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Mund-Nasen-Schutz richtig tragen

Als Corona am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt wurde und nachdem der bundesweite Lockdown begann, wurde aus einer Empfehlung Pflicht. Bis heute ist die Gesundheitskrise vor allem durch die Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln sichtbar. Sie gilt als einer von mehreren Bausteinen, um Risikogruppen zu schützen. Außerdem soll sie, laut Robert-Koch-Institut, den Infektionsdruck und damit auch die Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 verringern. Noch immer ist die Verunsicherung darüber, wie man die Schutzmaske richtig trägt und wie man am besten mit ihr umgeht, groß.

Montag, 02.11.2020, 10:22 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 10:27 Uhr
Foto: Colourbox

Was ist ein Mund-Nasen-Schutz?

Zunächst mal ein wenig Wortspalterei. Denn es gibt einen (gesetzlichen) Unterschied zwischen einer Mund-Nasen-Bedeckung, medizinischen Gesichtsmasken und Partikelfiltrierenden Halbmasken. Nur die letzten beiden gelten auch im medizinischen Sinne als schützend.

Denn im Falle von MNS Masken handelt es sich um Medizinprodukte und bei FFP2 Masken um sogenannte PSA (persönliche Schutzausrüstung). Eine FFP2 Schutzmaske trägt zwar den Aufdruck „non medical“ oder „nicht medizinisch“, da sie ursprünglich für Industrie und Handwerk entwickelt wurde, ist jedoch im medizinischen Sinne am wirksamsten. Dementsprechend werden FFP2 Masken auch nur in Institutionen des Gesundheitswesens getragen: in öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Kliniken und Altenheimen. Sie dienen primär dem Schutz des Trägers und filtern zum Beispiel als FFP-2-Masken laut Norm 94 Prozent der Partikel. Diese Masken sind für jeden, der neben seinen Mitmenschen auch sich selbst schützen will dringend zu empfehlen.

Vorsicht bei FFP2 Schutzmasken

Während der ersten Welle der Corona-Pandemie gelangten Schätzungen von ZDF WISO zufolge, bis zu vier Milliarden Masken auf den Markt, die fälschlich als FFP-Maske deklariert wurden. Da zeitweise die Testpflicht ausgesetzt wurde, um die große Nachfrage befriedigen zu können, konnten so Masken in den Umlauf geraten, die keinen oder nur mangelhaften Schutz bieten.

Eine FFP2 Maske muss, damit diese als solche verkauft werden darf, von einer Teststelle überprüft werden und wird dann mit einer CE Kennzeichnung versehen, gefolgt von einer vierstelligen Kennziffer – wie zum Beispiel CE 2163. Wenn eine Maske diese vierstellige Kennziffer nicht vorweist, ist ihre Schutzwirkung nicht garantiert. Verbraucher sollten daher keine FFP2 Maske kaufen, die keine vollständige CE Kennungen vorweisen. Im Zweifel sollte man den Händler um Vorlage des amtlichen Prüfberichts bitten.

Recherchen von ZDF Wiso werden auch von Apotheken minderwertige Masken verkauft. Auch hier sollten Verbrauche deswegen umso vorsichtiger sein und die CE Kennzeichnung kontrollieren.

Was kann eine Mund-Nasen-Bedeckung?

Mund-Nasen-Bedeckungen, die aus handelsüblichen Stoffen fabriziert werden (auch: Community-Masken), dienen dem reinen privaten Gebrauch. Ihre schützende Wirkung für den Träger ist wissenschaftlich nicht belegt. Dennoch lassen sich durch das Tragen einer solchen Maske zumindest die Geschwindigkeit des Atemstroms sowie der Tröpfchenauswurf reduzieren. Hersteller solcher Masken dürfen diese schützende Wirkung aber nicht bewerben. Der Handel bezeichnet sie beispielsweise als „Textile Mund-Nasen-Masken“, damit Käufer sie nicht mit medizinischen Produkten verwechseln können.

Wie trägt man die Mund-Nasen-Bedeckung richtig?

Schutzmasken werden beim Sprechen oder beim Sport innen schnell feucht. Sobald sich innen Atemluft auf ihnen niederschlägt, sollte man sie zügig wechseln und durch frische austauschen.

Vor dem Tragen sollten sie Ihre Hände stets gründlich mit Seife waschen. Sobald Sie sie aufgesetzt haben, ist es ratsam, den Stoff nicht mehr zu berühren. Fassen Sie beim Abnehmen der Maske nicht den Außenbereich an – nutzen Sie stattdessen die Schlaufen. Waschen Sie anschließend Ihre Hände wieder gründlich mit Seife.

Auf den richtigen Sitz der Mund-Nasen-Bedeckung achten

Platzieren Sie die Maske richtig über Mund, Nase und Wangen. Je enger sie an den Rändern anliegt, desto besser, dadurch reduzieren Sie das Eindringen von Luft. Testen Sie beim ersten Gebrauch, ob die Maske noch genügend Luft zum Atmen durchlässt.

Das Robert-Koch-Institut rät dazu, den empfohlenen Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 Metern zu anderen Menschen auch beim Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht zu unterschreiten.

Nachdem Tragen wichtig: Reinigung und Aufbewahrung

Denken Sie daran, dass eine gebrauchte Maske auch dann potenziell kontaminiert ist, wenn sie nicht feucht ist. Daher sollten Sie sie nur einmal tragen und anschließend reinigen oder gegen eine neue austauschen. Bewahren Sie sie bis dahin in einer Plastiktüte auf.

Reinigen Sie Ihre Behelfsmaske regelmäßig. Stoffmasken sind bei 60 bis max. 95 Grad Celsius waschbar – Sie können sie für 5 bis 10 Minuten kochen. Alternativ können Sie sich auch im Backofen oder mit einem Bügeleisen sterilisieren.

Japan und der Umgang mit Schutzmasken in der Öffentlichkeit

Übrigens: Wussten Sie, dass es in Japan schon vor der Corona-Pandemie üblich war, sich, nachdem man wieder zuhause ist, das Gesicht und die Hände zu waschen? Das liegt vermutlich daran, dass der ostasiatische Raum schon länger mit Grippeverbreitungen zu tun hat als wir. Außerdem ist Höflichkeit anderen gegenüber eine geschätzte Tugend in Japan. Andere Menschen vor der eigenen Erkältung oder Grippe zu schützen, ist hier selbstverständlich.

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