Bundesliga
Schalke patzt und lässt gegen Paderborn Punkte

Eine turbulente Woche endet für den Schalke bitter. Zum dritten Mal in der Saison lassen die Königsblauen gegen einen Abstiegskandidaten Punkte liegen. Zudem drückt die personelle Situation aufs Gemüt. Gegen Paderborn verletzt sich wieder ein Leistungsträger.

Samstag, 08.02.2020, 18:59 Uhr aktualisiert: 08.02.2020, 19:02 Uhr
Schalkes Weston McKennie (M) und Paderborns Sebastian Schonlau versuchen an den Ball zu kommen. Foto: Rolf Vennenbernd

Gelsenkirchen (dpa) - Das Spieltagsmotto «#stehtauf» galt am Samstag sportlich für den FC Schalke 04 nicht. Gegen den Tabellenletzten SC Paderborn ist der personell gebeutelte Europapokal-Aspirant beim 1:1 (0:0) gestrauchelt.

Zum dritten Mal nach dem 1:1 gegen den 1. FC Köln und dem 3:3 gegen Fortuna Düsseldorf in der Hinserie ließen die Königsblauen wichtige Punkte daheim gegen Abstiegskandidaten liegen. «Wir sind natürlich enttäuscht», sagte Schalkes Trainer David Wagner nach dem ganz schwachen Auftritt vier Tage nach den Turbulenzen rund um die Rassismus-Vorwürfe beim Pokalsieg gegen Hertha BSC (3:2 n.V.).

«Dass wir Probleme haben, ist offensichtlich», meinte Wagner weiter angesäuert nach dem müden Auftritt seines Teams vor allem in der ersten Halbzeit. Dies bezog sich in erster Linie auf die personellen Probleme. Ohne die verletzten Stammspieler Daniel Caligiuri, Suat Serdar, Salif Sané, Jonjoe Kenny und Benjamin Stambouli fehlte Schalke Spielkultur und Esprit gegen den mutigen Aufsteiger. Zu allem Überfluss kommt nun die Verletzung von Ozan Kabak hinzu.

Der Innenverteidiger musste bereits nach gut einer halben Stunde mit Verdacht auf eine Muskelverletzung vom Platz. «Da müssen wir jetzt abwarten, was die MRT-Untersuchung ergibt. Das kann von zehn Tagen bis drei oder vier Wochen Ausfallzeit alles sein», klagte Wagner, der mit dem Punkt trotz des Führungtreffers durch den eingewechselten Ahmet Kutucu (63. Minute) sogar noch gut bedient war. Der für Paderborn ebenfalls eingewechselte Klaus Gjasula (81.) traf zum verdienten Ausgleich. Vor allem angesichts der ersten Halbzeit wäre durchaus mehr drin gewesen für die Ostwestfalen.

«Das Spiel hätten wir gewinnen müssen», sagte Paderborns Sportchef Martin Przondziono. Bis zur Pause war der Abstiegskandidat dominant, belohnte sich aber nicht für seinen forschen Auftritt. «Vielleicht fehlt uns einfach das Glück», haderte der starke Mittelfeldabräumer Sebastian Vasiliadis.

Erst nach der Pause war Schalke besser und druckvoller, wurde nach der Führung aber wieder in die Defensive gedrängt. «Ich kann mich heute nicht freuen», sagte das 19 Jahre alte Offensivtalent Kutucu nach seinem dritten Saisontreffer.

Vor allem für Wagner war es ein bitterer Abschluss eine turbulenten Woche. Gerade der Trainer der Schalker hatte sich vor dem Spiel empört über die Vorkommnisse beim Pokalspiel gegen Hertha gezeigt. Berlins Jordan Torunarigha war am Dienstag im Pokal-Achtelfinale laut eigener Aussage rassistisch beleidigt worden. «Wenn so etwas noch einmal passiert, kann ich nur dazu aufzurufen, Zivilcourage zu zeigen. Damit solche Trottel demnächst nicht mehr in unserem Stadion sind», hatte Wagner vor dem Spiel gesagt, das unter dem Motto «#stehtauf» stand. Auch damit wollten die Schalker zu Zivilcourage aufrufen.

Rund um die Partie gegen Paderborn fanden verschiedene Aktionen statt. Die Schalker liefen mit T-Shirts auf den Rasen, auf denen «#stehtauf» stand. Zudem trug Kapitän Omar Mascarell eine speziell zum Spieltagsmotto entworfene Kapitänsbinde. Für die Eckfahnen wurde das Regenbogenmuster als Zeichen gegen Homophobie verwendet.

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