Arbeitsmarkt Leichter Dämpfer bei Arbeitskräftenachfrage

Nürnberg (dpa) - Der Aufwärtstrend bei der Arbeitskräftenachfrage in Deutschland ist im Februar gestoppt worden. Erstmals seit November 2013 sei die Zahl der offenen Stellen wieder leicht gesunken.

Von dpa
Fachleute sind sich einig: Auf dem deutschen Arbeitsmarkt stehen die Zeichen wieder auf Aufschwung. Foto: Felix Kästle
Fachleute sind sich einig: Auf dem deutschen Arbeitsmarkt stehen die Zeichen wieder auf Aufschwung. Foto: Felix Kästle Foto: dpa

Das berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg bei der Veröffentlichung ihres Stellenindex Ba-X. Der Index lag im Februar mit 153 Punkten um drei Zähler unter dem Wert vom Januar. Mit dem BA-X misst die Bundesagentur monatlich die Entwicklung auf dem Stellenmarkt.

Der leichte Rückgang im Februar sollte allerdings nicht überbewertet werden, betonte die Bundesagentur. Im Februar sei die Zählperiode etwas kürzer gewesen als im Januar. Dadurch hätten die Arbeitsagenturen unter Umständen weniger freie Stellen registriert als in den vorangegangenen Monaten. Unabhängig von dem aktuellen Aufschlag bewege sich die Nachfrage nach qualifiziertem Personal weiter auf einem hohen Niveau, betonte die BA in einer Mitteilung.

Derzeit liege in mehr als zwei Drittel aller Branchen der Bedarf an Mitarbeitern über dem Vorjahresniveau, in einem Drittel darunter. «Das Minus wird aber in den meisten Branchen kleiner, beispielsweise auch in der Zeitarbeit», erläuterte die Bundesagentur. Dennoch komme immer noch jede dritte bis vierte gemeldete freie Stelle von Leiharbeitsunternehmen.

Auch Volkswirte deutscher Großbanken bleiben in Sachen Arbeitsmarkt optimistisch. Nach überraschend guten Arbeitsmarktzahlen im Januar hätten sich im Februar die Hinweise auf einen Jobaufschwung weiter verdichtet, sagten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Nach ihren Berechnungen waren im zu Ende gehenden Monat rund 3,145 Millionen Männer und Frauen in Deutschland arbeitslos. Dies wären zwar knapp 10 000 mehr als im Januar, aber rund 10 000 weniger als vor einem Jahr. In den beiden Vorjahren war der jahreszeitlich bedingte Anstieg deutlich höher aufgefallen.

Ohne die Saisoneffekte wäre die Zahl der Erwerbslosen - so die Einschätzung der Fachleute - aktuell sogar um 15 000 gesunken. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen für Februar will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Donnerstag bekanntgeben.

Die gute Entwicklung geht nach Einschätzung von Deutsche-Bank- Volkswirt Heiko Peters teils auch auf das Konto des vergleichsweise milden Winterwetters. Da es zumindest im Flachland kaum Schnee gab, hätten die Arbeiten auf vielen Baustellen, aber auch im Landschafts- und Gartenbau ungehindert fortgesetzt werden können.

Der Hauptschub für die allmähliche Entspannung auf dem Arbeitsmarkt kommt nach Beobachtungen der Volkswirte aber von der sich bessernden wirtschaftlichen Lage. «Die gute konjunkturelle Grundtendenz hat Tritt gefasst, das verstärkt jetzt auch die positive Tendenz auf dem Arbeitsmarkt», urteilt etwa Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld. Ähnlich sieht das Allianz-Volkswirt Rolf Schneider: «Ich gehe davon aus, dass sich die positiven Tendenzen der letzten beiden Monate fortsetzen», sagte er.

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