Heggemann baut am Flughafen Paderborn ein Prüfcenter für die Luftfahrtbranche
Crashtests für Drohnen & Co.

Paderborn -

Es geht um Drohnen, die eines Tages als Flugtaxi dienen könnten, aber auch um die Fahrwerke eines großen Flugzeugs: Das auf Luftfahrttechnik spezialisierte Bürener Familienunternehmen Heggemann (230 Mitarbeiter) baut auf seinem Grundstück direkt am Flughafen Paderborn/Lippstadt ein „Testcenter für neue Mobilität“.

Donnerstag, 03.12.2020, 04:09 Uhr
Im Fallturm werden auch Drohnen getestet. Foto: Heggemann

Heggemann investiert in das Projekt „einen hohen sechsstelligen Betrag“, heißt es. Herzstück des im Bau befindlichen 18 Meter langen, sechs Meter breiten und 13 Meter hohen Gebäudes ist der sogenannte Fallturm.

In dem Testcenter könnten neuartige Fluggeräte ebenso geprüft werden wie komplette Flugzeugfahrwerkssysteme bis zur Größe eines Airbus A320. „Da nirgendwo die Sicherheitsanforderungen so hoch sind wie in der Luft, werden mit den Tests die Landungen sowohl im Normal- als auch im Notfall simuliert“, sagt Entwicklungsleiter Dr. Thomas Meyer. Dazu würden die zu testenden Bauteile und Systeme auf einer Höhe von bis zu neun Meter fixiert und mit Gewichten von bis zu 15 Tonnen beschwert. Sobald Messtechnik und die Hochgeschwindigkeitskameras eingerichtet sind, geht es los: Der Prüfkörper fällt seitlich geführt im freien Fall bis auf eine Messplatte. Dort würden sämtliche Reaktionskräfte erfasst und über eine Auswertungssoftware dokumentiert.

Meyer: „Neben dem ei­gentlichen Landestoß kann bei Flugzeugfahrwerken dabei das Rad im Test mit bis zu 350 Stundenkilometer angedreht werden, um die real auftretenden Belastungen darzustellen.“ Die Tests dienten dazu, die Systeme zu optimieren, um letztlich auch die maximale Sicherheit der Passagiere gewährleisten zu können.

Sowohl Fluggeräte wie Lufttaxis und Transportdrohnen als auch neuartige Antriebe, die besonders lärm- und emissionsarm sind, würden derzeit überall auf der Welt entwickelt. In vielen dieser Projekte sei Heggemann mit dabei – und zwar sowohl in der Entwicklung als auch in der Herstellung komplexer Systeme. Mit dem neuen Testcenter, das im Frühjahr 2021 in Betrieb gehen soll, folgt Heggemann seinem Unternehmensmotto „360° from Engineering to Production.“

Entwicklungsleiter Meyer betont die Besonderheit des Neubaus: „Die Möglichkeit, die von uns ausgelegten und gefertigten Strukturen und Fahrwerksysteme jetzt auch bei uns mit einer derartigen Testvorrichtung verifizieren zu können, ist für Unternehmen vergleichbarer Größe weltweit einzigartig.“ Zudem würde man die Entwicklungszyklen für Kunden merklich verkürzen. Erste Aufträge für Tests lägen vor. Die Auslastung für 2021 sei gewährleistet.

Aufsichtsratschef Robert Heggemann nennt die Investition einen „Meilenstein“ und einen ersten Schritt in ein neues Geschäftsfeld.

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