Energiewende:
Ökostrom boomt, Ölkonzerne straucheln

Im Rahmen der Energiewende zeigt sich, dass immer mehr Privatleute und Unternehmen auf Ökostrom setzen. Das bringt die Ölkonzerne teilweise stark in Bedrängnis. Waren früher für die Industrie und den Verkehr Öl und Benzin unverzichtbar, so gibt es heute viele ökologische Alternativen. Entsprechend steigt die Nachfrage nach Ökostrom und die Ölpreise gehen nach unten. Vor allem die Digitalisierung und die Elektromobilität sind für den Erfolg von Ökostrom verantwortlich. Ebenso wird er in der Immobilienwirtschaft sowie in der Forst- und Landwirtschaft benötigt.

Dienstag, 11.08.2020, 01:48 Uhr aktualisiert: 11.08.2020, 07:59 Uhr
Die Energiewende hin zu Ökostrom bringt die Ölkonzerne in Bedrängnis Foto: pixabay.de © PIRO4D

Nachfrage nach Ökostrom steigt kontinuierlich

Aktuell findet ein schleichender Abschied vom Öl statt. Die Nachfrage nach Ökostrom zur Erledigung von Aufgaben in der Industrie und im privaten Bereich steigt zwar nicht sprunghaft an, dafür aber kontinuierlich. Es zeigt sich, dass sich immer mehr Menschen für eine ökologische Alternative zum Öl Interessieren. Das bringt einerseits viele neue Ökostromanbieter hervor und sorgt andererseits dafür, dass Ölkonzerne ins Straucheln geraten.

Hinzu kommt, dass heutzutage Technologien zur Verfügung stehen, an die vor 20, 30 oder 40 Jahren noch gar nicht zu denken war. Das Menschen mittels Solaranlagen ihren eigenen Strom herstellen und sogar an das öffentliche Netz abgeben können, ist eine neue Entwicklung. Ebenso stehen heute mit Windkraftanlagen und Wasserkraft viele Möglichkeiten zur Verfügung, um Ökostrom wirtschaftlich und flächendeckend zu erzeugen. Wichtig ist allerdings, durch einen Ausbau des Stromnetzes die geeigneten Stromtrassen und die passende Infrastruktur herzustellen, um diesen Strom verteilen zu können.

Ölpreise aktuell im Keller

Momentan sind die Ölpreise stark gesunken. Das liegt unter anderem daran, dass die ölproduzierenden Länder häufig nicht an einem Strang ziehen. Sie können sich beispielsweise nicht über Fördermengen einig werden, weswegen jedes Land nach besten Kräften Öl fördert. Entsprechend ist das Angebot besonders groß, was sich negativ auf den Preis auswirkt.

Hinzu kommt, dass durch die Corona-Krise der Bedarf an Öl massiv gesunken ist. Viele Industriebetriebe mussten ihre Produktionsstätten während des Lockdowns schließen und konnten keine Waren mehr herstellen. Entsprechend brauchten sie auch nur einen Bruchteil des Öls, den sie sonst verarbeitet hätten. Und auch im privaten Bereich zeigt sich, dass die Mobilität während der Krise stark eingeschränkt war. Die Leute fuhren weniger mit ihren eigenen Autos, weswegen auch die Nachfrage nach Benzin sinkt. All dies hat negative Auswirkungen auf den Ölpreis.

Digitalisierung treibt die Energiewende voran

Die Digitalisierung führt dazu, dass der Strombedarf im privaten Bereich und in der Geschäftswelt deutlich ansteigt. Immer mehr Menschen arbeiten mit digitalen Hilfsmitteln wie Laptops, Tablets und Smartphones, die alle auf Strom angewiesen sind. Außerdem hat die Zahl der Menschen, die im Homeoffice arbeiten, in der letzten Zeit deutlich zugenommen. Auch hier ist es erforderlich, Strom zur Verfügung zu haben, um beispielsweise mit Kollegen kommunizieren oder auf Daten im firmeneigenen Netzwerk zugreifen zu können.

