3. Spieltag
Lewandowskis irre Tor-Show - Bayern kämpft Hertha nieder

Trotz einer 2:0-Führung muss der FC Bayern auch gegen Hertha BSC bis zuletzt hart um den Sieg kämpfen. Ein Viererpack von Lewandowski lässt die Münchner jubeln. Das verrückte 4:3 zeigt aber auch erneut den Transfer-Handlungsbedarf. Zahlreiche Namen werden gehandelt.

Sonntag, 04.10.2020, 20:45 Uhr aktualisiert: 04.10.2020, 20:48 Uhr
Münchens Robert Lewandowski bejubelt sein Tor zum 1:0 - und trifft anschließend weitere drei Mal. Foto: Sven Hoppe

München (dpa) - Nach seiner irren Tor-Show schlurfte Robert Lewandowski stolz und abgekämpft in die Arena-Katakomben. Mit seinem Viererpack bewahrte Europas Fußballer des Jahres seinen FC Bayern beim verrückten 4:3 (1:0) gegen Hertha BSC vor dem nächsten Bundesliga-Rückschlag.

«Kompliment an die Mannschaft, was die Mentalität betrifft», sagte Trainer Hansi Flick, der Matchwinner Lewandowski für dessen «einzigartige Qualität» lobte.

Eine Woche nach dem 1:4 bei 1899 Hoffenheim dokumentierte das hochspannende Spiel gegen die Berliner, dass die Münchner ihr strapaziertes Ensemble im turbulenten Transfer-Endspurt weiter verstärken sollten. «Die Art, wie wir Fußball gespielt haben, das wissen wir alle, dass das nicht Bayern-like ist», gab Flick zu. Leon Goretzka urteilte: «In der aktuellen Situation nach den Erfolgen nehmen wir vielleicht ein bisschen zu früh den Fuß vom Gaspedal.»

Lewandowski mit seinem 100. Liga-Treffer in der Allianz Arena (40. Minute) und einem Dreierpack nach der Pause (51./85./90.+2) ließ Flick jubeln. Die mutigen Berliner kamen durch Jhon Cordoba (59.), Matheus Cunha (71.) und Jessic Ngankam (88.) zurück. «Es ist sehr ärgerlich, wie wir es aus der Hand geben, nachdem wir dreimal überragend zurückgekommen sind», sagte Keeper Alexander Schwolow.

Flick konnte sich zudem über die kurz vor Spielbeginn verkündete Verpflichtung des Spaniers Marc Roca von Espanyol Barcelona freuen. In den ausstehenden Stunden vor dem Ende der Wechselfrist an diesem Montag (18.00 Uhr) wollen die Münchner aber noch nachlegen. Der angeblich für neun Millionen Euro verpflichtete defensive Mittelfeldspieler Roca, der einen Fünfjahresvertrag bis 2025 erhält, soll nicht der einzige Zugang im Schlusseinkauf werden. Vor allem ein offensiver Flügelspieler und ein Rechtsverteidiger werden gesucht.

Genau auf diesen Positionen musste Flick gegen die Berliner etwas improvisieren. Linksverteidiger Alphonso Davies spielte diesmal offensiv auf dem Flügel. Hinten rechts durfte der 20-jährige Amerikaner Chris Richards erstmals in der Bundesliga von Beginn an ran. Er war an zwei Lewandowski-Toren beteiligt.

Nach der Hereingabe des vor zwei Jahren verpflichteten und bislang zum Amateurkader zählenden Richards scheiterte Lewandowski mit einem Kopfball am glänzend parierenden Schwolow. Doch über Gnabry kam der Ball erneut zu Lewandowski, der Schwolow mit seinem satten Schuss diesmal keine Chance ließ. Aber auch die Hertha schnupperte an einem Treffer beim Geisterspiel. Immer wieder schaltete das mutige Team von Trainer Bruno Labbadia schnell um - letztlich ohne Erfolg.

Die Bayern legten im zweiten Durchgang schnell nach, doch auch Hertha hatte vorne Durchschlagskraft, wie die drei Treffer gegen eine wackelige Münchner Defensive zeigten. «Sobald wir in Führung sind, haben wir das Gefühl, das läuft schon irgendwie», bemängelte Thomas Müller. Und auch Flick gab zu: «Wir wissen, dass wir in der Defensive besser als Team arbeiten können. Da fehlen aktuell ein paar Prozent.»

Das Hertha-Spiel dokumentierte erneut, dass das Bayern-Ensemble in einem glorreichen und strapaziösen Jahr gut mehr Personal gebrauchen könnte. Viel Zeit haben die Münchner nicht mehr, Last-Minute-Einkäufe oder -Leihgeschäfte werden erwartet. Gerüchte gibt es zuhauf. Andrej Kramaric (1899 Hoffenheim), Callum Hudson-Odoi (FC Chelsea), Bouna Sarr (Olympique Marseille), Eric Maxim Choupo-Moting (vereinslos), Thomas Lemar (Atlético Madrid) und Douglas Costa (Juventus Turin) wurden schon gehandelt. Mario Götze (vereinslos), der auch schon beim Rekordchampion ins Gespräch gebracht worden war, bleibt bei Hertha ein Thema.

© dpa-infocom, dpa:201004-99-823337/4

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