Von der Idee zum Unternehmertum – der Weg dort hin
Firmengründungen - diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Die Anzahl der Unternehmungen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Von der Idee und dem Wunsch, eine Firma zu gründen, bis zur Umsetzung ist es häufig ein längerer Weg. Clever künftige Unternehmer wissen allerdings, wie sie bei der Gründung vorgehen.

Freitag, 04.12.2020, 05:56 Uhr aktualisiert: 04.12.2020, 13:59 Uhr
Foto: Pixabay.com © Nietjuh

Damit der Traum vom eigenen Unternehmen nicht zu schnell zerplatzt oder nach kurzer Unternehmensaktivität Insolvenz angemeldet werden muss (wie es erst kürzlich beim Brauhaus in Herford und Paderborn der Fall war), ist smartes Vorgehen gefragt. Nicht nur die passende Unternehmensform, sondern auch die Idee der Unternehmung steht im Fokus. Mit der richtigen Geschäftsidee steht und fällt der Erfolg, denn will das eigene Produkt niemand haben oder ist die Konkurrenz zu groß, ist die unternehmerische Seifenblase häufig geplatzt, bevor sie überhaupt richtig losgeht.

Die optimale Rechtsform des Unternehmens

Der Businessplan spielt eine wesentliche Rolle, denn das Unternehmen muss rentabel sein. Die Bundesregierung stellt verschiedene Förderprogramme für Unternehmensgründer zur Verfügung, bei denen der Nachweis der Wirtschaftlichkeit des künftigen Unternehmens jedoch erforderlich ist. Im Businessplan enthalten muss auch die künftige Unternehmensform sein. Stellt sich die Frage, welche am besten geeignet ist? Als Entscheidungshilfe können verschiedene Faktoren dienen:

  • Anzahl der Gründer
  • Stammkapital
  • Gründungskosten
  • Haftung/Haftungsbeschränkung

Sollen in der künftigen Unternehmung beispielsweise mehrere Gründer die Fäden in der Hand haben, ist dafür nicht jeder Unternehmensform geeignet. Ein Gründer kann beispielsweise eine Einzelunternehmung, eine UG oder eine GmbH firmieren. Sollen mehrere Gründer am Unternehmen beteiligt sein und mitwirken, fällt das Einzelunternehmen natürlich weg. Dafür gibt es deutlich mehr Unternehmensformen, die GbR, die OHG, die KG, die UG, die GmbH, die PartnerG sowie die AG.

Haftungsunterschiede bei Rechtsformen

Nicht nur die Firmierung selbst, sondern auch die Haftung ist bei der Geschäftsform ausschlaggebend. Bei vielen Formulierungen haften die Unternehmer nämlich persönlich: Einzelunternehmung, GbR, OHG. Anders sieht es bei der KG, bei der UG, bei der GmbH, bei der AG und PartnerG aus. Das benötigte oder zur Verfügung stehende Stammkapital ist ebenfalls wichtig, wenn es um die Frage der Unternehmensform geht. Wer gar kein Stammkapital hat, sollte sich die Gründung noch einmal überlegen, denn ohne finanzielle beklagen kann es schwer werden, Anschaffungen zu tätigen oder vielleicht die ersten Monate der geringeren Auftragslage zu überbrücken.

Wie viel Kapital braucht die Unternehmung?

Es gibt Gesellschaftsformen, bei denen ein Mindestkapital erforderlich ist. Bei einer GmbH werden beispielsweise 25.000 Euro Startkapital benötigt . Bei der Gründung selbst müssen jedoch zunächst 12.500 eingezahlt werden, der Rest kann im Laufe der Zeit bis zur Mindesteinlagehöhe eingezahlt werden. Gründer einer Aktiengesellschaft benötigen sogar noch mehr: 50.000 €. Wer sich für eine UG entscheidet (die sogenannte Mini-GmbH), braucht dafür 1 € Mindeststammkapital.

Kreativität bei Namensgebung: nicht überall dürfen es fantasievolle Namen sein

Der Name bzw. der Wunschname der Unternehmung entscheidet auch über die Unternehmensform. Nicht überall sind beispielsweise Fantasienamen zulässig. Ausgeschlossen sind Fantasienamen bei GbR, OHG, KG, Aktiengesellschaft, Einzelunternehmung sowie PartnerG. Wer eine UG oder GmbH führt, kann hier auch bei der Namensgebung kreativ werden.

Bürokratischer Aufwand bei der Gründung: es gibt deutliche Unterschiede

Der bürokratische Aufwand bei der Unternehmensgründung ist nicht zu unterschätzen. Deshalb ist es genauso wichtig, die Formalien möglichst bei Unternehmensgründung direkt zu erfüllen, um durch das Nachreichen von Dokumenten wertvolle Zeit zu verschwenden. Wer ein Einzelunternehmen gründet, benötigt dafür eine Gewerbeanmeldung. Automatisch erfolgt die Mitteilung an das Finanzamt, welches sich dann mit dem Unternehmer in Verbindung setzt. Der Eintrag ins Handelsregister oder die notarielle Beglaubigung sind bei Einzelunternehmen keine Pflicht. Gleiches gilt auch für die GbR.

Gründer einer OHG müssen deutlich mehr berücksichtigen. Neben der Gewerbeanmeldung müssen sie sich auch beim Finanzamt anmelden und ins Handelsregister eintragen. Letzteres ist mit zusätzlichen Kosten versehen, die bei den Ausgaben zu Unternehmensgründung berücksichtigt werden sollten. Gründer einer KG müssen sich nur beim Finanzamt anmelden und ins Handelsregister eintragen. Die Gewerbeanmeldung ist für sie nicht erforderlich. Mehraufwand müssen Gründer eine UG und GmbH betreiben. Hier sind folgende Formalitäten notwendig: Anmeldung beim Finanzamt, Eintrag ins Handelsregister, notarielle Beglaubigung und Gesellschaftsvertrag.