Mit zunehmender Digitalisierung wird noch viel mehr Strom benötigt werden. So ist beispielsweise geplant, die Schulen so zu digitalisieren, dass der Unterricht komplett mittels digitaler Technologien erfolgen kann. In nahezu allen Branchen findet eine digitale Transformation statt, die immer mit einem Mehrbedarf an Strom einhergeht. Viele Menschen entscheiden sich bewusst dafür, auf Ökostrom zu setzen, um einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Deswegen ist es wichtig, die Preise von Ökostrom vergleichen zu können.

Elektromobilität wird zur Bedrohung für die Ölkonzerne

Auto auf Straße

Gerade im Bereich Elektromobilität kommt häufig Ökostrom zum Einsatz. Foto: pixabay.de © Markus Diselrath

Ein weiteres Feld, in dem die Ölkonzerne massive Einbußen aufgrund der Energiewende zu verzeichnen haben, ist der Verkehr. Einerseits geht der Trend weg vom Individualverkehr und hin zu alternativen Mobilitätsformen. Das zeigt sich beispielsweise am Erfolg von Carsharing-Angeboten. Ferner denken viele Städte, Gemeinden und sogar Länder darüber nach, den öffentlichen Nahverkehr zu fördern. Hierdurch orientieren sich immer mehr Menschen in Richtung ökologischer Fortbewegungsmittel.

Auf der anderen Seite hat sich der Markt stark verändert. Heutzutage zeigt der Trend immer mehr in Richtung Elektroautos. Diese benötigen kein Benzin mehr, weswegen die Nachfrage nach Öl in diesem Bereich weiter sinken wird. Es ist dabei generell erkennbar, dass die Menschen grundsätzlich ein Interesse daran haben, auf E-Autos umzusteigen, um die Umwelt weniger zu belasten. Es wird sich zeigen, ob der Ausbau der Infrastruktur und die Verbesserung der Reichweite der Akkus dazu führen wird, dass bald mehr E-Autos auf den Straßen zu sehen sein werden. Sollte dies der Fall sein, werden die Ölkonzerne weitere Einbußen hinnehmen müssen.

Immobilienwirtschaft setzt verstärkt auf Ökostrom

In der Immobilienwirtschaft kommen immer stärker digitale Technologien zum Einsatz, die eine Nutzung von Ökostrom erforderlich machen. Vor allem in Smartphones, die eine digitale Kontrolle durch die Besitzer ermöglichen, ist das der Fall. Hier steht es den Besitzern offen, für welche Art von Stromtarif sie sich entscheiden. Aktuell ist festzustellen, dass viele Leute bewusst Ökostromanbieter wählen, die eine optimale Mischung aus günstigem Preis und ökologisch einwandfreiem Arbeiten bieten.

Des Weiteren wird beim Heizen weniger Öl benötigt als früher. Immer mehr Bauherren verzichten darauf, Ölheizungen in ihre Gebäude einzubauen und setzen stattdessen auf strombetriebene Alternativen. Außerdem geht der Staat dazu über, sich gegen Ölheizungen auszusprechen und entsprechende Verbote und Richtlinien zu erlassen. Somit verschwinden immer mehr Ölheizungen aus der Immobilienwirtschaft und der Bedarf an Öl in diesem Bereich sinkt spürbar.

Forst- und Landwirtschaft sind auf die Energiewende angewiesen

Unternehmen im Bereich der Forst- und Landwirtschaft befinden sich in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite müssen sie aufgrund des großen Konkurrenzdrucks alles unternehmen, um wirtschaftlich zu arbeiten und größtmögliche Gewinne bei kleinstem Kapitaleinsatz zu erzielen. Auf der anderen Seite führen die hiermit verbundenen ökologischen Abstriche dazu, dass der Klimawandel vorangetrieben wird und es häufiger zu Dürren und Überschwemmungen kommt. Darunter leiden wiederum verstärkt die Unternehmen in genau dieser Branche.

Viele gehen deswegen dazu über, in ihren Betrieben und auf ihren Höfen Technologien einzusetzen, die ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Wirtschaften ermöglichen. Der Umweltschutz spielt in den Konzepten der Land- und Forstwirte zunehmend eine größere Rolle. Diese Konzepte sind kaum noch auf Öl ausgelegt, sondern arbeiten vor allem mit digitalen Technologien und elektronischen Hilfsmitteln. Hier setzten die Unternehmen verstärkt auf Ökostrom, um dem Klimawandel etwas entgegenzusetzen, der für sie existenzbedrohend werden kann.

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