seidel und Linda Efler wurden in Bielefeld erstmals deutsche Meister im gemischten Doppel. Foto: Hans Peter Tipp

Mit der gebürtigen Emsdettenerin Linda Efler sicherte sich Seidel zum Auftakt des Finaltages der 67. Badminton-DM mit 22:20, 21:13 gegen Raphael Beck/Isabell Herttrich (Refrath/Bischmisheim) den Titel im gemischten Doppel. »Wir freuen uns riesig, dass wir endlich unseren ersten Titel geholt haben«, sagte die 24-Jährige, die mit ihrem Partner als aktuelle Nummer 23 der Weltrangliste eine der größten deutschen Hoffnungen auf einen Start bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio ist.

»Ich habe die ganze Zeit an die vergangenen Jahre gedacht«, gab Seidel zu Protokoll. Wie groß seine Erleichterung war, belegte die erste Antwort im Siegerinterview, als er nicht den Titel in den Mittelpunkt stellte, sondern die Tatsache, dass er überhaupt antreten konnte: »Ich bin überglücklich, dass ich unverletzt ins Finale gekommen bin.« Einmal auf den Meistergeschmack gekommen, legte Seidel sportlich nach. Im Doppel triumphierte er mit Max Weißkirchen (Bonn-Beuel) 21:12, 21:16 gegen Peter Käsbauer/Oliver Roth (Bischmisheim/Freystadt). Damit dürfte Seidels Bielefeld-Fluch endgültig besiegt sein.

Mein nächstes Ziel ist das Abitur.

Männerfinalist Samuel Hsiao

Auch Efler und Weißkirchen fuhren mit zwei Titeln nach Hause. Die Emsdettenerin behielt mit der Mixedfinalistin Herttrich im Doppel gegen Johanna Goliszewski/Lara Käpplein (Mülheim) mit 21:15, 21:18 die Oberhand. Weißkirchen verteidigte seinen Einzeltitel gegen den Überraschungsfinalisten Samuel Hsiao (Wipperfeld). Der Bonner will nun international angreifen, der 20-jährige Hsiao muss die Schulbank drücken: »Mein nächstes Ziel ist das Abitur.« Mit Yvonne Li stand bei den Frauen ein neues Gesicht oben. Die Vorjahresfinalistin aus Lüdinghausen holte gegen Fabienne Deprez (Langenfeld) mit 21:17, 21:6 ihren ersten DM-Pokal.

Mit fast 5000 Zuschauern waren die deutschen Meisterschaften, die zum 20. Mal in Bielefeld ausgetragen wurden, erneut gut besucht. Auch im kommenden Jahr wird die Badmintonelite wieder zu Gast am Teutoburger Wald sein. Für die Zeit danach hat der lokale DM-Organisator Axel Seemann bereits seinen Hut in den Ring geworfen. »Seine Chancen stehen nicht schlecht«, urteilte Badminton-Präsident Thomas Born. Der Vergabezeitraum von 2021 bis 2025 soll in Kürze ausgeschrieben. Dann will Seemann seine Bewerbung auch offiziell einreichen.

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