Flaschenpost und Durstexpress bald unter einem Dach
Dr. Oetker stillt seinen Durst

Bielefeld -

Mit dem Milliardenkauf des Getränke-Lieferdienstes Flaschenpost will die Bielefelder Oetker-Gruppe im Getränkemarkt weiter schnell wachsen. „Wir glauben, dass es ein profitables Geschäftsmodell ist“, sagte Oetker-Konzern-Sprecher Dr. Jörg Schillinger am Montag dieser Zeitung. Noch aber muss der Deal vom Kartellamt genehmigt werden. Das könne einige Wochen dauern, heißt es.

Montag, 02.11.2020, 19:30 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 20:34 Uhr
Rund 6000 Mitarbeiter: Das einstige Start-up Flaschenpost (hier eine Aufnahme aus Hannover) ist ansonsten vor allem in NRW-Städten tätig.

 

Das 2016 als Start-up in Münster gegründete Unternehmen Flaschenpost hat das Geschäftsmodell, den Kunden die per Internet bestellten Getränke innerhalb von zwei Stunden nach Hause zu liefern – ohne Liefergebühr. Damit tritt der Bringdienst in Konkurrenz zu Supermärkten und Getränkemärkten. Der Service kommt kommt an. Schätzungen zufolge dürfte Flaschenpost auf einen Jahresumsatz von 300 Millionen Euro kommen – Tendenz steigend.

Der Lebensmittelriese Dr. Oetker – vor allem bekannt für Pudding und Pizza – hatte das Modell ein Jahr später kopiert und den Bringdienst Durstexpress mit Hauptsitz in Berlin ins Rennen geschickt. Inzwischen zählt Durstexpress rund 2500 Mitarbeiter und hat Standorte in Hannover (Start 2018), Leipzig (2019) sowie seit diesem Jahr in Dresden, Hamburg und München – nicht aber am Konzernsitz Bielefeld. Dort ist stattdessen der nun übernommene Konkurrent Flaschenpost mit seinen rund 6000 Beschäftigten vertreten – wie auch in 22 weiteren Städten Deutschlands.

Wie die Dr. August Oetker KG am Montag mitteilte, seien die Kaufverträge am 30. Oktober 2020 unterzeichnet worden. Zum Kaufpreis machte Oetker keine Angaben, dementierte aber auch nicht den in der Branche genannten Betrag von einer Milliarde Euro. Damit wäre der Deal eine der teuersten Start-up-Käufe in Deutschland. Laut der Internetseite deutsche-startups.de lag die letzte Bewertung der Flaschenpost bei 272,8 Millionen Euro. Oetker hätte damit tief in seine seit dem Verkauf der Reederei Hamburg Süd gut gefüllte Schatulle gegriffen. Auch zur derzeitigen Rendite der Bringdienste schweigt Dr. Oetker. „Wir haben einen langem Atem. Und wir glauben, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, hielt sich Schillinger bedeckt.

Der Sprecher sagte aber, dass beide Unternehmen zunächst parallel weitergeführt würden – zumal sich das Liefernetz gut ergänze. Ob eines Tages eine Verschmelzung mit dann nur noch einem Namen erfolge, sei „derzeit kein Thema“.

Geleitet wird das erweiterte Lieferdienst-Unternehmen von einem Vorstand, der sich aus Mitgliedern des Vorstands der Flaschenpost sowie der Geschäftsführung der Durstexpress GmbH zusammensetzt. Auch ein Aufsichtsrat werde in den kommenden Wochen neu aufgestellt.

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