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Flugstreiks - das richtige Verhalten in diesem Fall

Egal, ob durch das Bodenpersonal, die Fluglotsen oder Piloten, hin und wieder führt ein Flugstreik zu Flugausfällen und -verspätungen. Doch wie sehen die Passagierrechte in diesem Fall aus? Nachfolgend wird erläutert, wann es sich um einen außergewöhnlichen Umstand handelt, in welchen Fällen Anspruch auf eine Entschädigung besteht und wie diese eingefordert werden kann.

Mittwoch, 02.12.2020, 07:00 Uhr
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Ist ein Streik automatisch ein außergewöhnlicher Umstand?

Je nachdem, wer genau streikt, unterscheiden sich die Passagierrechte erheblich . Streiken das Flughafenpersonal oder die Flugsicherheit, gilt dies allgemein als außergewöhnlicher Umstand. Bei einem Crew- oder Pilotenstreik dagegen wird meistens individuell geprüft, ob ein Anspruch auf Entschädigung besteht. Die Streik Ankündigungsfrist ist beispielsweise entscheidend. Es geht darum, wie lange im Voraus Betroffene darüber informiert wurden und welche Maßnahmen die Fluggesellschaft zur Verhinderung des Streiks unternommen hat. Ausschlaggebend sind immer die speziellen Umstände. Die Fluggesellschaft muss dafür verantwortlich sein. Bei einem außergewöhnlichen Umstand liegen sie nicht in ihrem Einflussbereich. Die Airlines müssen in diesen Fällen keine Entschädigung an die Passagiere zahlen. Auf Streiks des Flughafenpersonals und der Flugsicherheit haben die Airlines keinen Einfluss, sodass sie als außergewöhnliche Umstände gelten.

Wie fordere ich eine Entschädigung bei Flugstreik ein?

Bei Streiks des Personals der Airline stehen die Chancen auf eine Entschädigung besser, da sie selber dafür "verantwortlich" sind. Dies gilt umso mehr, wenn sie nicht alle möglichen, zumutbaren Maßnahmen zur Vermeidung des Streiks ergriffen hat. Die Entschädigungssumme hängt von der Flugstrecke ab:

  • Kurzstrecke bis 1500 km: 250 Euro Entschädigung
  • Mittelstrecke bis 3500 km: 400 Euro
  • Flugstrecke von mehr als 3500 km: 600 Euro

Unterstützung bei der Einforderung der Entschädigung bieten Fluggast-Portale und Entschädigungsrechner im Internet. Das Gute ist: Sie arbeiten ohne Risiko für den Fluggast, denn eine Provision muss nur im Erfolgsfall entrichtet werden. Doch wie geht es weiter am Flughafen ? Bei einem kürzeren Streik kann vielleicht gewartet werden, bis die Airline den Flugbetrieb wieder aufnimmt. Dauert er länger, ist sie dazu verpflichtet, die Passagiere zu anderen Flughäfen zu bringen, beispielsweise mit der Bahn, und von hier aus zum gewünschten Endziel. Die Fluggesellschaft ist außerdem dazu verpflichtet, die Passagiere bei einer Verspätung ab zwei Stunden zu verpflegen und wenn der Ersatzflug erst am kommenden Tag geht, die Kosten für die Übernachtung und den Transfer in ein Hotel zu übernehmen. Ab fünf Stunden Verspätung können sie das Flugticket zurückgeben und die Kosten zurückfordern.

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Zusammenfassung

Bei einem Crew- oder Pilotenstreik steht den Passagieren eine Entschädigung zu. Ab einer Flugverspätung von mehr als drei Stunden können sie bei einem Flugausfall eine Entschädigung in der Höhe von maximal 600 Euro einfordern. Wichtig ist immer, dass es sich nicht um einen außergewöhnlichen Umstand handelt. Dann muss die Airline keine Entschädigung zahlen, wenn sie alles Zumutbare für eine Vermeidung der Auswirkungen des Streiks unternommen hat. Letzten Endes sollte immer der Einzelfall geprüft werden. Dies gilt auch dahingehend, ob es sich tatsächlich um einen außergewöhnlichen Umstand handelt, denn die Airlines lehnen auch gern einmal berechtigte Forderungen ab. Fluggastrechte-Portale im Internet helfen bei der Forderung der Entschädigung.

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