3. Spieltag
Unentschieden: FC Augsburg verpasst Sprung auf Platz eins

Der FC Augsburg stürmt zwar nicht an die Tabellenspitze, bleibt aber in dieser Saison ungeschlagen. Wolfsburg hat mehr vom Spiel, doch unverdient ist der Punktgewinn der bayerischen Schwaben nicht.

Sonntag, 04.10.2020, 18:26 Uhr aktualisiert: 04.10.2020, 18:28 Uhr
Wolfsburgs Maximilian Arnold (l) kämpft mit Augsburgs Rani Khedira um den Ball. Foto: Swen Pförtner

Wolfsburg (dpa) - Mit seinem ersten Spiel als Bundesliga-Trainer war Iraklis Metaxas zufrieden. Der FC Augsburg verpasste mit dem 0:0 beim VfL Wolfsburg zwar die große Chance, zum ersten Mal in seiner Geschichte auf Platz eins der Fußball-Bundesliga zu springen.

Doch der Vertreter des erkrankten Heiko Herrlich sagte danach trotzdem ohne jede Einschränkung: «Mit dem Saisonstart sind wir sehr zufrieden. Wir haben inklusive des Pokalspiels jetzt vier Mal nicht verloren. Darauf können wir aufbauen.»

Der FCA geht jetzt mit sieben Punkten und nur einen Platz hinter dem Champions-League-Teilnehmer RB Leipzig in die Länderspiel-Pause. Für einen Abstiegskandidaten der vergangenen zwei Jahre ist das immer noch ein mehr als respektabler Zwischenschritt.

Nur auf eines legte der 53-jährige Metaxas am Sonntag wert: «Ich bin kein Cheftrainer, sondern Assistenztrainer. Ich habe heute nur Heiko Herrlich vertreten.» Der frühere Nationalspieler war am Freitag mit einem Pneumothorax ins Krankenhaus eingeliefert worden. Bei diesem Krankheitsbild sammelt sich Luft in dem Raum zwischen Lunge und Brustwand. «Er hört sich wieder richtig gut an. Man spürt, dass es ihm fast schon etwas langweilig ist», sagte der Augsburger Manager Stefan Reuter am Sonntag in einem «Sky»-Interview.

Auch bei den Wolfsburgern war die Vorbereitung auf dieses Spiel erheblich beeinträchtig gewesen. Dem VfL fehlte nicht nur der Schweizer Nationalspieler Renato Steffen nach einem positiven Corona-Test. Die Mannschaft musste auch noch in weniger als drei Tagen ihr bitteres Scheitern in der Europa-League-Qualifikation verdauen, das sie am Donnerstagabend bei AEK Athen erst in der letzten Minute er Nachspielzeit ereilte.

«Nach dieser bitteren Niederlage hatten wir uns vorgenommen die drei Punkte unbedingt in Wolfsburg zu behalten. Mit dem Willen, den die Mannschaft gezeigt hat, war ich absolut einverstanden», sagte Wolfsburgs Sportdirektor Marcel Schäfer. Ähnlich sah es VfL-Coach Oliver Glasner: «Wir alle sind mit dem Ergebnis nicht zufrieden, aber mit der Leistung bin ich sehr einverstanden. Uns hat heute nur das Tor gefehlt, um dieses Spiel zu gewinnen.» So muss der VfL weiter auf den ersten Heimsieg seit dem 23. Februar gegen Mainz 05 warten.

In einem sehr engagierten und intensiven Spiel mit vielen Chancen waren den Wolfsburgern die enormen Belastungen für Körper und Geist kaum anzumerken. Sie zogen lange Zeit ein schnelles und gefährliches Flügelspiel auf. Schon in der sechsten Minute scheiterte Wout Weghorst an FCA-Torwart Rafal Gikiewicz. 20 Minuten später wurde im Stadion sogar schon laut und ausgiebig gejubelt, weil Josip Brekalo einen weiteren Angriff über die linke Seite zum vermeintlichen 1:0 abschloss (26.). Doch der Videobeweis ergab, dass Wout Weghorst kurz zuvor als Ballverteiler um Millimeter im Abseits gestanden hatte.

Nach der Pause gingen dem VfL etwas die Kräfte aus. Die beste Chance vergab Admir Mehmedi (52.) Trainer Glasner reagierte darauf, indem er in 72. Minute erstmals Ridle Baku einwechselte, der am Donnerstag für zehn Millionen Euro von Mainz 05 verpflichtet worden war. Der zweite Neuzugang Maximilian Philipp stand noch nicht im Kader. Ein weiterer Spieler soll am letzten Tag der Transferfrist nicht mehr kommen. Das stellte Sportchef Jörg Schmadtke genauso klar, wie er einen Verkauf von Torjäger Weghorst ausschloss.

© dpa-infocom, dpa:201004-99-821861/5

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