112 Beschäftigte des Schlachtbetriebs in Sögel mit dem Coronavirus infiziert
Corona: Kreis schließt Tönnies-Tochter

Sögel (dpa/WB/OH). Der zum Rheda-Wiedenbrücker Fleischkonzern Tönnies gehörende Schlachthof Weidemark im emsländischen Sögel wird wegen eines Corona-Ausbruchs in der Belegschaft vorübergehend behördlich geschlossen. Inzwischen seien 112 Beschäftigte mit dem Coronavirus infiziert, teilte der Landkreis Emsland am Mittwoch mit.

Donnerstag, 08.10.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 08.10.2020, 06:36 Uhr
Der Schlachthof Weidemark gehört zu Tönnies. Foto: dpa

Die Schlachtung ende am Freitag, bis Sonntag werde noch zerlegt, danach werde der Produktionsbetrieb mit rund 2000 Mitarbeitern für bis zu 22 Tage geschlossen – bis längstens zum 3. November. „Diese Regelung ist wichtig, um zu vermeiden, dass es zu einer exponentiellen Verbreitung des Virus in der Belegschaft, aber auch außerhalb des Schlachthofes kommt“, teilte der Kreis mit. Sicherheitsdienst und Verwaltung seien davon ausgenommen.

Tönnies will Schließung auf dem Rechtsweg verhindern

Der Tönnies-Konzern , der im Juni am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück von einem Corona-Ausbruch betroffen war, setzt sich gegen die behördliche Anordnung juristisch zur Wehr. Das Unternehmen beantragte eine Einstweilige Verfügung beim Verwaltungsgericht Osnabrück. „Die Schließungsverfügung heute zu erlassen, ist für uns nicht verhältnismäßig”, erklärte Weidemark-Geschäftsführer Christopher Rengstorf. Es seien diverse Maßnahmen umgesetzt worden, um die Infektionsketten zu durchbrechen. So seien die Abstände zwischen den Arbeitern vergrößert und sei die Mitarbeiterzahl reduziert worden. Zudem seien Umkleiden provisorisch erweitert worden und werde neben täglichen Reihenuntersuchungen bei den Arbeitern ein Corona-Schnelltest durchgeführt. Rengstorf: „Diese Maßnahmen greifen und zeigen erste Erfolge.“

Auch in einem Schlachthof in Emstek (Landkreis Cloppenburg) stieg die Zahl der Infizierten. Es seien bei Tests unter Mitarbeitern in den vergangenen Tagen 63 Fälle bekanntgeworden, teilte Landrat Johann Wimberg (CDU) mit. Der Betrieb in dem zum Vion-Konzern gehörenden Schlachthof werde zunächst eingeschränkt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7622188?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509831%2F2198339%2F
Polizei: Gebäude des Robert Koch-Instituts angegriffen
Eine zerbrochene Fensterscheibe und Rußspuren am Gebäude des Robert Koch-Instituts in der General-Pape-Straße im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg.
Nachrichten-Ticker