Sonderveröffentlichung

Kryptowährung wieder auf Höchststand
Warum ist der Bitcoin so erfolgreich?

Seit März hat sich der Wert der digitalen Währung fast verfünffacht. Pendelte der Bitcoin damals um die 5.000 US$, erreichte er Mitte Dezember satte 24.000 Dollar. Die Kursbewegungen gleichen denen des Jahres 2017, als es in ähnlichem Tempo in wenigen Monaten von 2.000 Dollar auf gut 19.000 Dollar hochging. Danach stürzte der Bitcoin wieder ab und verlor innerhalb weniger Monate rund 80 % seines Wertes.

Montag, 04.01.2021, 03:41 Uhr aktualisiert: 04.01.2021, 08:43 Uhr
Der Bitcoin ist erwachsen geworden! Foto: Pixabay

Viele befürchten, dass die jetzige Bitcoin Entwicklung als erneute Spekulationsblase zu werten ist. Zumal solche Vorgänge laut den Experten von Kryptovergleich.org durchaus Bestandteil der vor allem als Handelsgut angesehenen Währung sind. Sollte der jetzige Anstieg ebenfalls in einem Crash enden, sollte also niemand davon überrascht sein. Allerdings scheinen einige Parameter von damals nicht direkt auf die Aktualität übertragbar. Hat doch auch der Bitcoin Prozesse durchlaufen, welche darauf hinweisen, dass der jetzige Anstieg von stabiler Natur sein könnte.

Volatilität schreckte viele Investoren bisher ab

Die vornehmliche Charakteristik der virtuellen Valuta ist seine ausgeprägte Volatilität. Die Kursschwankungen nahmen im Vergleich zum DAX extreme Ausmaße an und der Bitcoin war vornehmlich nur für Zocker und Spekulanten interessant. Im Gegensatz zu Euro, Dollar und Co. steht hinter den Kryptowährungen keine staatliche Kontrollinstanz, sondern lediglich ein technisches System, für jedermann zugänglich und der Stabilität nicht verpflichtet.

Die fehlende staatliche oder finanzpolitische Regulierung bedeutet zwar im Endeffekt, dass es keinen Anlegerschutz gibt. Trotzdem ist die genutzte Blockchain-Technologie relativ sicher, sind alle Aktivitäten doch für jeden Teilnehmer sichtbar und transparent zu verfolgen. Wer die Zugangsdaten seiner Wallet, dem interaktiven Instrument, mit dem an Kryptobörsen gehandelt wird, offline aufbewahrt, minimiert das Risiko eines Totalverlusts auf ein Minimum.

Der Bitcoin ist erwachsen geworden

Trotzdem überrascht der neue Hype etwas. Speist er sich doch aus anderen Quellen als derjenige von 2017. Diesmal beherrscht der Bitcoin nicht mehr täglich die Schlagzeilen und auch keine Stars und Sternchen prahlen mit der neuen Geldanlage. Niemand hat mehr Angst, die Chance seines Lebens zu verpassen und auch die Frage, wie und wo Bitcoins zu erwerben sind, dominiert nicht das Netz. Da stellt sich die Frage, woher die große Nachfrage kommt, die als einer von zwei Faktoren den Preis der Kryptowährung bestimmt.

Natürlich gibt es darauf keine allgemeingültige Antwort. Wer die Bitcoin Entwicklung jedoch näher betrachtet, stellt schnell fest, dass der Fall einen Reifeprozess durchläuft. So hat die Referenz-Software Bitcoin Core seit dem letzten Boom gut ein Dutzend kleinere und größere Updates erfahren. Die Community arbeitet Tag und Nacht daran, Effizienz und Funktionalität zu optimieren.

Zudem wurde eine neue Zahlungsinfrastruktur entwickelt. Das kürzlich implementierte sogenannte Lightning Netzwerk schafft Bedingungen für eine signifikante Verbesserung des Zahlungsverkehrs. Damit werden schnelle, effiziente und sichere Bezahlvorgänge ermöglicht, ohne die in ihrer Leistungsfähigkeit und Kapazität limitierte Blockchain, das virtuelle Kassenbuch, zu überlasten. Waren ohne die neue Technologie nur drei bis sieben Transaktionen pro Sekunde möglich, sind es heute weitaus mehr. Es ist nun möglich, Geldflüsse über Zahlungskanäle zu transferieren, die eine rechnerische Kapazität von 500 Bewegungen pro Sekunde innehaben. Inzwischen besteht das Netzwerk aus ca. 35.000 solcher Kanäle.

Fortschreitende Verknappung des Angebots

Die Erfinder des Bitcoins hatten schon 2009 festgelegt, dass in der Gesamtheit nicht mehr als 21 Millionen Einheiten geschaffen werden sollten. Schon dieser Umstand limitiert die Angebotsseite. Zudem wächst die Nutzerbasis ständig. Laut einer Umfrage der Universität Cambridge hatten im September 2020 mehr als 100 Millionen Menschen Bitcoin als Bestandteil ihres Portfolios. Dies führt zu einer spürbaren Erhöhung der Nachfrage.

Zudem interessieren sich zunehmend kapitalträchtige Unternehmen für die Möglichkeiten, welche die Kryptowährung bietet. Beispielhaft kann dabei PayPal angesehen werden. Die Ankündigung des Zahlungsdienstleisters vom Oktober, Kryptowährungen als Zahlungsmittel zuzulassen, befeuerte den Hype noch einmal. Dabei ist PayPal nur eines von vielen Unternehmen , die Interesse am digitalen Geld offenbaren. Immer mehr legen Teile ihres Vermögens in Bitcoin an. Laut Schätzungen liegen schon ca. 5 % der Gesamtmenge in den virtuellen Tresoren und werden so dem Markt entzogen. Aus dieser Kombination von Reifeprozess und fortschreitender Verknappung speist sich die Hoffnung vieler, dass der jetzige Boom des Bitcoins sich nachhaltiger gestaltet als sein Vorgänger.

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