Bundesliga Düsseldorf vergibt Sieg im Abstiegskampf

Spielerisch hat sich Fortuna Düsseldorf seit dem Trainerwechsel von Friedhelm Funkel zu Uwe Rösler enorm verbessert. Doch für den ersten Sieg in der Bundesliga reicht das auch in Wolfsburg nicht.

Von dpa
Düsseldorfs Valon Berisha (l) schießt nach vorne.
Düsseldorfs Valon Berisha (l) schießt nach vorne. Foto: Peter Steffen

Wolfsburg (dpa) - Dem neuen Trainer von Fortuna Düsseldorf ist noch immer anzumerken, dass er große Teile seiner Spieler- und Trainerlaufbahn in England verbracht hat. Nach dem 1:1 (1:0) beim VfL Wolfsburg lobte Uwe Rösler das «Commitment» (Engagement) seiner Mannschaft.

Ob dieses Ergebnis ihn am Ende verärgert oder zufrieden gestellt hat, darauf fand der Nachfolger von Friedhelm Funkel weder in deutscher noch in englischer Sprache eine Antwort. «Wir müssen lernen, uns zu belohnen», sagte Rösler nur.

Genau das ist dem Tabellendrittletzten der Fußball-Bundesliga nun schon im zweiten Ligaspiel seit dem Trainerwechsel nicht gelungen. Die Fortuna wirkt unter Rösler vor allem spielerisch deutlich verbessert. Aber vor einer Woche kassierte sie beim 1:1 gegen Eintracht Frankfurt ein Ausgleichstor in der Nachspielzeit. Und diesmal gab sie den Sieg in Wolfsburg in Überzahl noch aus der Hand.

Denn nur zwei Minuten, nachdem der Videobeweis eine Tätlichkeit von Marin Pongracic ermittelt und der VfL-Verteidiger die Rote Karte gesehen hatte (48.), gelang zehn Wolfsburgern in dieser Partie durch Renato Steffen (50.) noch der Ausgleich. Der Abstiegskandidat aus Düsseldorf war in der ersten Halbzeit völlig verdient durch Matthias Zimmermann (13.) in Führung gegangen, ließ sich dann aber von den Ereignissen kurz nach der Pause überrumpeln.

Während Rösler noch um ein Fazit rang, bildeten sich innerhalb seiner Mannschaft zwei Fraktionen. Stellvertretend für die eine sagte Erik Thommy: «Ich denke, wir haben zwei Punkte verloren. Es war auf jeden Fall mehr drin.» Kevin Stöger meinte aber: «Insgesamt können wir stolz auf uns sein. Wir haben das phasenweise richtig gut gemacht.»

Gerade die spielerischen Fortschritte sind unter Rösler nicht zu übersehen. Dem frühen 1:0 durch Zimmermann ging eine sehenswerte Kombination über vier Stationen voraus. Rösler ist fünfmaliger Nationalspieler der DDR, er war als Trainer bislang ausschließlich in Norwegen, England und Schweden aktiv und bricht nun im Abstiegskampf der Bundesliga mit deutschen Konventionen. Er fordert Angriffslust und Risikobereitschaft statt sturer Gegentorverhinderung.

Und seine Erklärung war am Samstag: «In der zweiten Halbzeit hat man gemerkt, dass die Mannschaft länger nicht mehr gewonnen hat. Wir müssen lernen, mutig zu bleiben. Denn die Rote Karte war nicht gut für uns. Die Wolfsburger haben dadurch einen neuen Spirit bekommen.»

Immerhin machten die Düsseldorfer durch diesen Punkt einen Platz in der Tabelle gut und verdrängten Werder Bremen wieder vom Relegationsplatz. Das ist immer noch mehr, als die kriselnden Wolfsburger am Ende aus diesem Spieltag mitnehmen konnten.

Die Moral nach dem Platzverweis verhinderte zwar, dass es nach dem Schlusspfiff ein ähnliches Pfeifkonzert gab wie zur Halbzeitpause. Die Stimmung in Wolfsburg ist aber nach einer erneut sehr schwachen Leistung sehr schlecht. «Die erste Halbzeit war pomadig, lethargisch, langsam», sagte Trainer Oliver Glasner. «Aber in Unterzahl hat die Mannschaft gezeigt, was sie kann. Der Schlüssel ist, darauf die richtige Antwort zu finden: Warum zeigen wir nicht von der ersten Sekunde an die Intensität, die wir eigentlich zeigen können?»

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