NRW-Angebot für Berufswechsler in OWL bisher eher wenig genutzt
Einzelcoaching – und kostenlos

Bielefeld (WB). Arbeitnehmer, die sich beruflich umorientieren wollen oder müssen, könnten dafür eine professionelle Beratung in Anspruch nehmen. Die Kosten für bis zu neun Stunden Einzelcoaching werden grundsätzlich vom Land Nordrhein-Westfalen und dem Europäischen Sozialfond übernommen.

Samstag, 10.10.2020, 04:00 Uhr
Coaching ist nicht nur für Manager. Alle, die sich beruflich verändern wollen oder müssen, können sich auf dem Weg dahin beraten lassen. Die Kosten übernimmt das Land NRW. Foto: imago

Das Programm gibt es seit etwa fünf Jahren. „Aber selten war es so notwendig wie jetzt“, sagt Bernd Steffestun, Geschäftsführer des Bildungswerks der ostwestfälisch-lippischen Wirtschaft (BOW) in Bielefeld. Die durch die Corona-Pandemie noch zugespitzte Krise in einigen Branchen, darunter in OWL vor allem der Autozulieferindustrie und der Textilindustrie, bringe mehr Menschen dazu, über einen beruflichen Wechsel nachzudenken.

In der Kurzarbeit kämen manche auf die Idee, dass es gut sein könnte, sich nach neuen Herausforderungen umzusehen. Viele wollten auch noch Karriere machen. Andere zwängen gesundheitliche Gründe zu einer Veränderung. Es gebe aber auch Topmanager, die ein solches Coaching nutzen, weil sie spüren, dass ihnen die ständige Belastung und Verantwortung auf Dauer nicht gut tut. Sie seien, so Steffestun, auch zu Gehaltseinbußen bereit.

Bernd Steffestun ist Geschäftsführer des Bildungswerks der ostwestfälisch-lippischen Wirtschaft (BOW).

Bernd Steffestun ist Geschäftsführer des Bildungswerks der ostwestfälisch-lippischen Wirtschaft (BOW).

Die Beratung soll sich an den individuellen Fragen der Ratsuchenden orientieren. Zu Anfang werden Steffestun zufolge die Themen und Ziele besprochen. Weiterbildungsmöglichkeiten und Bewerbungstipps gehören meistens dazu. Neun Stunden seien keine Pflicht. Wenn das Ziel vorher erreicht sei oder auch aus anderen Gründen könne die Beratung im Sinne des Kunden vorher beendet werden.

Der Geschäftsführer des BOW sieht den Unterschied zwischen diesem Einzelcoaching und der Einzelberatung bei der Agentur für Arbeit darin, dass es beim Coaching keinen Zwang oder Erfolgsdruck gebe. Es liege in der Hand des Teilnehmers, ob er Ratschläge annehme. Sanktionsmaßnahmen gebe es nicht.

Nach einem Rückgang im März und einem Einbruch im April steigt die Zahl der Beratungen seitdem in NRW wieder kontinuierlich an. Dabei fällt Ostwestfalen-Lippe hinter den meisten Regionen zurück. Im Westfälischen Ruhrgebiet wurde das Angebot mehr als viermal und im Raum Köln fast viermal soviel in Anspruch genommen wie in OWL, im Münsterland mehr als dreimal. Allerdings steige die Zahl in diesem Jahr auch in OWL spürbar, sagt Steffestun.

Die Anbieter der Beratung zur beruflichen Entwicklung werden vorab vom Land NRW ausgebildet und zertifiziert. Anbieter sind neben dem BOW in Ostwestfalen-Lippe beispielsweise SBH West in Paderborn, Fair in Detmold, der Berufliche Weiterbildungsverbund BWB in Bielefeld, die Awo in Gütersloh sowie die Volkshochschulen Bielefeld, Halle, Herford, Löhne, Bad Oeynhausen, Verl, Harsewinkel, Stukenbrock, Brakel, Bad Driburg, Steinheim, Nieheim, Bad Salzuflen, Lage und Lemgo.

Mehr Information im Internet: www.weiterbildungsberatung.nrw

 

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