Strobel-Vertreter ist bei seinem WM-Debüt auf Anhieb voll da
Tim Suton spielt wie beim TBV Lemgo

Köln/Lemgo (WB). Tim Suton brauchte am Donnerstag nicht lange auf seinen WM-Einsatz zu warten. Bereits in der zwölften Minute schickte Bundestrainer Christian Prokop den Lemgoer, den er nach dem Ausfall seines Spielmachers Martin Strobel flugs nach Köln beordert hatte, auf das Spielfeld.

Mittwoch, 23.01.2019, 23:11 Uhr aktualisiert: 24.01.2019, 15:18 Uhr
Durchsetzungsstark - auch gegen zwei Spanier: Tim Suton vom TBV Lemgo. Foto: dpa

Dort übernahm der 22-Jährige, der alle Lehrgänge mitgemacht hatte und erst kurz vor der Handball-WM gestrichen worden war , ohne Anlaufzeit die Strobel-Rolle. Gleich mit der ersten Wurfaktion gelang Suton sein erster WM-Treffer. Dabei setzte sich der Lemgoer gegen Eduardo Gurbindo so dynamisch durch, wie ihn die Fans in Ostwestfalen-Lippe vom TBV kennen.

Auch die 19.250 Zuschauer in Köln wussten, wer der durchsetzungsstarken Neue im DHB-Trikot war. Das bewiesen sie erneut, als sie nach dem 12:11, das Suton dieses Mal gegen zwei Verteidiger erzielte, dem Hallensprecher mit der Nennung des Nachnamens des Lemgoers in gewohnter Form lautstark aushalfen.

Wir wissen, was er drauf hat.

Teammanager Oliver Roggisch

Nur einmal stand Suton bis zum Seitenwechsel der Pfosten im Weg, aber nach dem dritten Treffer des Lemgoers bei dessen vierten Wurfversuch lächelte der Bundestrainer: Er hatte mit Suton genau den Richtigen nach Köln geholt. »Wir haben nur kurz überlegt, ihn sofort zu nehmen, weil er alle Abläufe kennt und vom Charakter her ein starker Typ ist«, sagte Prokop nach der Partie: »Mich freut es, dass er so nahtlos da reinsticht.«

»Sensationell«, urteilte Ex-Nationalspieler Dominik Klein bereits zur Pause als Experte in der ARD. Teammanager Oliver Roggisch sagte beim Seitenwechsel: »Ich bin nicht überrascht. Wir wissen, was er drauf hat. Er macht seine Sache super, hat in der Abwehr aber noch ein wenig Luft nach oben.« Auch nach der Pause spielte Suton weiter munter mit.

Es war auf jeden Fall ein super Einstand.

Nationalspieler Tim Suton

Seine Tagesbilanz konnte sich sehen lassen: vier Tore bei sechs Würfen in 31:30 Minuten Spielzeit. Suton gab zwei Torvorlagen und leistete sich zwei technische Fehler – alles in allem ein Traumeinstand für jemanden, der bislang die WM-Spiele vor dem Fernseher verfolgt hatte. »Es war auf jeden Fall ein super Einstand«, sagte Suton: »Ich habe mich zwei Tage darauf gefreut. Dass es so gut geklappt hat, war natürlich super.«

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