Elfter Triumph des 38-Jährigen – Berglaufspezialist hält lange mit Sansar – wer sonst?

Bielefeld (WB). Kurz vor dem Ziel an der Sparrenburg war es wie immer: Zwischen den bereits um 8 Uhr gestarteten Wanderern eilte Elias Sansar Richtung Lorbeerkranz. Von einem Konkurrenten war nichts zu sehen.

Von Oliver Kreth
Elias Sansar lächelte, als er Daniel Skakavac mit dem Lorbeerkranz immer näher kam. Fotos: Oliver Schwabe
Elias Sansar lächelte, als er Daniel Skakavac mit dem Lorbeerkranz immer näher kam. Fotos: Oliver Schwabe

 Der »Herminator« rannte die 31,1 Kilometer in 1:45,03 Stunden – eine neue Bestzeit für den 38-Jährigen bei seinem elften Triumph. Entsprechend groß war die Freude bei Sansar: »Das ist mein schönster Sieg beim Hermannslauf. Eine Bestzeit ist immer etwas besonderes.« Und ja, »superstolz« war er auch auf sich.

Denn so souverän es im Finale war, der Titelverteidiger hatte bis zu den Lämershagener Treppen einen hartnäckigen Mitläufer. Thomas Kühlmann (Sansar: »Ich kannte seinen Namen gar nicht«) gab gestern seine Premiere beim Ostwestfalen-Lippe-Klassiker. Der 28-Jährige ist Mitglied der deutschen Nationalmannschaft der Bergläufer, er siegte unter anderem schon beim Rennsteiglauf, gewann Bronze mit dem Team bei der Mannschafts-WM.

Ein Fehler an den Treppen

Doch an den berühmten Treppen machte er, wie viele zuvor, den entscheidenden Fehler im Duell mit dem Seriensieger. Während Routinier Sansar den Weg für die »Weicheier« nahm, also die etwas längere Strecke lief, die außen rum führt, wählte Kühlmann (»Ich wusste vorher, dass Elias außen rum läuft«) die »Hermänner«-Variante und ließ auf den 120 Treppenstufen so viele Körner, dass das Rennen danach eigentlich schon entschieden war. Der Unterlegene gratulierte fair: »Elias ist super gelaufen, also Respekt. Aber ich habe auch gemerkt, dass es die Länge irgendwann macht. Da fehlten mir die Kilometer im Training, deshalb musste ich dann auch abreißen lassen.«

Und es gibt zudem eben doch einen wichtigen Unterschied zwischen Berg- und Hermannslauf. »Ich bin fix und alle. Bergläufe sind doch etwas anderes. Der ›Hermann‹ ist sehr hügelig. Bei Bergläufen geht es nur steil bergauf«, sagte der Mann aus Wernigerode. Ob er sich den »Hermann« noch einmal antun wird, um seine Zeit von 1:47,22 Stunden zu verbessern, ließ der Zweitplatzierte offen. »Es muss in meinen Terminkalender passen.«

»Das kann man genießen«

Immer in seinen Wettbewerbskalender passen wird der Hermannslauf bei Elias Sansar. Weil es eben nicht nur Schweiß, Schmerz und Schinderei ist – sondern weil es auch Spaß macht. »Die letzten vier Kilometer geht es nur bergab. Das kann man genießen. Und dann der Spalier der Zuschauer! Das ist, was man nicht vergisst, was ich nicht vergessen werde. Und wenn man dann noch eine Bestzeit läuft, ist es umso schöner«, schwärmte Sansar gestern in der Nähe der Sparrenburg.

Wie häufig er sich die 31,1 Kilometer einmal im Jahr noch antun will, weiß er nicht. »So was kann man nicht wissen. Dass ist bei Sportlern ja nicht immer so leicht mit den Vorhersagen. Klar ist ja: Die Gesundheit muss mitspielen. Die Gefahr einer Verletzung besteht immer.« Allerdings sagt Sansar auch: »Ich kann mir aber vorstellen, den Hermann noch 20 oder 30 mal zu laufen – auch wenn ich dann sicher nicht immer gewinnen werde.« Schließlich sei es ja sehr angenehm für ihn, nicht einmal ein Auto zu brauchen, um schnell beim Start sein zu können.

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