Technologie-Unternehmen aus Espelkamp steigert Umsatz leicht – 800 Mitarbeiter im Homeoffice
Harting trotzt Corona

Espelkamp (WB) -

Die Harting Technologiegruppe in Espelkamp (Kreis Minden-Lübbecke) hat sich im Geschäftsjahr 2019/20 (30. September) trotz der Corona-Pandemie und des damit verbundenen weltweiten konjunkturellen Einbruchs behauptet. Der Umsatz des international tätigen Familienunternehmens stieg leicht um 1,2 Prozent auf 759 (Vorjahr: 750) Millionen Euro.

Freitag, 04.12.2020, 14:14 Uhr aktualisiert: 04.12.2020, 14:18 Uhr
Management und Gesellschafter sind mit der Entwicklung angesichts der Corona-Folgen zufrieden (von links): Michael Pütz, Andreas Conrad, Margrit Harting, Dietmar Harting, Maresa Harting-Hertz, der Vorsitzende Philip Harting und Kurt Bettenhausen. Foto: Kai Reifenberg

 

„Wir haben der globalen Corona-Pandemie getrotzt“, sagte Vorstandsvorsitzender Philip Harting am Freitag bei einer Online-Pressekonferenz. Da die Corona-Lage weiterhin das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben bestimmen wird, erwartet der Vorstandschef ein herausforderndes Geschäftsjahr 2020/21. Er rechnet gleichwohl mit einem Wachstum von drei bis vier Prozent.

Unterschiedliche Entwicklung in den Regionen

Die Regionen, in denen Harting weltweit tätig ist, haben sich 2019/20 unterschiedlich entwickelt. Neben Rückgängen gab es auch deutliches Wachstum. Der Umsatz in Europa (ohne Deutschland) und dem Nahen Osten sowie Afrika, auch EMEA genannt, blieb mit 278 Mio. Euro (Vorjahr: 278 Mio.) stabil. In der Region Asien stieg der Umsatz kräftig um 9 Prozent auf 202 Mio. Euro (Vorjahr: 186 Mio.). Noch deutlicher fiel der Zuwachs in der Region Americas mit einem Plus von 15 Prozent auf 82 Mio. Euro (Vorjahr: 72 Mio.) aus. In Deutschland ging der Umsatz um 8 Prozent auf 197 Mio. Euro (Vorjahr: 214 Mio.) zurück.

Weltweit 205 neue Stellen geschaffen

Die Zahl der Mitarbeitenden (einschließlich Auszubildende) stieg auf 5.473 (Vorjahr 5.268). Das entspricht einem Plus von 3,9 Prozent oder 205 Stellen. Im Inland wurden neun Stellen nicht wiederbesetzt (minus 0,3 Prozent), in den ausländischen Produktionsstätten und Tochtergesellschaften hingegen 214 Mitarbeitende eingestellt (+ 8,0 %). Damit waren im Ausland am 30. September 2020 insgesamt 2.869 Mitarbeitende beschäftigt, im Inland 2.604.

Schnell und flexibel auf Pandemie reagiert

Die Technologiegruppe hat gleich zu Beginn der Pandemie schnell und flexibel reagiert. Der Schutz der Mitarbeiter und auch die Belieferung der Kunden hatten von Anfang an oberste Priorität, sagte der Vorstandschef. Die gelte besonders für namhafte Hersteller von Medizin- und Beatmungsgeräten mit kundenspezifischen Kabelkonfektionen, die Harting beliefert. „Wir sind und bleiben ein verlässlicher Partner“, machte Philip Harting deutlich.

Weil kaum noch Messen stattfinden (außer wieder in Asien) oder besucht werden können, hat Harting seine Kunden- und Marktkommunikation umgestellt -- hin zu digitalen Formaten. In einem eigenen Studio werden seit Frühjahr Events und Web-Seminare veranstaltet und an Kunden, Distributoren und Medien weltweit per Stream ausgespielt. „Wir sind weltweit vernetzt und können somit sehr schnell auf sich ändernde Rahmenbedingen reagieren – und wir sind nah am Kunden“, betonte Philip Harting.

Was Corona betrifft, so werde die Technologiegruppe den weiteren Pandemieverlauf ganz genau verfolgen. Ein Corona-Pandemie-Team bewertet tagesaktuell die Entwicklungen und empfiehlt oder ergreift Maßnahmen, wie Personalvorstand Dr. Michael Pütz betonte. Als Beispiele nannte er die kostenlosen Corona-Tests in bestimmten Kliniken im Kreis Minden-Lübbecke oder auch die kostenlosen Mund-Nasen-Masken für die Beschäftigten. „Auch die erweiterte Homeoffice-Regelung hat in Zusammenarbeit mit unserer IT bestens funktioniert und wird von den Mitarbeitenden sehr gut angenommen“, sagte Dr. Pütz.

Erneute hohes Investitionsvolumen

Die Technologiegruppe hat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder kräftig investiert. „Mit insgesamt rund 65 Mio. Euro haben wir nahezu das Rekordvolumen des Vorjahres erreicht“, machte Maresa Harting-Hertz, Vorstand Finanzen, Einkauf und Facility Management, deutlich. Im Geschäftsjahr 2018/19 hatten die Investitionen mit 66 Mio. Euro eine Rekordsumme erreicht.

Ein Großteil im Geschäftsjahr 2019/20 floss in die Digitalisierung der Produktion der Tochtergesellschaft Harting Electric in Espelkamp. In Rumänien wurden die Kapazitäten in Agnita für Automotive und in Sibiu für den Bereich Connectivity & Networks erweitert. Das Werk in den USA (Elgin) verfügt nun ebenfalls über erweiterte Produktionsmöglichkeiten. „Wir sind nun weltweit noch flexibler aufgestellt, um besser auf die regionalen Bedürfnisse eingehen zu können. Wir bleiben mit diesen Investitionen klar auf Wachstumskurs“, betonte Andreas Conrad, Vorstand Operations.

Aussicht verhalten

Hinsichtlich der weiteren Entwicklung des laufenden Geschäftsjahres 2020/21 äußerte sich Philip Harting zurückhaltend. Die Aussichten seien angesichts der Corona-Lage eingetrübt. Die Geschäftslage hänge sehr stark von der weiteren weltweiten Entwicklung der Pandemie ab und wie schnell Impfungen für weite Teile der Bevölkerung durchgeführt werden können. „Die weltweite Nachfrage ist daher von Region zu Region unterschiedlich. Wir fahren weiter auf Sicht“, sagt Philip Harting. Dennoch hält er ein moderates Umsatzplus im leicht einstelligen Bereich für möglich. „Wir haben überzeugende Produkte, eine kundennahe Aufstellung und eine erstklassige Mannschaft – wir schaffen das.“

 

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