12. Spieltag Freiburg bleibt oben dran - Debütant Diaby trifft für Bayer

Fast ein halbes Jahr musste Moussa Diaby auf sein Startelf-Debüt in der Fußball-Bundesliga warten. Nun kam es, und der ehemalige Schützling von Thomas Tuchel legte gleich eine Gala hin.

Von dpa
Leverkusens Jonathan Tah (M) und Freiburgs Roland Sallai kämpfen um den Ball.
Leverkusens Jonathan Tah (M) und Freiburgs Roland Sallai kämpfen um den Ball. Foto: Bernd Thissen

Leverkusen (dpa) - Thomas Tuchel wollte ihn nicht abgeben, die Fans forderten ihn schon lange, und schon bald könnte Moussa Diaby in der Bundesliga als der Star mit dem Stern bekannt werden.

Bei seinem Startelf-Debüt in der Fußball-Bundesliga begeisterte Diaby jedenfalls alle - sogar den gegnerischen Trainer. «Ich hatte schon befürchtet, dass er spielt», sagte Freiburgs Trainer Christian Streich nach dem 1:1 bei Bayer Leverkusen: «Er war sehr, sehr gut.»

Sein Kollege Peter Bosz musste sich derweil fragen lassen, warum er diesen 20-Jährigen mit dem markanten goldenen Stern in der Frisur zuvor nie von Anfang an gebracht hat. Bosz hatte stets darauf verwiesen, den Franzosen, der kein Deutsch und kein Englisch spricht, im fremden Land langsam heranzuführen. Gegen Freiburg fühlte er sich bestätigt. «Heute war der Tag», sagte er: «Er hatte seine Chance, und er hat sie genutzt. Deshalb glaube ich, dass das der richtige Zeitpunkt war.»

Diaby nun wieder aus dem Team zu nehmen, erscheint nach seiner Gala gegen Freiburg kaum vorstellbar. Er schoss nach dem Rückstand durch Lucas Höler (5.) den Ausgleich (36.), verzauberte die Fans mit Tricks und Dynamik, schoss fünf Mal aufs Tor, bereitete zwei große Chancen vor, holte zwei Gelbe Karten heraus und hatte als Offensivspieler sogar bei der Pass- (80 Prozent) und Zweikampfquote (56) positive Werte. «Er war konstant gefährlich und an allem irgendwie beteiligt», lobte Bosz. Dennoch stand die Frage im Raum: Warum erst jetzt?

«Vom ersten Tag an, als er hier ankam, wussten wir, was er kann», sagte Mitspieler Kerem Demirbay: «Solch eine Qualität hat man nicht oft in der Bundesliga.»

Deshalb wollte Tuchel ihn im Sommer auch unbedingt bei Paris Saint-Germain halten. Doch Diaby wollte dringend weg. Er wollte - es wirkte zuletzt fast schon grotesk - unbedingt regelmäßiger spielen. Noch öfter als im Vorjahr, als ihn Tuchel als Teenager in 34 Pflichtspielen einsetzte. Als er merkte, dass das Talent nicht zu halten war, empfahl der deutsche Trainer letztlich sogar persönlich Bayer Leverkusen als neuen Verein. PSG erhielt 15 Millionen Euro.

Am Samstag bewies Diaby nach zuvor nur fünf Kurzeinsätzen, dass er ein außergewöhnlicher Spieler sein kann. Nominell bewahrte er Leverkusen mit seinem Tor vor der Niederlage, doch am Ende trauerte die drückend überlegende Werkself eher zwei verlorenen Punkten hinterher. «Viel besser kann man gegen so einen starken Gegner nicht spielen», sagte Bosz: «Aber im Fußball zählen die Tore.»

Den Freiburgern war derweil bewusst, dass sie viel Glück hatten. «Ich habe selten im Fußball einen so glücklichen Punkt geholt», sagte Ex-Nationalstürmer Nils Petersen gar - und schwärmte im Übrigen auch von Diaby. Doch mit diesem Zähler setzten sich die Breisgauer erst mal oben fest in der Tabelle. In erster Linie wolle sich der SC nach hinten absichern, sagte Petersen: «Aber es macht Bock, die anderen zu ärgern. Ich schaue schon sehr gerne auf die Tabelle.»

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