Den größten Aufwand haben die Unternehmensgründer bei einer PartneG. Von der Gewerbeanmeldung über die Anmeldung beim Finanzamt bis zur Eintragung im Handelsregister und den Termin beim Notar mit Gesellschaftervertrag ist alles erforderlich. Die Gründung einer Aktiengesellschaft ist ähnlich aufwendig, erfordert jedoch keine Gewerbeanmeldung.

Unternehmensbuchhaltung: So viel Aufwand ist tatsächlich erforderlich

Wer ein Unternehmen gründet, ist natürlich auch zur Buchführung verpflichtet. Häufig wird deren Aufwand unterschätzt, was zu unliebsamen Begegnungen mit dem Finanzamt führen könnte. Eine Bilanzierungspflicht oder einen offengelegten Jahresabschluss brauchen allerdings nur UG, GmbH sowie die Aktiengesellschaft. Einer Bilanzierungspflicht unterliegen OHG und KG. Wer ein Einzelunternehmen, eine PartnerG oder eine GbR hat, braucht keine Bilanz erstellen oder den Jahresabschluss offenlegen. Damit sind die Kosten für die Buchführung auch deutlich niedriger. Trotzdem entbindet dies nicht von der Buchführungspflicht. So müssen die Rechnungen beispielsweise nummerisch nachvollziehbar sein.

Steuern für die verschiedenen Unternehmensarten

Bei der Entscheidung für eine Unternehmensform sollten auch steuerliche Überlegungen eine Rolle spielen. Abhängig von der gewählten Unternehmensform sind diese durchaus unterschiedlich. Ein Einzelunternehmen ist beispielsweise zur Zahlung der Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Lohnsteuer verpflichtet. Gewerbesteuer fällt ebenso an. Der Freibetrag bei der Gewerbesteuer liegt bei 24.500 € und auch die Kleinunternehmerregelung ist bei Einzelunternehmen möglich. Gleiche steuerliche Vorgaben gelten auch für die GbR, die OHG und die KG.

Entscheiden sich Unternehmer zur Gründung einer UG, AG oder GmbH, muss keine Einkommensteuer gezahlt werden. Dafür fallen aber auch die Freibeträge zur Gewerbesteuer. Dafür zahlen die Unternehmen die Körperschaftssteuer. Die PartnerG muss keine Einkommensteuer und Körperschaftsteuer zahlen und hat sämtliche steuerliche Vorgaben wie beispielsweise das Einzelunternehmen.

Investorensuche: Welche Unternehmensform ist besonders attraktive Geldgeber?

Wer seine Idee nicht alleine mit monetären Mitteln finanzieren kann oder möchte, sucht neben Gründerzuschüssen häufig nach Investoren. Stellt sich die Frage, welche Unternehmensform für sie besonders attraktiv ist? Viele Investoren möchten natürlich in ein vielversprechendes Geschäftsmodell, in eine innovative Idee, in ein Team, investieren. Sie brauchen nicht nur großartige Visionen, sondern häufig auch ein bisschen Sicherheit. Viele Investoren entscheiden sich deshalb für Unternehmensformen, bei denen ihre Haftung beschränkt ist. Auch, wenn die Idee floppt und das Unternehmen Insolvenz anmelden muss, verlieren sie nur ihr investiert das Kapital, haften jedoch nicht mit Privatvermögen.

Was müssen Unternehmen selbst für Gründungskosten aufbringen?

Die Kosten bei der Unternehmensgründung können deutlich auseinandergehen. Bei Einzelunternehmen beispielsweise sind die Kosten für die Unternehmensgründung deutlich geringer als bei einer GmbH oder einer Aktiengesellschaft. Vor allem die Eintragungen im Handelsregister oder die notariellen Beglaubigungen sowie Verträge sind äußerst kostenintensiv. Hier rechnen die Notare und Rechtsanwälte nach einer allgemeingültigen Gebührentabelle ab.

Am günstigsten ist die Gründung einer Einzelunternehmung, denn hier werden weder Stammkapital noch andere beglaubigte Unterlagen oder Vertragswerke erforderlich. Trotzdem sollten Unternehmer bei Gründung immer Eigenkapital in der Hinterhand haben. Ausgaben sind beispielsweise erforderlich für Technik, Büroausstattung oder Werbemaßnahmen. Eine Website beispielsweise ist heutzutage in der zunehmend digitalisierten Welt das Aushängeschild einer Unternehmung. Wer die Programmierung nicht selbst vornehmen kann/möchte, muss für eine Profi-Erstellung abhängig vom Aufwand ca. 2.000-6.000 € zahlen.

Kosten werden auch bei der Ausstattung der Unternehmung fällig. Selbst Einzelunternehmer brauchen meist einen PC und ein Telefon. Deren Anschaffung und Betriebskosten müssen natürlich auch gedeckt sein. Wer zusätzlich noch Räumlichkeiten für die Ausübung seiner Geschäftstätigkeit benötigt, muss Miete, Strom und andere Nebenkosten kalkulieren.

Sollen im neu gegründeten Unternehmen Mitarbeiter eingestellt werden, müssen deren Löhne und Gehälter für die erste Zeit ebenfalls gedeckt sein. Die meisten Unternehmen können in den ersten Monaten ihrer Tätigkeit kostendeckend arbeiten, allerdings sollten sich Gründer darauf nicht verlassen. Deshalb ist es wichtig, immer ausreichend Liquidität vorzuhalten, um die Ausgaben für Mitarbeiter und Fixkosten (beispielsweise Miete) zahlen zu können und nicht bereits am Anfang in Verzug zu geraten.

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