DKMS schreibt Spender an – kein Bluttest mehr nötig
Neue Methode, neuer Abstrich

Tübingen (WB). Bessere Testverfahren: Viele registrierte Knochenmarkspender erhalten derzeit Post.

Freitag, 08.03.2019, 15:00 Uhr
Ein Registrierungsset der DKMS. Foto: imago

Eigenen Angaben zufolge hat die DKMS, ehemals Deutsche Knochenspenderkartei, bundesweit bereits knapp 570.000 Personen angeschrieben, weitere sollen folgen. In den Anschreiben werden die Spender aufgefordert, erneut einen Wangenschleimhautabstrich vorzunehmen, ähnlich wie bei ihrer Registrierung.

Damit soll der sogenannte CMV-Status bestimmt werden, wie es von der DKMS auf Anfrage heißt. Die Abkürzung CMV steht für Cytomegalie-Virus – ein Herpesvirus, von dem weltweit zwischen 30 und 90 Prozent der Bevölkerung betroffen seien.

Früher sei der CMV-Status eines Patienten nur über eine Blutprobe überprüfbar gewesen, erklärt die DKMS auf ihrer Internetseite. »Somit wurde bisher nur eine kleine Gruppe von potenziellen Spendern bereits während der ersten Phase der Registrierung getestet.« Dank neuer Untersuchungsmethoden sei es aber nun möglich, den Status der Spender über die Wangenschleimhaut festzustellen. So könne ein passender Spender deutlich schneller gefunden werden. »Diese Zeitersparnis kann für Patienten mit Blutkrebs oder Bluterkrankungen lebenswichtig sein«, schreibt die DKMS.

»In 99 Prozent aller Fälle ist die Infektion harmlos«

Wer das CMV-Virus in sich trägt, muss sich den Angaben zufolge allerdings keine Sorgen machen. »In 99 Prozent aller Fälle ist die Infektion harmlos, hat keine oder nur sehr wenige Symptome und muss deshalb nicht behandelt werden«, teilt die gemeinnützige GmbH mit Hauptsitz in Tübingen mit. Lediglich bei Blutkrebspatienten mit geschwächtem Immunsystem könnte eine Infektion lebensbedrohliche Komplikationen verursachen.

In Deutschland sind nach Angaben der DKMS durchschnittlich 34 Prozent der männlichen und 41 Prozent der weiblichen Spender CMV-positiv. CMV werde in erster Linie durch Körperflüssigkeiten oder aber durch die Berührung kontaminierter Oberflächen übertragen.

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