Schlachtkonzern Tönnies
Übernahme und Streit

Rheda-Wiedenbrück -

Deutschlands größter Schlachtkonzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wächst trotz Corona-Pandemie außer durch Investitionen wie den jüngst bekanntgegebenen Bau eines Großschlachthofs in China auch durch Übernahmen. Am Freitag gab der zum Konzern gehörende Wursthersteller Zur Mühlen den Kauf des traditionsreichen Branchenunternehmens Schwarz Cranz mit Sitz in Neu Wulmstorf bei Hamburg bekannt.

Freitag, 06.11.2020, 19:42 Uhr aktualisiert: 06.11.2020, 19:58 Uhr
Robert Tönnies (rechts) und Konzernchef Clemens Tönnies Foto: Bernd Thissen/dpa

 

Deutschlands größter Schlachtkonzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wächst trotz Corona-Pandemie außer durch Investitionen wie den jüngst bekanntgegebenen Bau eines Großschlachthofs in China auch durch Übernahmen. Am Freitag gab der zum Konzern gehörende Wursthersteller Zur Mühlen den Kauf des traditionsreichen Branchenunternehmens Schwarz Cranz mit Sitz in Neu Wulmstorf bei Hamburg bekannt. Das traditionsreiche Unternehmen, das 550 Mitarbeiter beschäftigt, hatte zuletzt Insolvenz beantragen müssen.

„Es ist eine Herkulesaufgabe, das Unternehmen zukunftssicher zu machen, doch aufgrund der Traditionsmarke Schwarz Cranz und ihren Qualitätsprodukten gehen wir diese Aufgabe optimistisch an“, sagte Maximilian Tönnies. Der Sohn von Konzernchef Clemens Tönnies steht gemeinsam mit Geschäftsführer Axel Knau an der Spitze der Zur-Mühlen-Gruppe. Schwarz Cranz hat sich außer auf klassische Salami und Lachsschinken auf das Produkt Bacon spezialisiert.

Indessen zeichnet sich in dem Streit zwischen den 50-Prozent-Gesellschaftern Robert Tönnies auf der einen und seinem Onkel Clemens Tönnies sowie dessen Sohn auf der anderen Seite keine Einigung ab. Aus dem Umfeld des Neffen verlautete, dass er die zwei Managerposten in der Geschäftsführung, die er besetzen darf, aktuell nicht vergeben will. Die bisherigen Vertreter an der Konzernspitze hatten, wie berichtet, das Vertrauen des Gesellschafters verloren. Nach Stefan Gros musste am 31. Oktober auch An­dreas Ruff seinen Posten räumen. Sein Dreijahresvertrag war abgelaufen und von Robert Tönnies nicht verlängert worden.

Die Aufgaben der beiden Geschäftsführer werden vorerst interimsmäßig intern verteilt, heißt es. 2019 hat Robert Tönnies Schiedsklage gegen den „Friedensvertrag“ der Gesellschafter von 2017 eingereicht. Das Verfahren läuft. Der Neffe strebt den Verkauf der Tönnies-Gruppe an.

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