29:26 gegen Wetzlar – TBV darf weiter vom Klassenerhalt träumen Lemgo lebt noch

Lemgo (WB). Die Hoffnung ist zurück. Der TBV Lemgo hat sich eindrucksvoll im Kampf um den Klassenerhalt zurückgemeldet. Nach fünf Spielen ohne Sieg gelang dem Handball-Bundesligisten am Mittwoch mit 29:26 (15:10) gegen den Tabellensechsten aus Wetzlar ein überlebenswichtiger Erfolg.

Von Hans Peter Tipp
Der TBV Lemgo um Christoph Theuerkauf (fünf Tore) hat gestern einen immens wichtigen Heimsieg gefeiert.
Der TBV Lemgo um Christoph Theuerkauf (fünf Tore) hat gestern einen immens wichtigen Heimsieg gefeiert. Foto: Paul Cohen

Wegen der überraschenden Siege der Konkurrenten aus Stuttgart und Gummersbach bleibt Lemgo als Drittletzter mit dem Rücken zur Wand. Dennoch kann der TBV in den beiden noch ausstehenden Begegnungen – nächsten Mittwoch in Hannover und drei Tage später beim Saisonfinale gegen Gummersbach – den Klassenerhalt erzwingen. »Das war eine Superleistung von uns. Das Wichtigste ist, dass wir alles weiter in der eigenen Hand haben«, sagte der zehnfache Torschütze Patrick Zieker. »Lemgo hat dem riesigen Druck, den sie hatten, standgehalten. Kompliment, das war ein verdienter Sieg«, stellte Gästetrainer Kai Wandschneider fest.

Vor lediglich 4019 Zuschauern, die zu diesem vorletzten Heim-Endspiel um den Klassenerhalt gekommen waren, erwischten die Gastgeber in der Lipperlandhalle einen Auftakt nach Maß. Gegen die Gäste, die seit dem Wochenende keine Chance mehr auf einen Europapokalplatz und noch nie in Lemgo gewonnen hatten, gelang Azat Valiullin nach 27 Sekunden der erste Treffer der Partie. Das 1:0 beflügelte die Hausherren, die erneut ohne etatmäßigen Linkshänder im Rückraum agierten.

Gut eingestellte Abwehr

Lemgos größtes Plus war die gut eingestellte Abwehr, die dem gefürchteten Wetzlarer Rückraum wenig Spielraum ließ. Torwart Piotr Wyszomirski kam ebenfalls gut in die Partie und parierte schon in den ersten sieben Minuten drei Würfe. Schnell hieß es 4:1, ehe Zieker die Initiative ergriff. Mit drei Treffern in Folge sorgte der Linksaußen für eine 7:2-Führung (11. Minute). Nach 15 Minuten führten die Gastgeber 10:4 und hielten den Sechs-Tore-Abstand bis zum 12:6 – Ziekers sechstem Treffer. Wetzlar kam zwar auf 10:13 (27.) heran, doch beim Seitenwechsel lag Lemgo wieder 15:10 vorn.

Aber der so komfortabel erscheinende Vorsprung schmolz nach der Pause schnell dahin. Weil Wetzlars Nationalspieler Philipp Weber jetzt nach Belieben traf, waren die Gäste (36.) beim 15:16 plötzlich auf Tuchfühlung. Kehrmann hatte zuvor bereits mit einer frühen Auszeit reagiert, wenig später gelang Tim Hornke (37.) der erste TBV-Treffer dieses Durchgangs.

»Die Halle zum Kochen gebracht«

Kehrmann ließ nun häufiger mit sieben Feldspielern agieren, und auch dank dieser Maßnahme bekamen die Lipper die Partie wieder in den Griff. In der 49. Minute stellte der überragende Zieker mit dem 23:18 den Pausenabstand wieder her. Der Vorsprung hielt dieses Mal bis zum 25:20 (55.).

Dann wurde es noch mal spannend, weil Lemgo die letzten Minuten in Unterzahl spielen musste. Aber Zieker setzte mit dem 29:25 (60.) den TBV-Schlusspunkt. »Immer wenn man meinte, dass das Spiel noch kippen könne, haben wir es geschafft, noch eine unglaubliche Aktion zu machen. Das hat die Halle zum Kochen gebracht«, sagte Kehrmann. Und so konnte in Lemgo mal wieder lautstark gejubelt werden.

TBV-Tore: Mansson 1, Kogut 3, Theuerkauf 5/2, Hornke 5/1, Suton 4, Valiullin 1, Zieker 10 - HSG-Tore: Björnsen 3, Pöter 1, Weber 15/3, Cavor 3, Kohlbacher, zwar 1 - Zuschauer: 4019

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