20. Spieltag
Kostic lässt Frankfurt von Königsklasse träumen

Frankfurt entwickelt sich zum ernsthaften Kandidaten für die Champions League. Die Eintracht ist in diesem Jahr noch ungeschlagen. Trainer Adi Hütter erlaubt sich den Luxus, Rückkehrer Jovic weiter als Joker einzusetzen.

Sonntag, 07.02.2021, 18:34 Uhr aktualisiert: 07.02.2021, 19:46 Uhr
Die Frankfurter bleiben durch den Sieg in Hoffenheim auf Champions-League-Kurs. Foto: Uwe Anspach

Sinsheim (dpa) - Kaum hatte Eintracht Frankfurt dank eines überragenden Filip Kostic seine famose Erfolgsserie in der Fußball-Bundesliga ausgebaut, rückte auch schon die europäische Königsklasse in den Blickpunkt.

«Wir wollen international spielen. Die Eintracht hat noch nie Champions League gespielt. Das wäre ein Riesentraum, aber das ist noch ein weiter Weg», sagte Abwehrchef Martin Hinteregger nach dem 3:1 (1:0) bei der TSG 1899 Hoffenheim am Sonntag.

Seit neun Spielen ist die Eintracht ungeschlagen und im Jahr 2021 gab es 19 von 21 möglichen Punkten, was in der Tabelle aktuell mit dem vierten Platz belohnt wird. «Wenn die Saison vorbei wäre, wäre es ein absoluter Traum. Aber es sind noch 14 Runden zu spielen», sagte Trainer Adi Hütter beim Pay-TV-Sender Sky und fügte hinzu: «Was ich nicht bremsen werde, ist die Euphorie. Die ist da.»

Nicht zu bremsen ist in erster Linie Kostic, der das 1:0 in Hoffenheim selbst erzielte (15.) und die Tore von Evan Ndicka (62.) und André Silva (64.) vorbereitete. «Immer dieses Niveau zu halten, ist nicht so einfach. Er hat es wieder gefunden. Das hat auch mit der Rückkehr von Luka Jovic zu tun. Das tut ihm gut. Man hat gemerkt, an dem Tag, als Luka da war, hat sich bei Filip einiges bewegt. Er spielt momentan wieder auf einem sehr hohen Level», lobte Hütter.

Dabei ist Jovic noch gar nicht richtig integriert. Hütter will den Top-Torjäger von einst behutsam aufbauen. Die Leihgabe von Real Madrid saß auch bei dessen fünftem Spiel zunächst nur auf der Bank und wurde später eingewechselt. Doch mit seinem serbischen Landsmann Jovic im Team hat Kostic noch mehr Spaß, wie Mitspieler Sebastian Rode erkannte: «Es macht den Eindruck, dass er in der Kabine mehr lacht. Wenn so ein guter Freund zurückkommt, fühlt man sich noch einmal wohler.»

Derart ausgelassen ist die Stimmung bei 1899 Hoffenheim bei weitem nicht, die TSG ist als Zwölfter weiter nur Mittelmaß. Daran änderte auch der zwischenzeitliche Ausgleich von Ihlas Bebou (47.) nichts. «Es ist zu leicht, wie wir das Spiel abschenken. In einer Minute steht es 1:3. Das ist mir zu billig, wie wir die Gegentore kassieren», schimpfte Trainer Sebastian Hoeneß und fügte hinzu: «Wir müssen punkten. Die Situation hat sich nicht verändert. Wir müssen die Dinge klar ansprechen und besser machen.»

Die quirlige Offensivabteilung der Gäste bereitete den Hoffenheimern von Beginn an Schwierigkeiten. Mit präzisen Pässen in die Schnittstellen riss die Eintracht Löcher in die von Kevin Vogt organisierte TSG-Abwehr. Der Routinier bekam in Chris Richards einen neuen Nebenmann an die Seite gestellt: Der 20 Jahre alte US-Nationalspieler war kurz vor Transferschluss vom FC Bayern ausgeliehen worden und durfte gleich von Beginn an ran. «Zuerst war ich ein bisschen nervös, aber nach den ersten Pässen ging es», sagte Richards.

Die frühe Führung der Eintracht lief aber nicht über Richards' Seite. Amin Younes setzte den herausragenden Kostic auf Linksaußen fein in Szene. Der Flügelflitzer - in diesem Moment völlig alleine gelassen von seinem Kumpel und Ex-Eintracht-Profi Mijat Gacinovic - schoss aus spitzem Winkel ein.

Mit der Hereinnahme von Bebou nach der Pause bewies Hoeneß dann ein glückliches Händchen: Der Stürmer tankte sich im gegnerischen Strafraum durch und erzielte fast von derselben Stelle wie Kostic beim ersten Tor den Ausgleich. Dadurch ermutigt erhöhten die Hoffenheimer das Tempo - und hätten durch Ishak Belfodil (52.) beinahe die Führung erzielt.

Doch dann schlug die Eintracht mit zwei Kopfballtoren innerhalb von wenigen Minuten zu. Kostic glänzte dabei beide Male als Vorbereiter, Ndicka und Silva nickten zum 2:1 und 3:1 ein. So waren die Frankfurter gar nicht mehr auf Jovic als Joker angewiesen. Hütter brachte den Angreifer, der in vier Teileinsätzen dreimal getroffen hatte, in der 72. Minute.

© dpa-infocom, dpa:210207-99-340235/4

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