Familienunternehmen in Gütersloh steigert Umsatz um 6,5 Prozent – Vor allem Staubsauger und Kühlgeräte gefragt
Miele legt im Corona-Jahr stark zu

Gütersloh/Bielefeld (WB) -

Corona-bedingt keine großen Reisen, kaum Restaurantbesuche, aber im Homeoffice den Blick auf das, was in und für die eigene Wohnung gebraucht wird: Von dieser Verbraucherstimmung hat im vergangenen Jahr der Gütersloher Hausgeräte-Hersteller Miele profitiert.

Donnerstag, 11.02.2021, 13:00 Uhr aktualisiert: 11.02.2021, 13:10 Uhr
Blick in die Miele-Staubsauger-Produktion.

Um 6,5 Prozent konnte das ostwestfälische Familienunternehmen seinen Umsatz 2020 steigern. Das gelang trotz monatelangem Lockdown, unter dem vor allem der Fachhandel gelitten hat, und logistischer Herausforderungen insbesondere im Frühjahr, die auch bei Miele zu einem zeitweisen Stillstand in der Produktion geführt haben.

Miele selbst beschreibt die Entwicklung als „Achterbahnfahrt“. Den starken Einbrüchen von März bis Mai seien erhebliche Nachholeffekte im Sommer gefolgt. Den Geschäftsverlauf in der zweiten Jahreshälfte bezeichnen die Gütersloher sogar als „herausragend“.

Eine Sonderkonjunktur erlebten demnach vor allem Staubsauger und Kühlgeräte. Bei der Bodenpflege sei der Ende 2019 neu eingeführte Akku-Handstaubsauger Triflex HX1 besonders gefragt gewesen, aber auch die klassischen Bodenstaubsauger. Die Kühlgeräte profitierten offenbar von der gewachsenen Bedeutung der Vorratshaltung. Auch die anderen Hausgeräte hätten zu den „historisch hohen Verkaufszahlen“ beigetragen, heißt es.

In Deutschland überproportional zugelegt

Regional war der Umsatzzuwachs bei Miele in Deutschland mit 8,8 Prozent überdurchschnittlich. Insgesamt erwirtschaftete Miele auf dem Heimatmarkt 29,5 Milliarden Euro und damit 29,5 Prozent des Gesamtumsatzes. Auch in den Nachbarländern Frankreich, Benelux, Schweiz und Österreich war das Plus überproportional. Das gilt darüber hinaus sogar für einige osteuropäische Länder und für China. Stabil haben sich die Verkäufe in Großbritannien und den USA entwickelt. Zugelegt habe das Online-Geschäft.

Ende 2020 zählte Miele den Angaben zufolge weltweit 20.944 Beschäftigte, 466 mehr als ein Jahr zuvor. Im Deutschland habe die Zahl von 11.066 Mitarbeiterinnnen und Mitarbeitern ebenfalls leicht zugelegt.

Im Bereich Professional, in dem die Gütersloher 18 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaften, startet aktuell im Werk Lehrte die Produktion des neuen Miele-Luftreinigers AirControl. Gerade erst hat Miele sein Engagement bei der Rezepte-App Kktn Cook ausgeweitet und die Mehrheit an dem Start-up übernommen.

Lieferzeiten teilweise länger als sechs Wochen

Kunden, die jetzt ein Miele-Hausgerät bestellen, müssen mit Lieferzeiten rechnen – bei Waschmaschinen, Trocknern und Geschirrspülern teilweise länger als sechs Wochen. Die Werke sind derzeit sehr stark ausgelastet und fahren teilweise sogar Sonderschichten.

Im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie arbeitet das Familienunternehmen auch daran, Klimaneutralität über alle Standorte hinweg zu erreichen. In diesem Jahr werde dies bei den eigenen Emissionen und bei den Emissionen der Energielieferanten bereits erreicht, heißt es bei Miele.

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