Teure Zahngesundheit
Wie sich eine Menge Geld sparen lässt

Wer beim Zahnarzt Behandlungen vornehmen lässt, muss häufig etwas dazu bezahlen, denn die Krankenkasse übernimmt längst nicht alle Leistungen. Damit die Gesundheitsvorsorge und Zahnpflege kein zu teures Vergnügen wird, kann jeder mit den richtigen Tipps bei der Zahnbehandlung sparen.

Mittwoch, 02.12.2020, 08:11 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 11:35 Uhr
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Einige Behandlungen werden mit Extrakosten berechnet. Dazu zählen beispielsweise verschiedene Füllmaterialien, wenn die Zähne kariös sind. Auch Zahnkronen, Brücken, Prothesen, Implantate oder die professionelle Zahnreinigung gehören zu den kostenpflichtigen Anwendungen.

Wer beispielsweise ganz sensible Zähne hat und dadurch häufiger zum Zahnarzt muss, zahlt ohne zusätzliche Absicherung womöglich zu viel.

Die Krankenkasse übernimmt mit der Gesetzesänderung 2005 geregelte Leistungen mit festem Zuschuss. Als Grundlage dafür wird der gegenwärtige Zahnzustand genommen. Muss eine Behandlung vorgenommen werden, stellt der Zahnarzt einen Heil- und Kostenplan und dieser muss von den Krankenkassen abgesegnet werden.

Eine Regelversorgung wird durch die Krankenkassen zwar übernommen, allerdings ist der Kostenanteil häufig nicht ausreichend, um alle Behandlungskosten zu decken, denn das Sozialgesetzbuch definiert die Übernahmepflicht der Leistungen für die Krankenkassen wie folgt: Sie müssen „ausreichend“, „zweckmäßig“ sowie „wirtschaftlich“ sein. Für besondere Füllmaterialien oder andere Extraleistungen ist da kein Platz.

Durchschnittlich können Patienten mit einer Übernahme von ca. 50 % der Versorgung rechnen, den Rest tragen sie selbst. Um diese finanzielle Last zu lindern, können Patienten beispielsweise auf Alternativen zur Regelversorgung greifen und beispielsweise eine Zahnzusatzversicherung abschließen. Sie lässt sich unter Umständen sogar steuerlich geltend machen. Es kommt hierbei aber ganz auf den jeweiligen Einzelfall an . Unter bestimmten Bedingungen können die Kosten als Vorsorgeaufwendungen geltend gemacht werden.

Spartipps beim Zahnarzt

Mit einigen einfachen Tipps können sich Patienten viel Geld für die Zahnbehandlung sparen. Manche sind mit zeitlichem Aufwand verbunden, andere funktionieren ganz einfach.

1. Tipp: Bonusheft lückenlos führen

Das sogenannte Bonusheft kennt wohl jeder. Es mag klein und unscheinbar aussehen, bietet aber enormes Sparpotenzial. Kaum größer als ein Personalausweis und mehrere Seiten dick zeigt es die bisherigen Zahnbehandlungen und die Pflegeaufwendungen der Patienten. Das Bonusheft spielt eine wichtige Rolle, wenn es um weitere Zuschussmöglichkeiten bei der Kostenübernahme geht.

Wird eine Zahnkrone, Brücke oder Prothese notwendig, kann das Bonusheft dafür sorgen, dass es deutlich mehr von der Krankenkasse gibt. Dafür muss das Heft allerdings mehr als fünf Jahre ohne Lücken geführt sein. Dazu gehören die jährlichen Kontrolltermine, welche alle in das Bonusheft eingetragen werden.

Können Patienten ein vollständiges Bonusheft über fünf Jahre vorweisen, gibt es nicht den Festzuschuss von 50 %, sondern von 60 %. Noch besser ist es, wenn Patienten sogar mehr als fünf Jahre lückenlos Heft vorzuweisen haben, denn dann wird der Zuschuss weiter erhöht.

2. Tipp: Angebote miteinander vergleichen

Viele Patienten tappen in die Kostenfalle Zahnarzt. Sie vergleichen beispielsweise nicht mehrere Angebote für die Zahnbehandlung, sondern nehmen das erstbeste, was der eigene Zahnarzt bietet. Das kann allerdings ein großer Fehler sein, wie die Erfahrungen zeigen. Die Leistungen für die Behandlung unterscheiden sich nicht nur in den Kosten für die Zahnärzte selbst, sondern vor allem für die Materialien. Einige Zahnärzte können ihre Implantate oder Füllmaterialien deutlich günstiger anbieten, da sie mit kosteneffizienteren Laboren und Partnern arbeiten. Dadurch sparen natürlich auch die Patienten.

3. Tipp: Zahnkliniken für kostspielige Behandlungen aufsuchen

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Nicht nur die niedergelassenen Zahnarztpraxen, sondern häufig auch die Universitätskliniken bieten Zahnbehandlungen an. Der Vorteil: Hier lässt sich richtig sparen, denn die Behandlungen werden von zahnmedizinischen Studenten durchgeführt. Natürlich werden die Arbeiten durch Assistenten oder Oberärzte beaufsichtigt, sodass Patienten trotz der Kostenersparnis Qualität erwarten dürfen.

Einziger Nachteil bei der Zahnbehandlung in Kliniken: Es kann etwas länger dauern, da die Zahnmedizinstudenten natürlich deutlich ungeübter als erfahrene Ärzte sind. Dafür müssen die Patienten jedoch nur Materialkosten zahlen. Hinzu kommen mögliche Gebühren für die Anfertigung von Implantaten oder anderen Füllungen.

