Werk Aachen trotz schwarzer Zahlen vor der Schließung?
Laschet greift Continental an

Aachen (WB). NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat den Automobilzulieferer Continental für die geplante Schließung des Aachener Reifenwerks kritisiert. Ein Werk zu schließen, ohne mit Gewerkschaft und Land zu reden, sei „kalter Kapitalismus“, sagte Laschet am Samstag bei einer Demonstration in Aachen. „Wir sind laut, weil Ihr unseren Papas die Arbeit klaut“, steht auf einem Plakat, das vom Nachwuchs hochgehalten wird. Mit Kind und Kegel wird an diesem trüben Samstag gegen die geplante Schließung des Continental-Reifenwerks und den Verlust von 1800 Arbeitsplätzen protestiert. Die Betroffenen wollen dem Konzern und seinen Lenkern den Marsch blasen.

Montag, 28.09.2020, 03:00 Uhr
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sprach in Aachen zu etwa 2000 Demonstranten. Foto: Andreas Hermann

Nicht nur Werksmitarbeiter, sondern etliche Unterstützer, befreundete Gewerkschaften, kirchliche Organisationen und auch politische Parteien sind mit dabei. Um die 2000 Protestler werden es am Ende sein. Es sind weniger, als die Organisatoren angenommen hatten. Der strömende Regen mag dazu beitragen. Der verhagelt den Demonstranten allerdings nicht die Stimmung. Die ist durch das Vorgehen des Unternehmens schon maximal verhagelt.

Um 10 Uhr marschieren die Demonstranten los. Am Kaiserplatz angekommen, wird verbal scharf geschossen. Ministerpräsident Armin Laschet erneuert seinen Vorwurf des „kalten Kapitalismus“ gegenüber der Konzernspitze. Er und auch NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP), der bereits am Donnerstag die Mahnwache am Werk besuchte und seine Unterstützung bekundete, seien im Gespräch mit der Konzernleitung und dem Aufsichtsrat. Laschet nennt die Demo ein „starkes Signal“, während er den Conti-Verantwortlichen wegen ihres rigiden Vorgehens Anstand und Ehre abspricht. Es gelte, über „intelligente Lösungen“ zu verhandeln.

„Kühler Zynismus“

Der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie, Energie, Michael Vassiliadis, sagt: „Aachen ist ein hochmodernes Werk, das schwarze Zahlen schreibt.“ Es in einer „Hauruck-Aktion“ ohne Alternativen dicht machen zu wollen, sei „kühler Zynismus“. Dahinter stehe ein Managementverständnis, „das wir ablehnen.“ Wenn harte Entscheidungen getroffen würden, „dann hätte man zumindest erwarten können, dass Sie hier stehen und den Betroffenen und ihren Familien Rede und Antwort stehen“, so Vassiliadis. Was hier geschehe sei „praktizierte Respektlosigkeit“. In Richtung Aufsichtsräte der Aktionärsseite sagte er: „Sie haben es in der Hand, ob sie Deutschland und ihren persönlichen Ruf schädigen.“

Das entscheidende Votum kommt am Mittwoch Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle mit einer Doppelstimme zu. Der hatte sich dieser Tage schon vielsagend positioniert und eine Mitschuld am Aus des Aachener Werks der Politik zugeschoben. Aachens OB Marcel Philipp bekundet, er habe mit Reitzle gesprochen. „Eigentlich ein kluger Mann.“ Dennoch bezichtigt Philipp ihn der Lüge: „Wenn argumentiert wird, dass es für das Aachener Werk keine Entwicklungsmöglichkeiten gebe und der Platz zu beengt sei, dann ist das schlicht gelogen.“ Es gebe in der Nachbarschaft städtische Gewerbeflächen. Philipp betont, dass man im Schulterschluss auch über den Mittwoch hinaus weiterkämpfen werde, und versichert: „Aachen steht an Ihrer Seite!“

Kommentare

Sascha B.  wrote: 28.09.2020 09:28
Herzlichen Glückwunsch
Herzlichen Glückwunsch zur Schließung des Werkes lieber Herr Laschet und liebe CDU, Gewerkschaften, Kirchen und Rest der Politik.
Ihr schaftt Das!
Also Deutschland komplett vor die Wand zu fahren.
Macht doch noch ein Bisschen mehr Coronawahnmache, ein Bisschen mehr grüne Ökostrompreiserhöhungen, noch ein Bisschen höhere Steuern, ein Bisschen höhehere Krankenversicherung, ein Bisschen mehr Moria-"Migranten", ein paar hundert Milliarden mehr für die EUdssr....kost ja Nichts....Wir habens ja...."Niemandem wird Etwas weggenommen"....
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