15. Spieltag
Schalke stoppt Negativserie: Hoppe überragt gegen 1899

Ein 19 Jahre alter ehemaliger Regionalliga-Stürmer bewahrt Schalke vor der historischen Negativ-Serie. Matthew Hoppe erzielt drei Tore beim 4:0 gegen Hoffenheim und bekommt ein Sonderlob vom Trainer.

Samstag, 09.01.2021, 19:39 Uhr aktualisiert: 09.01.2021, 19:42 Uhr
Die Schalker Spieler bejubeln das Tor zum 1:0 gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Foto: Guido Kirchner

Gelsenkirchen (dpa) - Nach fast einem Jahr endlich wieder ein Sieg! Dank Dreifach-Torschütze Matthew Hoppe hat der FC Schalke 04 seine historische Negativserie in der Fußball-Bundesliga nach 30 Spielen beendet.

Nach dem ersehnten Befreiungsschlag beim 4:0 (1:0) gegen die TSG 1899 Hoffenheim war Schalkes Trainer Christian Gross hoch zufrieden. «Ich freue mich sehr für die Mannschaft und vor allem für unsere Fans. Mit dem 1:0 hat die Mannschaft noch mehr Selbstvertrauen bekommen. Aber wir wissen auch, dass heute das Glück auf unserer Seite war», sagte der Schweizer nach seinem perfekten Heimdebüt.

Umjubelter Matchwinner am Samstag war der 19 Jahre alte Stürmer Hoppe mit seinen ersten Bundesliga-Toren in der 42., 57. und 63. Spielminute. «Ich habe keine Worte dafür. Das erste Tor war das einfachste, denke ich, es war einfach eine Instinkthandlung», sagte der US-Amerikaner bei Sky. «Man hat gesehen, dass wir 90 Minuten lang gekämpft haben. Das war schön zu sehen. Ich hoffe, das Team kann weiter so kämpfen, zuversichtlich bleiben und die Liga halten.»

Den vierten Treffer steuerte Amine Harit (80.) bei, der die anderen drei Tore vorbereitet hatte. Beide bekamen ein Sonderlob vom Coach: «Hoppe hat einen grandiosen Tag erwischt, den er immer in Erinnerung behalten wird», befand Gross. «Auch Harit hat ein überragendes Spiel gemacht.»

Damit blieb dem Revierclub die Einstellung des Negativrekords von Tasmania Berlin erspart. Die Berliner waren in der Saison 1965/66 insgesamt 31 Spiele nacheinander sieglos geblieben. Mit dem ersten Erfolg seit dem 17. Januar 2020 sendete der Revierclub ein wichtiges Lebenszeichen im Kampf gegen den Abstieg. Gleichwohl bleibt die Situation mit sieben Punkten nach 15 Spieltagen kritisch für die Schalker, die immerhin den letzten Tabellenplatz an den FSV Mainz 05 abgaben. Zu Euphorie sah Gross keinen Anlass: «Uns ist bewusst, dass wir noch knapp 20 schwere Spiele vor uns haben. Auf dieser Leistung wollen wir aufbauen.»

Bei der Hoppe-Gala ging das Bundesliga-Comeback von Sead Kolasinac nach dreieinhalb Jahren fast ein wenig unter. Doch der vom FC Arsenal ausgeliehene Profi durfte sein Team für den verletzten Omar Mascarell gleich als Kapitän auf das Feld führen. Mit seinem körperbetonten Spiel und einigen Vorstößen sorgte Kolasinac für Belebung im Schalker Spiel. Immer wieder wurde er von seinen Mitspielern gesucht und zeigte, dass er die erhoffte Verstärkung ist. «Er hat viel Erfahrung und hilft uns mit seiner Persönlichkeit enorm», sagte Gross.

Die TSG mit Trainer Sebastian Hoeneß verpasste es, den Anschluss ans Mittelfeld herzustellen und für Beruhigung im Umfeld zu sorgen. Hoeneß sprach von einem «skurrilen Ergebnis»: «Wir haben unsere Chancen in der ersten Hälfte leider nicht genutzt. Und in der zweiten Halbzeit haben wir zu kopflos agiert», sagte Hoeneß, der in Ryan Sessegnon und Robert Skov noch weitere Ausfälle verkraften musste, die sich auf insgesamt zwölf summierten.

Nach recht gutem Beginn brachen die Kraichgauer am Ende gegen das bis dato schlechteste Team der Liga völlig ein. Und die wenigen Konterchancen ließ man liegen. Dabei hätte ein Gegenstoß (23.) fast zum Erfolg geführt, doch Schalkes Torhüter Ralf Fährmann konnte bei Ishak Belfodils Schuss in höchster Not per Fußabwehr retten. Fährmann wehrte später auch die Schüsse von Andrej Kramaric und Diadie Samassekou (30.) ab. Am Ende war es vor allem der Schlussmann, der Schalke mit zahlreichen guten Paraden auf Siegkurs hielt. «Wir mussten uns heute auf einen überragenden Torhüter verlassen. Er hat alles gehalten», lobte Gross.

Die erste Schalker Chance hatte Hoppe (14.) nach guter Vorarbeit des spielfreudigen Harit noch vergeben. Doch beim nächsten Versuch klappte es: Über Kolasinac und Harit kam der Ball zum ehemaligen Schalker Regionalliga-Spieler, der TSG-Torhüter Oliver Baumann mit einem schönen Lupfer überwand und sein Premieren-Tor bejubelte. «Schalke hatte heute die Effektivität, die uns fehlte», gestand Hoeneß, der aber auch gegen Bielefeld auf der Bank sitzen dürfte. «Ich spüre das Vertrauen und wir arbeiten gut zusammen. Für uns geht es darum, die schwierige Situation gemeinsam zu meistern.»

© dpa-infocom, dpa:210109-99-956899/6

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