Kommentar zur WM ohne Italien Ein Schock! Mit Wirkung?

Politische Instabilität, wirtschaftliche Probleme: Das kennen die Italiener seit längerem – und sie ertragen es mit einem gewissen Langmut. Auch sportlich läuft es schon länger nicht mehr in diesem so sportverrückten Land. Der Glanz der Serie A etwa bröckelt gewaltig, die Stadien sogar im Wortsinn, nur die »Alte Dame« aus Turin hübscht die internationale Statistik ein wenig auf. Auch die »Roten« aus Maranello rasen in der Formel 1 schon seit zehn Jahren dem ganz großen Erfolg hinterher. Und jetzt das? Eine WM ohne »la squadra azzurra«!

Von Oliver Kreth
Traurig: Italiens Torwart Gianluigi Buffon (links) und sein Teamkollege Manolo Gabbiadini nach dem Spiel.
Traurig: Italiens Torwart Gianluigi Buffon (links) und sein Teamkollege Manolo Gabbiadini nach dem Spiel. Foto: dpa

Natürlich werden die Italiener das verkraften, sie sind Schlimmeres gewohnt. Außerdem kann so ein Schock ja durchaus eine heilsame Wirkung haben. Neuer Trainer, neue Konzepte (Jugendarbeit), mehr Geld für die Ausbildung: Der Fußball in Italien müsste sich wohl insgesamt radikal ändern, will man perspektivisch wieder beständig die eigenen Landsleute erfreuen.

Fraglich ist, wie lange dieser Schock wirkt und dementsprechend auch konsequent an die Probleme herangegangen wird. Denn, so ist zu fürchten, wahrscheinlich läuft es im italienischen Fußball ähnlich wie in Politik und Wirtschaft: Es wird viel lamentiert, dann werden Interessen sortiert, dann passiert – zu wenig.

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