Wirtschaft
Paderborn, Corona und die Studenten

Immobilien – eine coronasichere Branche? In vielen deutschen Großstädten ist am Immobilienmarkt von einer Krise nicht viel zu merken – im Gegenteil: Eine aktuelle Analyse von immowelt zeigt, dass die Angebotsmieten von Singlewohnungen in 45 von 59 untersuchten Hochschulstädten steigen. Die teuersten deutschen Metropolen sind dabei München mit einer durchschnittlichen Mieterhöhung von 13%. Den größten Anstieg innerhalb eines Jahres gibt es in Köln mit bis zu 15% mehr Mietkosten. In Frankfurt muss rund 8% mehr Geld für die monatliche Miete einkalkuliert werden. Zwar hört und liest man in der Presse immer wieder, dass die von der Bundesregierung beschlossene Mietpreisbremse vor allem in Berlin greifen soll, im Vergleich zum vergangenen Jahr müssen Mieter in der Landeshauptstadt dennoch bis zu 7% mehr Miete zahlen.

Donnerstag, 03.09.2020, 01:59 Uhr aktualisiert: 03.09.2020, 14:09 Uhr
Foto: Colourbox

Studenten leiden gerade in der Corona-Krise unter hohen Mietpreisen

Auch in Paderborn haben sich die Mietpreise gerade für kleine Wohnungen stark erhöht. Bis zu 14% mehr Miete muss man hier im Schnitt ausgeben. Durch die ausgebliebenen Studenten haben offenbar viele Vermieter die Chance genutzt, ihre Wohnung zu renovieren und zu höheren Preisen anzubieten. Das trifft viele Studenten hart, zumal sie ihren eventuellen Nebenjobs aktuell nicht nachgehen können. Gerade im gastronomischen Bereich läuft das normale Tagesgeschäft immer noch nicht wie gewohnt, viele Diskotheken haben weiterhin geschlossen. Studenten, die ihr Bafög sonst mit Kellnertätigkeiten aufbessern, müssen zu den stetig steigenden Mieten demzufolge mit enormen Einbußen in den monatlichen Einkünften rechnen. Auch an der Universität Paderborn ist der normale Betrieb derzeit noch nicht denkbar. Prüfungen, Klausuren und praktische Semester sind bis auf weiteres ausgesetzt, selbst der Beginn des Sommersemesters 2020 war verschoben worden.

Um den Studierenden zu ermöglichen, mit dem Stoff nicht zu sehr ins Hintertreffen zu geraten, bietet die Hochschule Paderborn diverse, digitale Lernmöglichkeiten an, um die sich die Studenten eigenständig bemühen müssen. Regelmäßig trifft sich der eigens eingerichtete Krisenstab, um das weitere Vorgehen zu diskutieren. Lesen Sie hier, unter welcher Email-Adresse Sie sich mit persönlichen Anliegen bei den Verantwortlichen melden können. Viele Studenten leiden nicht nur unter den Corona-Beschränkungen und fühlen sich isoliert, sondern erleben im Moment außerdem einen starken, psychischen Druck und Existenzängste: Keine optimalen Voraussetzungen, um ein Hochschulstudium erfolgreich meistern zu können.

Quelle: Zeit Online

Hilfe für Studenten von Bund und Ländern

In vielen deutschen Regionen sind Hilfsfonds für Studierende eingerichtet worden. Wer mit Kind studiert, kann über die Arbeitsagentur Zuschüsse beantragen, so zum Beispiel das digitale Kindergeld, welches an alle Eltern vorübergehend ausgezahlt wird. Die Uni Paderborn hat für Studierende zusätzlich zu staatlichen Krediten einen eigenen Hilfsfonds eingerichtet, um die schwierige Situation überbrücken zu können.

Die finanzielle Unterstützung der Paderborner Hochschule wird durch private Spender ermöglicht und muss nicht zurückgezahlt werden. Hilfebedürftige Studenten und Studentinnen können sich für den Hilfsfonds vormerken lassen, es werden monatlich im Einzelfall bis zu 450 Euro der laufenden Lebenshaltungskosten übernommen. Das entspricht exakt dem Freibetrag, der abzugsfrei zum Bafög dazu verdient werden darf, sodass die finanzielle Hilfe tatsächlich bei den Studierenden ankommt und nicht von anderen Leistungen abgezogen werden muss.

Neues Studentenwohnheim in Paderborn mit erschwinglichen Mietpreisen

Auch mit zusätzlicher Unterstützung, manchmal vielleicht sogar noch durch die Eltern, müssen viele Studenten momentan jeden Cent zweimal umdrehen. Bei der Wohnungssuche in Paderborn können Online-Portale helfen . Oft ist es auch sinnvoll, nach Wohnungen zu suchen, die sich für eine Nutzung als Wohngemeinschaft eignen. Das entlastet schnell den Geldbeutel.

Noch ein Lichtblick: In der Uhlandstraße waren über viele Jahre britische Soldaten stationiert, die Anfang des Jahres endgültig abgezogen wurden und in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Das Studierendenwerk Paderborn hatte bereits im Februar mitgeteilt, dass 32 der Wohnhäuser ab April für Hochschüler anmietbar werden. In den geräumigen Wohneinheiten finden jeweils drei bis vier Personen Platz und können dort in einer großzügigen Gemeinschaftsküche zusammen kochen. Die Reihenhäuser sind mit Gemeinschaftsbädern ausgestattet und verfügen außerdem über ein separates Gäste-WC. Das ist bei Haushalten von bis zu vier Personen überaus sinnvoll und ermöglicht, den Studienalltag ohne lange Warteschlangen vor dem Badezimmer starten zu lassen.

Von der BImA (der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) sind die bezahlbaren Mietwohnungen noch bis zum Jahr 2024 für das Studierendenwerk reserviert und zur Nutzung zur Verfügung gestellt worden. Wer selbst eine Studenten-WG in der Reihenhaussiedlung Uhlandstraße gründen möchte, kann sich unter diesem Link über die Kontaktmöglichkeiten informieren. Alle Wohneinheiten sind vollständig möbliert und verfügen über einen schnellen Internetanschluss. Bis zur Uni dauert es mit dem Fahrrad gerade einmal 15 Minuten, auch die Buslinien 7 und 8 verkehren in unmittelbare Nähe.

Studieren während der Corona-Krise: Aktuelle Informationen zu Uni und Corona

Über aktuelle News und Informationen rund um das Thema Uni und Corona informiert in gewohnt umfangreicher Art und Weise das Studentenwerk. Zahlreiche FAQs unterstützen die Studierenden bei der Beantwortung offener Fragen zum Studium während der Pandemie. Auch das Studierendenwerk Paderborn bietet unkomplizierte Unterstützung in Form von Überbrückungshilfe für Studierende in Notlage und informiert über aktuelle Ereignisse.

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