Rekordmeister müht sich ins DFB-Pokal-Achtelfinale - Meyer trifft für den SVR 1:2 gegen die Bayern: Rödinghausen verpasst Pokal-Sensation

Osnabrück (WB). Das Abenteuer DFB-Pokal ist für den SV Rödinghausen zu Ende. Der Regionalligist hat gegen den FC Bayern München dennoch ein ganz starkes Spiel gezeigt: Am Ende musste sich der krasse Außenseiter nur 1:2 (0:2) geschlagen geben.

Von Tilo Sommer
Rödinghausens Simon Engelmann (rechts) im Zweikampf mit Münchens Nationalspieler Niklas Süle.
Rödinghausens Simon Engelmann (rechts) im Zweikampf mit Münchens Nationalspieler Niklas Süle. Foto: Oliver Schwabe

Eine Fünferkette vor Torwart Niclas Heimann als Absicherung, im defensiven Mittelfeld die beiden Abräumer Fabian Kunze und Franz Pfanne sowie die drei Offensiven Kelvin Lunga, Linus Meyer und Simon Engelmann, die für etwas Entlastung sorgen sollten - mit dieser Formation  wollte SVR-Trainer Enrico Maaßen den Bayern das Leben schwer machen.

Die Münchener,  die auf einige Akteure verzichten mussten, kamen im 4:5:1-System daher und übernahmen von Anpfiff an die Kontrolle. Wer darauf hoffte, dass der krasse Außenseiter lange die Null halten würde, wurde schnell enttäuscht: In der achten Spielminute chippte Rafinha den Ball in den SVR-Strafraum, Renato Sanches tauchte links vor dem Tor auf und legte den Ball in die Mitte - Sandra Wagner musste nur noch einschieben.

Kurz danach rollte der nächste Bayern-Angriff über die linke Seite. Renato Sanches drang in den Strafraum ein und ging nach einem Trikotzupfer von Daniel Flottmann zu Boden - Elfmeter. Thomas Müller blieb cool und verwandelte zum 2:0 für den FCB.

Elfmeter-Pfiffe sorgen für Ärger

23. Minute: Nach Flanke von Wagner ging Leon Goretzka nach Mini-Schubser von Azur Velagic zu Boden - und erneut zeigte Schiedsrichter Timo Gerach (Landau) auf den Punkt. War der erste Elfmeter schon strittig, fiel der zweite in die Kategorie Fehlentscheidung. Diesmal durfte Renato Sanches an. Doch der Portugiese traf nur die Latte, es blieb beim 2:0.

Der Lattentreffer war gewissermaßen ein Wachrüttler für den Regionalligisten, der nun seine stärkste Phase im ersten Durchgang hatte. Zunächst bot sich Engelmann die Chance, doch der Angreifer traf den Ball nicht richtig und brachte das Tor von Manuel Neuer nicht in Gefahr (26.). Nur eine Minute später hatte Kunze dann den ersten Torabschluss für Rödinghausen, doch sein Kopfball ohne Druck war kein Problem für Neuer.

Die Bayern ließen danach keine weiteren Chancen zu, hatten selbst aber auch nicht mehr die hochkarätigen Möglichkeiten auf das dritte Tor.

Blitzstart in Halbzeit zwei

Ohne Wechsel kamen beide Teams aus der Kabine. Enrico Maaßen hatte scheinbar die richtigen Worte gefunden: Rödinghausen startete mit viel Schwung und wurde früh belohnt: Über rechts setzte sich Lunga stark durch und flankte dann scharf vors Tor. Dort war Meyer,  der beim Sieg in der ersten Runde gegen Dresden zum zwischenzeitlichen 1:1 getroffen hatte, schneller als Rafinha und bugsierte den Ball mit dem Knie zum 1:2 ins Tor (50.).

Die Bayern bemühten sich um eine direkte Antwort, ließen aber vor dem Tor die letzte Konsequenz vermissen. So scheiterte Wagner etwa mit einem Abschluss per Hacke (57.) Auf der anderen Seite war dann Neuer rechtzeitig zur Stelle und entschärfte eine Engelmann-Flanke vor dem eingewechselten Björn Schlottke.

Der große Favorit agierte insgesamt in Halbzeit zwei zu statisch. Und wenn dann doch mal ein Ball durchrutschte, war irgendein SVR-Spieler zur Stelle: In der 75. Minute fand Franck Ribery seinen Meister in Torwart Heimann, der den Schuss des Franzosen aus 18 Metern stark um den Pfosten lenkte.

Die letzten Minuten brachen an. Rödinghausen hoffte auf den Lucky Punch. Die Bayern investierten derweil nicht mehr als nötig. Bezeichnet das Bild in der Nachspielzeit: Die Bayern gingen auf Nummer sicher und schlugen die Bälle hinten raus. Doch der Rekordmeister hielt den Gegner vom Tor fern und siegte letztlich knapp. Für Rödinghausen war das Pokal-Märchen zu Ende.

Statistik

SV Rödinghausen: Heimann - Velagic, von Piechowski (71. Kalkan), Flottmann, Wolff, Knystock - F. Kunze, Pfanne - Lunga (58. Schlottke), Meyer (79. Mickels), Engelmann

FC Bayern München: Neuer, Rafinha, Süle, Martinez, Alaba - Thiago (75. Gnabry), Sanches, Goretzka (69. Kimmich), Müller, Ribery (90. Shabani) - Wagner

Schiedsrichter: Timo Gerach (Landau)

Tore: 0:1 Wagner (8.), 0:2 Müller (13./FE), 1:2 Meyer (50.)

Bes. Vorkommnis: Renato Sanches verschießt Foulelfmeter (23.)

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