Ein weiterer Nachteil: Häufig werden die Termine nur außerhalb der Semester vergeben, sodass sich die Kostenersparnis vor allem bei langfristigen und gut planbaren Zahnprojekten rentieren kann.

4. Tipp: Zahnbehandlungen ersteigern

Das Ersteigern von Gegenständen oder Dienstleistungen kennen sicherlich viele aus anderen Bereichen, aber von Zahnbehandlungen? Ja, tatsächlich, es gibt mittlerweile auch Auktionsportale, bei denen die eigene Zahnbehandlung versteigert werden kann. Auf Basis des Heil- und Kostenplanes geben Ärzte ihre Angebote ab, sodass ich Patienten für das günstigste/beste entscheiden können.

Einziger Nachteil: Vorteilhaft sind diese Auktionen vor allem für Ärzte im regionalen Umfeld, was allerdings gerade bei Wohnorten außerhalb von Ballungsräumen nachteilig sein kann, da die Anzahl der registrierten Zahnärzte auf dem Auktionsportal vielleicht zu gering ist.

5. Tipp: Zahnbehandlungen steuerlich geltend machen

Tatsächlich ist es möglich, Zahnbehandlungen von der Steuer abzusetzen und dadurch Kosten zu sparen. Wer beispielsweise eine kieferorthopädische Behandlung vornehmen muss, kann dies als außergewöhnliche Belastung bei der Einkommensteuer geltend machen. Wichtig: Die individuelle Belastungsgrenze muss durch die Kosten überschritten sein. Wie hoch diese Grenze ist, wird durch die Einkommensverhältnisse, den Familienstand sowie die Kinderanzahl definiert.

Um die Steuern geltend zu machen, brauchen Patienten sämtliche Belege, nicht nur die Zahnarztrechnungen. Hierzu gehören auch Rechnungen des Labors oder anderer Leistungen, welche mit der Zahnbehandlung einhergehen.

6. Tipp: Ausland als Ort der Zahnbehandlung wählen

Für viele Patienten sind Zahnbehandlungen im Ausland das Mittel der Wahl, um enorme Kosten zu sparen. Es gibt die Möglichkeit, im EU-Ausland Zahnbehandlungen vornehmen zu lassen, da sie häufig aufgrund der niedrigeren Nebenkosten (beispielsweise für Löhne, Praxismiete oder Laborleistungen) deutlich günstiger angeboten werden können.

Wichtig ist es jedoch, dass es Patienten bei den Behandlungen im Ausland im Vorfeld genau informieren, um Missgeschicke vor Ort oder Überraschungen zu vermeiden. Um eine ideale Praxis oder Zahnklinik zu finden, sollten einige Vergleiche durchgeführt werden. Hilfreich können hier Bewertungen durch andere Patienten oder Empfehlungen der Krankenkasse sein.

7. Tipp: Auf Zahnhygiene achten, um umfangreiche Behandlungen zu vermeiden

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Jeder Patient kann ganz gezielt die Kosten für seine Behandlung reduzieren, indem er auf eine verbesserte Mundhygiene achtet. Dadurch werden im besten Fall weniger Eingriffe notwendig.

Es gibt Patienten, deren Zähne besonders anfällig für Zahnstein sind. Er sollte regelmäßig entfernt werden, um das Zahnfleisch und vor Entzündungen zu schützen und für eine gesunde Mundflora zu sorgen. Zur Mundhygiene trägt auch der regelmäßige Zahnarztbesuch bei. Hier können Patienten den Stempel im Bonusheft mit der Kontrolle einmal jährlich kombinieren und sichern sich so im besten Fall gleich den doppelten Sparvorteil.

Regelmäßiges und vor allem richtiges Zähneputzen ist für eine bessere Mundhygiene ebenso wichtig. Es gilt nicht nur, den Druck auf die Zähne zu optimieren, sondern auch die Reihenfolge zu beachten. Das Verwenden von Zahnseide ist ebenso empfehlenswert, um kleinste Zwischenräume optimal zu säubern und Essensreste zu entfernen. Je gründlicher die Zahnreinigung täglich ausfällt, desto bessere Voraussetzungen, um die Zähne lange gesund und ohne Löcher zu halten.

Zuckerfreie Kaugummis helfen auch zwischendurch etwas für die Mundhygiene zu tun. Dadurch kann jeder den Speichelfluss anregen, was wiederum zur Ausschreibung der Bakterien aus dem Mundraum beiträgt. Durch das Kaugummikauen wird zusätzlich der Kiefermuskel trainiert, was ebenso positiven Einfluss auf die Mund-/Zahngesundheit hat.

Wer zusätzlich auf den Konsum zuckerhaltige Getränke verzichtet, beugt ebenso der Mundhygiene vor. Zucker kann, wenn die Zähne nach dem Konsum nicht ordentlich geputzt werden, Karies und Parodontose hervorrufen. Gleiches gilt auch für zuckerhaltige Lebensmittel, beispielsweise Schokolade. Natürlich ist der Genuss gestattet, jedoch sollte jeder im Anschluss die Zähne putzen oder mindestens eine Mundspülung vornehmen, um die Rückstände bestmöglich aus dem Innenraum zu entfernen.

Ein Zungenreiniger hilft ebenso dabei, die Mundflora zu verbessern. Dadurch werden nicht nur Bakterien auf der Zunge entfernt, sondern auch Mundgeruch reduziert. Wichtig ist es, dass der entfernte Belag nicht heruntergeschluckt, sondern ausgespuckt/ausgespült wird.

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