Angeblich Trennung von Marken Lamborghini und Bugatti geplant
Verkauft VW Luxusauto-Sparte?

Wolfsburg (WB). Rein vom Namen her und natürlich von ihrem Preis sind Bugatti und Lamborghini keine „Volkswagen“ – im Sinne von Autos für das Volk. Dennoch sind die beiden Luxusautomarken nun seit 22 Jahren fester Bestandteil des Wolfsburger Konzerns. Das könnte sich ändern. Spekulationen, VW werde sich insbesondere von Bugatti trennen, gab es in den letzten Jahren immer wieder. Doch nun nennen mehrere Fachmedien sogar einen Termin und den vermutlichen Käufer.

Donnerstag, 08.10.2020, 17:38 Uhr aktualisiert: 08.10.2020, 17:42 Uhr
Der Bugatti Chiron Sport – hier die Neuvorstellung auf dem Genfer Autosalon 2019 – wird im Elsass produziert. VW will die Marke voraussichtlich an die kroatische Firma Rimac verkaufen. Foto: dpa

Den Berichten zufolge hat das kroatische Unternehmen Rimac Interesse vor allem an Bugatti. Die Firma wurde 1909 vom Mailänder Ettore Bugatti gegründet, produziert wurde und wird im Elsass (Molsheim). Rimac, das erst vor elf Jahren in der Nähe von Zagreb an den Start ging, entwickelt und produziert elektrisch angetriebene Supersportwagen, darunter den schnellen „Concept One“. Der „C-Two“, der in Kürze folgen soll, wird sogar über einen 1914 PS starken Elektromotor verfügen.

Angeblich soll der Deal im November, auf jeden Fall aber noch im Verlauf dieses Jahres über die Bühne gehen. Die Partner kennen sich. An Rimac ist die VW-Tochter Porsche mit 15,5 Prozent beteiligt. Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ wird Porsche den Anteil im Zuge des Bugatti-Verkaufs auf 49 Prozent erhöhen.

Der Lamborghini-Sterrato ist eine Mischung aus Sport- und Geländewagen.

Der Lamborghini-Sterrato ist eine Mischung aus Sport- und Geländewagen. Foto: dpa

Was Lamborghini betrifft, so habe Volkswagen etwas andere Pläne. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters soll die innerhalb des Konzerns zu Audi gehörende italienische Tochterfirma zunächst abgespalten und dann an die Börse gebracht werden. Dabei wolle Volkswagen einen Teil der Aktien behalten. Lamborghini hat eine siebenwöchige Produktionspause wegen Corona genutzt. Der September-Umsatz war der bisher höchste in der Firmengeschichte.

Luxusautos sind nichts für kleine Portemonnaies. Der Listenpreis für den Bugatti Chiron beginnt bei 2,86 Millionen Euro. Fußball-Star Cristiano Ronaldo soll drei Bugatti besitzen. Bei Lamborghini beginnen die Preise bei 185.000, reichen aber ebenfalls über drei Millionen Euro.

Neben Bugatti und Lamborghini wird auch noch Ducati, die Motorradmarke des Konzerns, als Verkaufsobjekt ins Gespräch gebracht. Dagegen gibt es diesmal noch keine Verkaufsgerüchte für den britischen Luxusautomobilhersteller Bentley. Er gehört genauso lange, nämlich seit 1998, zum Volkswagen-Konzern. Die Luxusautomarken waren ein Lieblingsprojekt des damaligen Konzernchefs Ferdinand Piëch.

VW konzentriert sich auf E-Autos und autonomes Fahren

Der jetzige VW-Vorstandschef Herbert Diess hat Ende September auf der Hauptversammlung erklärt, der Autokonzern müsse sich „von einer Sammlung wertvoller Marken” vorwiegend mit Verbrennungsmotoren wandeln hin zu einem Digitalunternehmen, das Millionen vernetzter Elektrofahrzeuge zuverlässig betreibe.

Kürzlich soll die Zukunft der Luxusautomarken im Aufsichtsrat des Konzerns Thema gewesen sein. Dem Vernehmen nach liefern sie einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis. Die Corona-Pandemie habe auch in diesem Segment zwar Auswirkungen, aber weniger stark als bei den Autos für den Massenkonsum.

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