Werkzeugmaschinenhersteller DMG Mori hebt Gewinn-Prognose an
„Der Markt ist verunsichert“

Bielefeld (WB). Der Werkzeugmaschinenhersteller DMG Mori AG spürt weiter die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Auftragseingang, Umsatz und Gewinn in den ersten neun Monaten 2020 blieben weit unter den hohen Vorjahreswerten, teilte der Bielefelder Konzern am Donnerstag mit. Und doch schraubte das Unternehmen um Vorstandschef Christian Thönes seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr leicht nach oben.

Freitag, 30.10.2020, 05:37 Uhr aktualisiert: 30.10.2020, 05:40 Uhr
„DMG Mori ist widerstandsfähig und zukunftssicher. Uns ist es in der Krise gelungen, Strukturen und Kosten zu optimieren“, sagt Vorstandsvorsitzender Christian Thönes.

Thönes erklärte, er rechne nun für 2020 mit einem operativen Ergebnis (Ebit) von rund 75 (2019: 221,7) Millionen Euro. Noch vor wenigen Monaten war er von 60 Millionen Euro Gewinn ausgegangen. Der Umsatz werde mit rund 1,75 Milliarden Euro rund 100 Millionen Euro höher ausfallen.

Als Gründe für die angehobene Prognose nannte Thönes die Einsparungen und Effizienzverbesserungen. „Wir haben unsere Kosten um 200 Millionen Euro gesenkt, davon 100 Millionen Euro bei den Personalkosten. Jeder einzelne hat hier seinen persönlichen Beitrag geleistet.“ Als Beispiele nannte Thönes Altersteilzeitmodelle und Arbeitszeitverkürzungen – etwa von 40 auf 30 Stunden (auf freiwilliger Basis) bei linearer Gehaltsanpassung. Davon hätten viele Mitarbeiter Gebrauch gemacht. Thönes: „Wir wollen keine Massenentlassungen.“

Aktuell beschäftigt DMG Mori rund 6880 Mitarbeiter, davon 287 Auszubildende. Ende 2019 waren es noch 7.245 Mitarbeiter – ein Rückgang um 363. In Deutschland beschäftigt DMG Mori rund 4330 Mitarbeiter, davon wiederum rund 1000 am Stammsitz Bielefeld. Im Ausland hat der Konzern 2550 Mitarbeiter.

Mit Blick auf den ab Montag gültigen Teil-Lockdown sagte Thönes: „Die Lieferketten sind intakt und auch das Reisen ist aus beruflichen Gründen weiter möglich – sofern die Hotels verfügbar sind.“ Er gab aber auch zu bedenken: „Der Markt ist zunehmend verunsichert. Dadurch bekommen wir verzögerte Investitionsentscheidungen unserer Kunden zu spüren.“ Positiv sei hingegen, dass sich China wieder sehr gut entwickele. Zudem habe sich auch die Automobilindustrie – in dieser Branche macht DMG Mori rund zehn Prozent seines Umsatzes – im vergangenen Quartal aufgrund von Nachholeffekten deutlich gesteigert.

DMG Mori halte die Investitionen im Bereich Forschung und Entwicklung weiter hoch. So betrug das Budget in den ersten neun Monaten des Jahres gut 49 (Vorjahreszeitraum: 52) Millionen Euro. An seinem größten Standort in Pfronten habe DMG Mori ein neues Produktionskonzept eingeführt. Dort würden die Werkzeugmaschinen mit Hilfe von fahrenden Robotern (AGV) gebaut. Thönes: „Mehr Maschinen mit weniger Leuten – dadurch ergibt sich eine Produktivitätssteigerung von 20 bis 30 Prozent.“

Im dritten Quartal erhielt DMG Mori Aufträge über 404 Millionen Euro – im Vergleich zum Vorjahr (567 Millionen) ein Minus von 32 Prozent, im Vergleich zum zweiten Quartal (344 Mio) zogen die Bestellungen um 17 Prozent an. Die Auslastung liege derzeit bei vier bis fünf Monaten.

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