Jeder fünfte Todesfall
Elf Millionen Tote im Jahr durch ungesunde Ernährung

Viel Zucker, wenig Gemüse und Vollkornprodukte: Die Ernährung vieler Menschen ist wenig ausgewogen und ungesund. Die Folgen können tödlich sein.

Donnerstag, 04.04.2019, 06:55 Uhr aktualisiert: 04.04.2019, 07:00 Uhr
Weltweit ist jeder fünfte Todesfall auf ungesunde Ernährung zurückzuführen. Foto: Armin Weigel

London (dpa) - Schätzungsweise elf Millionen Todesfälle im Jahr sind weltweit gesehen auf ungesunde Ernährung wie zu viel zuckerhaltige Getränke oder zu wenig Gemüse zurückzuführen. Das sei jeder fünfte Todesfall, schreiben internationale Forscher im Fachblatt «The Lancet».

Hierzulande gab es im Jahr 2017 demnach 162 Todesfälle pro 100.000 Einwohner, die ungesunder Ernährung zuzurechnen sind. Das Hauptproblem dabei sei ein zu niedriger Konsum (weniger als 125 Gramm pro Tag) von Vollkornprodukten, schreiben die Forscher.

Insgesamt liegt Deutschland auf Platz 38 von 195 berücksichtigten Staaten. Die wenigsten solchen Todesfälle je 100.000 Einwohner gibt es demnach in Israel, Frankreich und Spanien (Plätze eins bis drei), die meisten auf den Marshallinseln, in Afghanistan und in Usbekistan (Plätze 193 bis 195).

Die Forscher haben in der umfangreichen Untersuchung Ernährungsstile unter die Lupe genommen, die zu nicht-übertragbaren Erkrankungen wie Herzkreislauf-Krankheiten, Krebs oder Diabetes Typ 2 führen können. Zu den 15 untersuchten Faktoren gehören unter anderem zu wenig Obst, zu wenig Vollkornprodukte oder auch zu viel rotes Fleisch. Nicht berücksichtigt wurden Todesfälle, die auf Mangelernährung, Hunger oder Alkoholmissbrauch zurückzuführen sind, wie Toni Meier von der Universität Halle-Wittenberg erklärt, der an der Studie beteiligt war.

Kommentare

Günther Birkenstock, Büren  wrote: 04.04.2019 18:05
Transfette gesetzlich verbieten
Wer hätte das gedacht: Ungesunde Ernährung führt häufig zu den so genannten Zivilisationskrankheiten wie Herzinfarkt, Krebs oder Diabetes II und damit auch zum früheren Tod. Aber die Deutschen lassen sich nicht bevormunden, denn sie denken immer noch: was mir schmeckt ist auch gesund. Falsch! Wenn dieser Grundsatz gelte, dann würden Kinder ständig nur Pommes mit Majo, Currywurst und Nudeln mit Tomatensoße oder Süßigkeiten mit richtig schön viel Zucker essen und dabei gesund bleiben. Da sind alle Zutaten drin, die richtig schön krank machen. Vor allem die gefährlichen Transfette sind es, die unsere Blutgefäße kaputt machen. Diese Transfette entstehen bei der teilweisen Härtung natürlich vorkommender ungesättigter Fettsäuren, was dazu führt, dass sie für die Verarbeitung besser geeignet sind, da sie dann dadurch cremiger, haltbarer und streichfähiger sind. Sie sind dann ideal verwendbar für die leckeren Croissants und Krapfen, aber sie verstopfen die Blutgefäße, was dann irgendwann zu Durchblutungsstörungen führt. In den USA wurden bereits im Jahr 2015 diese Fette verboten mit der Auflage, dass sie binnen 3 Jahren aus allen Produkten verschwinden müssen. Und in Deutschland? Davon hört man nichts. Hier hätte mal die Ernährungsministerin eine Aufgabe, denn in anderen Ländern der EU wie z. B. in Österreich oder Dänemark gibt es zumindest Obergrenzen. Gesunde Ernährung ist eine Aufgabe, um die sich der Gesetzgeber kümmern muss, wenn er seiner gesamtgesellschaftlichen Verantwortung treu bleiben will.
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