Käufer des Schuhreparatur- und Service-Dienstleisters springt ab
Mister Minit gibt endgültig auf

Früher war er in jeder City gern zu Diensten: „Mister Minit“. In den vergangenen Jahren sank die Zahl der Filialen in Deutschland bereits auf 116. Jetzt folgt das endgültige Aus.

Sonntag, 07.03.2021, 18:18 Uhr aktualisiert: 07.03.2021, 18:40 Uhr
Mister Minit muss sich vom Markt verabschieden - und mit ihm noch 116 Filialen in Deutschland. Foto: Bernhard Hertlein

Der Schuhreparatur- und Service-Dienstleister Mister Minit stellt seinen Geschäftsbetrieb in Deutschland ein. Der Käufer des im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung neu aufgestellten Betriebs sei überraschend vom Kaufvertrag zurückgetreten, teilte der für die Eigenverwaltung in das Unternehmen berufene Sanierungsexperte Christoph Enkler von der Kanzlei Brinkmann & Partner mit.

Der Kaufvertrag vom 4. November 2020 habe die Übernahme des restrukturierten Geschäfts der Minit Service GmbH mit 116 Shops und rund 250 Mitarbeitern in Deutschland spätestens zum 1. März 2021 vorgesehen. Eigenverwaltung und Sachwalter prüften jetzt rechtliche Schritte gegen den der Minit-Gruppe angehörenden Käufer, heißt es in der Mitteilung weiter. «Mit dem Restrukturierungsplan waren wir auf einem sehr guten Weg», sagte Geschäftsführer Michael Heina. Leider zwinge die Liquiditätslage dazu, den Betrieb einzustellen.

Da der anhaltende Lockdown auf die aktuelle Liquiditätslage der Minit Service GmbH mit täglich hohen Verlusten voll durchschlage und das Interesse alternativer Investoren auf dem Nullpunkt sei, sehe sich die Eigenverwaltung gezwungen, den Geschäftsbetrieb unmittelbar einzustellen, hieß es auch aus der Kanzlei. Eine Überbrückung des Lockdowns mit staatlichen Hilfsgeldern sei der Minit Service GmbH als Gesellschaft in Insolvenz verwehrt.

Die Minit Service GmbH hatte Ende April 2020 beim Amtsgericht Düsseldorf einen Insolvenzantrag gestellt. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wurde am 1. August eröffnet. Mister Minit litt nicht nur unter der Corona-Krise. Auch schon vor der Pandemie hatte sich der Markt für Schuh-Reparaturen schlecht entwickelt. Zuletzt hatte das Unternehmen in Deutschland noch rund 150 Shops mit 345 Mitarbeitern.

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