Wirtschaft
Tönnies stellt Eilantrag gegen Schließung

Sögel (WB/OH). Der Rheda-Wiedenbrücker Fleischkonzern Tönnies wehrt sich, wie angekündigt, gegen die vom Landkreis Emsland nach mehreren Corona-Fällen in der Belegschaft verfügte Schließung des Schlachthofs Weidemark in Sögel . Das Unternehmen hält die Entscheidung für unverhältnismäßig und stellte am Freitag beim Verwaltungsgericht Osnabrück einen Eilantrag auf einstweiligen Rechtsschutz.

Freitag, 09.10.2020, 14:19 Uhr aktualisiert: 09.10.2020, 14:22 Uhr
Der Tönnies-Schlachthof „Weidemark“ in Sögel. Foto: dpa

Das Gericht hat dem Landkreis bis Dienstag Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. „Vorher ist nicht mit einer Entscheidung der Kammer zu rechnen“, teilte Gerichtssprecherin Julia Schrader mit. Damit wird der Schlachthof mit rund 2000 Mitarbeitern zumindest für einige Tage geschlossen bleiben. Der Kreis hat Schlachtungen nur noch bis diesen Freitag und die Zerlegung bis diesen Sonntag erlaubt und dann eine Schließung für längstens 22 Tage bis zum 3. November angeordnet. Normalerweise wird bei Weidemark auch am Samstag geschlachtet, sagte Tönnies-Sprecher André Vielstädte dem WESTFALEN-BLATT.

Der Konzern befinde sich parallel zum Rechtsstreit auch weiterhin im Dialog mit dem Landkreis Emsland, um den Betrieb doch weiter fortführen zu können. Die ergriffenen Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus in der Belegschaft zeigten Wirkung. Auch am Donnerstag sei „nur eine einstellige Zahl neuer Infektionen“ hinzugekommen, sagte Vielstädte. Bis Wochenbeginn waren bei den täglichen Tests noch bei bis zu 25 Arbeitern Neuinfektionen festgestellt worden.

Am Freitagmorgen protestierten Bauern mit rund 50 Traktoren vor dem Kreishaus in Meppen gegen die Schließung des Weidemark-Schlachthofes. Wie berichtet stauen sich bei den Landwirten die Tiere, weil die Schlachtkapazitäten in der Corona-Krise deutlich reduziert worden sind. Der

Landrat Marc-André Burgdorf (CDU) sagte laut NDR, dass er die Sorgen der Bauern ernst nehme. Der Landkreis sei in Gesprächen mit dem Schlachthof und suche nach Lösungen. Dabei werde auch diskutiert, ob Teilbereiche des Betriebs wieder geöffnet werden könnten, sofern das Unternehmen dafür ein schlüssiges Konzept vorlegt.

 

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